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Hanoi - Eine chaotische aber liebenswerte Stadt
Was du über Hanoi wissen solltest Hanoi ist die zweitgrößte Stadt und Hauptstadt von Vietnam. Neben unzähligen Sehenswürdigkeiten wie zum Beispiel der Altstadt, in der sich das typische vietnamesische Alltagsleben wiederspiegelt, den unterschiedlichen Pagoden und Tempeln, dem Ba Dinh Platz mit dem Ho Chi Minh Mausoleum, in dem Ho Chi Minh aufgebahrt hinter Panzerglas liegt, den wunderschönen Kolonialgebäuden oder dem Göthe Institut, hat Hanoi ebenfalls schöne große Grünflächen und viel Wasser zu bieten. Viele Straßen sind von grünen Bäumen geprägt, Parkanlagen gibt es an vielen Ecken zu finden und der Hoan Kiem See und Westlake, die bekanntesten der Stadt, sind immer eine Umrundung wert. Unzählige Geschäfte, Restaurants, Straßenküchen, Cafés oder aber Märkte machen Hanoi zu einem attraktiven Ziel, denn in dieser Stadt gibt es jeden Tag etwas Neues zu entdecken. Für viele Reisende ist Hanoi ebenfalls sehr attraktiv aufgrund der Lage. Während die einen Tagestouren zur Halong Bucht planen, planen die anderen Ausflüge in den bergigen Norden Vietnams. Alleinige Ankunft in Hanoi Wie in unserem letzten Beitrag (Tam Coc) erwähnt, trennten sich unsere Wege für eine kurze Zeit. Während sich Sara auf den Weg zur Halong Bucht machte, um sich dort ein Bild von der aktuellen Situation zu verschaffen, fuhr Martin bereits nach Hanoi vor – der Stadt, in der er einige Jahre zuvor für ein halbes Jahr gelebt hatte. Auch für ihn ging es früh morgens mit dem Bus von Tam Coc nach Hanoi. Das Ticket inklusive Pick-Up von der Unterkunft kostete ca. vier Euro und nach dem Start befand sich Martin innerhalb weniger Stunden am Busbahnhof der Hauptstadt wieder. Dieser liegt ziemlich weit außerhalb der Innenstadt, so dass er sich ein weiteres Taxi für insgesamt 150.000 VND, ca. sechs Euro, mit zwei Niederländerinnen teilte, um ins Old Quarter zu gelangen. Bei dem trubeligen Verkehr solltest du nochmals 30 Minuten einplanen, sollte auch dein Weg zum Altstadtviertel führen. Die ermüdende Suche nach der Unterkunft Für die ersten beiden Nächte, die Martin alleine in Hanoi verbrachte, reservierte er online eine Unterkunft in der Innenstadt. Kriterien wie günstig und top gelegen trafen vollkommen zu, jedoch litt es ein wenig mehr an dem Kriterium Ambiente. Viel zu oft haben wir vor allem in Großstädten krasse Unterschiede zwischen Online-Bildern und dem Aussehen der Zimmer in der Realität erlebt. In der Altstadt Hanois wurden in den letzten Jahren ebenfalls die Preise der Unterkünfte stark angezogen. Kosteten viele von ihnen damals noch weniger als 10 Euro die Nacht, sind sie heute meist um mehr als das Doppelte angestiegen. Um eine bessere Unterkunft für uns und unsere Freunde zu finden, machte sich Martin also im relativ überschaubaren Old Quarter zu Fuß auf den Weg. 30 Unterkünfte und zig Eindrücke später fand er dann endlich was passables, zwei Privatzimmer für jeweils 17 Dollar die Nacht im Hanoi Traveller Hostel. Auch wenn es ziemlich laut war, war es zumindest sauber, modern und gut gelegen. Die erste wichtige Amtshandlung in der Hauptstadt Laut Martin hieß diese in Hanoi definitiv: Flitzer bei der alten