mittellaendische.ch
SVP Politiker setzt Kopfgeld aus!
DMZ - GESELLSCHAFT / LEBEN ¦ Es sei vorausgeschickt, dass Verunstaltungen von Wahlplakaten nicht in Ordnung sind und verboten. Auch unsere Zeitung findet dies nicht in Ordnung. Aber ist das auch geschehen? Selbst wenn, rechtfertigt es wohl kaum Wildwest-"Massnahmen". Einige übermotivierte Aargauer Gymischüler sollen ein SVP-Plakat verunstaltet haben. Der Skandal-SVP-Politiker Andreas Glarner veröffentlichte es unzensiert auf Facebook, löschte den Post allerdings nach einiger Zeit und einigen Kommentaren wieder. Zu spät! Im Moment hängen schweizweit zehntausende Wahlplakate für die Wahlen vom 20, Oktober. Die SVP ist dabei wieder am fleissigsten. Dass Vandalen oder politische Gegner oft und gerne Plakate beschädigen, kommt öfter vor. In diesem konkreten Fall wurden Jugendliche dabei fotografiert, wie sie sich an einem Plakat der SVP zu schaffen machte. Zwei junge Frauen sind darauf mit einem Blatt und einem Stiftleim zu sehen, zwei Männer stehen ebenfalls beim Plakat. Das Foto wurde vom Aargauer SVP-Nationalrat Andreas Glarner am Samstag auf Facebook veröffentlicht, ohne die Gesichter unkenntlich zu machen und ohne zu wissen, ob das Plakat effektiv beschädigt worden war. Typisches Glarner-Vorgehen: eine vermeintliche Straftat anprangern, indem er gleich selber mehrere Straftaten begeht. Natürlich werden auch diese erneut nicht geahndet werden. Denn die Vergangenheit zeigt, egal was Andreas Glarner macht, wie oft er gegen das Gesetz verstösst, es hat keine rechtliche Konsequenzen. Er schrieb in seinem Post auf Facebook wörtlich: «Die Plakat-Zerstörer am Werk bei der Kanti Wettingen – wer kennt diese Personen? Zweckdienliche Hinweise bitte an mich. Für die Ergreifung der Täter setze ich eine Belohnung von CHF 1000.- aus.» Was für eine Heldentat. Statt, wie es sich gehört, in solchen Fällen einfach die Polizei zu informieren, oder darüber hinwegzusehen, prangert man erneut Menschen im Netz an und verletzt Gesetze und Menschenrechte. Am Sonntagnachmittag war das Plakat dann ganz verschwunden, weil die Jugendlichen sich ertappt gefühlt haben und wohl deshalb selber das Plakat ganz verschwinden liessen. Aber auch Andreas Glarner krebst zurück und löschte seinen Post wieder. Ob er in der Zwischenzeit sein Kopfgeld bezahlen durfte, weiss man bis dato nicht. Auf jeden Fall wurde ein weiteres Mal gezeigt, mit wem man es bei Herrn Glarner zu tun hat.