zu-hause

Es glauben immer noch viele Eltern, dass es reicht dass die Kinder genug zu essen haben und eine gute Schulbildung und vielleicht noch ein Dach über dem Kopf.
Aber was Kinder tatsächlich brauchen ist Zuneigung, ist Zuwendung und auch Anerkennung und Respekt !
Wir haben es hier nicht mit einem Möbelstück zu tun, sondern mit einem Kind.Das heißt wenn ich ein Kind habe, dann sorge ich dafür, dass sich dieses Kind geliebt fühlt und gesehen fühlt und wertgeschätzt wird.
Wenn Kinder das nicht bekommen, was aber die wichtigste Grundlage fürs Leben ist, dann werden sie rebellieren, wenn sie Glück haben, wenn sie stark genug sind und sie werden ausbrechen, es sind ja keine meinungslosen Wesen die man bevormunden kann, die müssen ihren eigenen Weg gehen können… (…)
—  Ruth Marquardt
Wunderbares

Wie die Tauben aus der Ferne riefen und wohl hockend auf der Fernsehantenne Rufe in die Welt zurückgaben. Wie gerne hätte er ihre Botschaften verstanden.
Hinter seiner Jalousie hatte der Tag gewartet, noch unentdeckt, noch reich an Empfindungen und kleinen Abenteuern.
Teller und Becher klapperten in der Küche auf den Tisch, ein Auto wurde angeworfen und kollerte über das Kopfsteinpflaster. Er hatte noch fünf Seiten des Buches und las und klappte es traumverloren zusammen.
Noch einmal hörte er den Tauben zu, betrachtete den kleinen, noch träumenden Wecker, wartete, bereits ganz unruhig im Bauch geworden. Hangelte sich das Hochbett herunter und fühlte den Teppich unter seinen Füßen. Er schlug die Hände zusammen und wendete sich im Kreis herum. Mit diesem Ritual wollte er das wiedererwachte Leben begrüßen und Willkommen heißen. Wie wohl ihm war.
Er riss das Fenster auf, beugte sich hinaus und roch den Wind des Kommenden. Weite war in ihm und Reisen mit dunklen Koffern und wichtigen Vorhaben.
Kaffeegeruch kam ihm entgegen, wie er die Treppe hinunterrannte und nun fühlte er die kalte Küchenklinke. Hörte das Radio hinter der Tür. Noch einmal verharrte er, kostete Vorfreude auf frische Brötchen und Waldhonig. Trat in den vertrauten Wirbel Wertschätzung. Wie wurde auf ihn gewartet.
“Warum kommst du denn erst jetzt!?”
Wollte man von ihm wissen.
“Weil es auf dem Weg so viel Wunderbares gibt.”
Er wollte darüber reden, doch er verstummte, weil er bemerkte, dass er nicht verstanden wurde oder nur seinen Worten nach und nicht seinen Empfindungen.
Wie man eine ganze Welt verlieren, wenn man groß wird, und das Wunderbare nicht weiter fühlen und wie man ihm verloren gehen kann, ohne es wirklich wahrzunehmen. Weil wir keine Kinder mehr sein wollen. Weil die Welt nicht weiter nach uns ruft.

  • <p> <b>Ich:</b> Ich kann mich zu Hause nicht auf Schulisches konzentrieren.<p/><b>Ärztin:</b> Weshalb? Was bringt Sie aus der Ruhe?<p/><b>Ich:</b> Gedanken. Meine Gedanken.<p/><b>Ärztin:</b> Welche Gedanken sind das?<p/><b>Ich:</b> ... Gedanken über mein Leben, meinen Prozess, die letzen zwei Jahre, meine Situation, meine Zukunft und all das hier. Es bringt mich um.<p/></p>