Anlaufstelle mieten. Da er bereits in der Stadt gelebt hatte, kannte er den weniger geregelten und teils unübersichtlichen Verkehr wie seine eigene Westentasche. Außerdem war es seine erste Priorität, die Stadt erneut völlig unabhängig aufs Neue zu erkunden. Sicherlich geht es auch ohne, haben wir ja auch in Bangkok, Phnom Penh und anderen Großstädten gemacht. Aber wo die Leidenschaft rumzucruisen schon einmal entdeckt wurde, sollte man diese auch wieder aus dem Sack holen. ? Nach vielen Meter zu Fuß stellte er leider total KO resigniert fest, dass sich die Zeit und somit auch die Läden und Geschäfte stark verändert hatten - den alten Moped-Verleih gab es leider nicht mehr. Schnell wurde aber unweit der Ma May Straße eine Alternative gefunden, in der er mit ein paar Wörtern Vietnamesisch und einem Lächeln sogar einen Discount aushandeln konnte. Als Tipp: Kauf dir für ein paar Euro ein gutes Schloss. Sowohl im Hostel als auch im Moped-Verleih wurden wir darauf hingewiesen, dass es hier Sinn macht in Diebstal-Präventionen zu investieren. Der Verkehr kennt keine Grenzen Ho-Chi-Minh Stadt hat sich mit seinem Verkehr ja schon von der besten Seite gezeigt. Und auch wenn diese Stadt schon unzählige Mopedfahrer aufgewiesen hat, hat Hanoi gefühlt das doppelte an Zweirädern zu bieten. Egal wo du dich aufhältst, der Schwarm an Mopeds verfolgt dich überall hin. So stehst du nicht nur mit den Transportmitteln, sondern auch mal locker als Fußgänger länger im Stau. :D In dieser Stadt ist es Gang und Gäbe, sich mit dem Schwarm treiben zu lassen und nicht dagegen anzukämpfen, sonst hast du verloren. Eine einzigartige Erfahrung ist auch die Überfahrt der Long-Bien-Brücke. Die Brücke ist über eineinhalb Kilometer lang und führt über den roten Fluss. In der Mitte verkehrt die Bahn und rechts und links hunderte von Mopedfahrern. Unglaublich! Während neben den Mopeds und Autos die Omnibusse den öffentlichen Personentransport beherrschen, wird für die Zukunft ein kleines U-Bahn-Netz gebaut, welches den Trubel der Straßen in Zukunft vielleicht minimal verbessern wird. Old Quarter - Hier pulsiert das Leben Jeder der einmal in Hanoi war wird sicherlich auch im Old Quarter gewesen sein. Diesen Teil der Stadt auszulassen ist nicht einfach, spielt sich hier doch ein Großteil des touristischen Lebens ab. Die nicht enden wollende Anzahl an Hostels und Hotels sorgt für ein lebendiges Flair auf den vielen kleinen Straßen im alten Zentrum der Hauptstadt. Touristen flanieren zwischen Märkten, Restaurants, Cafés, Bars, Läden und Attraktionen. Dicht gedrängt versuchen Mopeds und Fußgänger ihren Weg zu ihren Zielen zu finden. Düfte verschiedenster Gerichte kriechen die Nasen hinauf, während das Thermometer mehr als 32 Grad anzeigt und die Bia Hoi Ecke mit dem kühlen Blonden lockt. Hoan Kiem Lake & Westlake Das Schöne an Hanoi ist das viele Wasser. Hört sich eher nach Atlantis an? Nein, neben einem Fluss am Rande der Stadt sind der Westlake und der Hoan Kiem Lake markante Hingucker in der von Beton geprägten Großstadt. Beide Seen befinden sich entweder direkt im Stadtzentrum oder liegen nur etwas weiter nördlich des Zentrums. Mit dem Fahrrad oder dem Moped kannst du beide Seen umrunden und dir so verschiedene Blickwinkel auf Hanoi gefallen lassen. Wir umrundeten sowohl den Hoan Kiem Lake als auch den Westlake und entdeckten dabei Pagoden, Tempel und kleine Straßen, alles direkt am Wasser entlang. Beim Westlake zieren Cafés und Restaurants die oft begrünten Uferstraßen. Hier kannst du dem Stress und der Hektik der vielbefahrenen Hauptstadt entfliehen, dich niederlassen und entspannen. Trink auch Du hier einen köstlichen vietnamesischen Kaffee während dir dabei eine frische Brise ins Gesicht weht, es lohnt sich. ? Die interessantesten Pagoden Während unserer Sightseeing Tour hat es uns vor allem die Van Nien Pagode direkt am Westlake angetan, von deren Existenz auch Martin noch nichts wusste. Die 1000 Jahre alte Pagode besteht aus fünf Räumen, die mit mehreren Buddha Statuen und Gaben gefüllt sind und täglich hunderte von Einheimischen zum Beten anlockt. Hier findest du auch die drei Buddha Statuen aus der Vergangenheit, der Gegenwart und der Zukunft vor. Einen Besuch ist dieser Ort auf jeden Fall wert, wirkt dieser, auch wenn er direkt an der Straße gelegen ist, doch so weit entfernt von allem anderen. Auch wenn sich in dieser Pagode eine große Anzahl an Menschen aufgehalten haben, war dies alles andere als störend. Ganz anders war dies bei der Tran Quoc Pagode, einem der Touristen-Highlights direkt im Süden des Westlakes. Die Tran Quoc Pagode ist die älteste ihrer Art in Hanoi und aufgrund ihres Baustils absolut einzigartig und sehenswert. Allerdings fanden wir hier leider etliche Reiseleiter gefolgt von unüberschaubaren Menschenmassen vor, die sich leider noch nicht einmal an die Kleiderverordnung - bedeckte Schultern und keine nackten Beine - hielten. Wir machten also kehrt, um die Rushhour abzuwarten, um zu einem weniger turbulenten Zeitpunkt einen Blick auf das imposante Bauwerk zu werfen. Der Eintritt für beide Pagoden war frei. Der Literaturtempel von Hanoi Eines unserer Ziele war auch der bedeutende Literaturtempel, ein Anlagenkomplex im chinesischen Stil, der aus fünf Innenhöfen besteht und aus dem ein Part der Kollektion 2010 zum UNESCO Weltdokumentenerbe aufgenommen wurde. Der Tempel liegt ein wenig versteckt oder teilweise auch unerkannt als solcher, umrandet von hohen Mauern im Westen der Stadt. Wir gingen auf eigene Faust durch die Anlage, hatten wir doch unsere Freundin Xiao, unsere persönliche Reiseführerin dabei, die uns die Bedeutungen der chinesischen Schrift an den Mauern, Säulen und Gegenständen bis ins Detail erklären konnte. Im Inneren des Tempels betäubt der Geruch dutzender Insent-Stäbchen die Sinne, während die Menschen beten, Gruppen sich für Fotos aufstellen oder Reiseleiter samt Gefolgschaft in die Tiefe der Geschichte eintauchen. Der Eintritt kostete 30.000 VND, ca. einen Euro pro Person. Und noch 'ne Kirche! Definitiv sehenswert ist hierbei die St. Joseph Cathedral, die in der Nähe vom Hoan Kiem See liegt und von kleinen Straßen mit Cafés, Bars und Geschäften umgeben ist. Hierbei handelt es sich um eine römisch-katholische Kirche, die nur während der Messen für die Besucher offen steht. Dieses Glück öffnete uns tatsächlich die Pforten. ? In den Cafés und Restaurants kannst du zeitgleich lokale Köstlichkeiten und den grandiosen Ausblick auf die Kathedrale genießen. Sehr zu empfehlen! Nachts um den Hoan Kiem See Hanoi ist voll von Verkehr, selbst auf den Bürgersteigen sieht man teilweise Mopeds herumfahren. Daher entschlossen sich die Verantwortlichen dazu, jedes Wochenende die gesamte Straße um den Hoan Kiem Lake für jeglichen Verkehr zu sperren, so dass der Bereich von Freitag bis Sonntagnacht zur Fußgänger-Zone umdisponiert wird. Eltern mit ihren Kindern, Jugendliche, Rentner und Touristen mischen sich im bunten Treiben auf den Straßen um den See herum und von überall ertönt Musik, das Kichern der Kinder oder die lauten Stimmen einiger Verkäufer, die ihr Glück an diesen Abenden versuchen. Auf dem Hoan Kiem See sorgt die Beleuchtung der Ngoc Son Pagode für eine eindrucksvolle Kulisse und weitere Lichtspiele für abwechslungsreiche Eindrücke. Sowohl für die Einwohner von Hanoi als auch für die Besucher ist diese temporäre, mehrspurige und große Fußgängerzone eine willkommene Erholung vom sonst so stressigen Verkehr und dem damit verbundenen Abgasen. Hanoi goes Eco ?, wenn auch nur im kleinen Maßstab. Daran sollten sich noch viel mehr Städte ein Vorbild nehmen. Essen in Hanoi Das Essen in Hanoi ist auch hier lecker, frisch und günstig. Jedoch gab es endlich genau die Speise, von der wir bereits mehrfach berichtet haben – die langersehnte Spezialität Bun Cha. Wir waren im Paradies der lokalen Spezialitäten angekommen. Bun Cha, Bun Nem oder auch Bun La Lot sollten definitiv einmal auf deiner Speisekarte in Hanoi stehen. Teilweise bekommst du die großen Portionen bereits für ca. 2 Euro. Als hätten wir fünf Mägen, haben wir uns durch so einige Bun Chas gegessen, egal zu welcher Tageszeit, auch als Frühstück eignet sich die Speise bestens. Des Weiteren ist das Beefsteak Bang Mi einen Geschmackscheck wert. Erschreck dich aber nicht, mehr als dies wirst du an diesem Tag wohl nicht mehr essen, so fettig/ölig wie das Gericht ist. Freunde treffen Da Martin wie erwähnt für ein halbes Jahr in der Stadt gelebt hatte, hieß es natürlich alte Freunde besuchen und auf tolle, neue Momente anstoßen – das gemeinsame Essen nicht vergessen, in Gesellschaft lässt es sich bekanntlich besser schmecken. :D So hatten wir zum Beispiel einen wundervollen Abend im Anita's Cantina (Facebookseite, Tripadvisorseite) von unserer Freundin Lee Suzi, einem mexikanischen Restaurant. Dies liegt am Westlake und erfreut sich größter Beliebtheit, meist unter der Expat-Community. Am Wochenende solltest du dort auf jeden Fall reservieren, es kann sehr voll und lebhaft werden. Die anderen Abende trafen wir uns in den typischen vietnamesischen Hallen mit weiteren Freunden, in denen wir munter schnabulierten, tranken, und uns austauschten, sowie jede Menge Spaß hatten. Fazit: Auch wenn Hanoi tatsächlich eine sehr hektische und überfüllte Stadt ist, trifft sie mit ihrem besonderen Flair und Charme genau ins Herz. Diese Stadt lässt deinen Aufenthalt definitiv nicht langweilig werden, bietet sie neben den ganzen Sightseeing-Plätzen doch auch so viele schöne grüne Punkte und Seen. Wir haben die Stadt in unser Herz geschlossen, die Liebe zu ihr entfacht oder wieder belebt und freuen uns auch in Zukunft wieder hier Freunde zu treffen, Veränderungen zu erkunden und in das Leben einzutauchen.