zapfen

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Besinnung “Gestaltwahrnehmung

Denn mit der Erde (in uns) sehen wir die Erde, mit dem Wasser das Wasser, mit der Luft die göttliche Luft, aber mit dem Feuer das vernichtende Feuer, mit der Liebe die Liebe, den Streit mit dem traurigen Streite.“ Empedokles
Zapfen des Urweltmammutbaums (Metasequoia glyptostroboides) auf Bienenwachs mit Rügener Kreide. > shop


contemplation box “gestalt effect

“For it is by earth that we see earth, and by water water, and by air glorious air; so, too, by fire we see destroying fire, and love by love, and strife by baneful strife.“ Empedocles
Cones of Metasequoia glyptostroboides on beeswax with Rügen chalk.
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Urweltmammutbaum-Zapfen / Dawn Redwood cones (Metasequoia glyptostroboides)

der zerstreute Blick - wieder gesichtet!

Früher habe ich gerne an die Decke geschaut - in die Rauhfaserdecke -
schon als Kind - morgens nach dem Aufwachen - auf dem Rücken liegend - dösend und geblinzelt, die Augen leicht verengt und geschaut und gewartet
was erscheint - was es zu sichten gibt.  
Es ist auch eine Art „nicht hinschauen“, daneben schauen. Unscharf stellen.
Langsam tauchten Gesichter auf - erst an einem Fleck - dann nach und nach mehr and mehr -  klar oder verschwommen, große und kleine - nah und weit entfernt. Manche flüchtig, manche sehr beständig.
Es ist wie ein kleiner Energie Flash, wenn ein Gesicht auftaucht.

Nach einer Weile verselbständigt sich das Spiel und es ist ein Springen von Gesicht zu Gesicht / von Gesichteten zu Gesichteten.
Ich vergesse, ob ich etwas tue oder ob es sich tut.
Es entsteht eine Kommunikation - ein Mienenspiel.  

Die Unterscheidung von Wand-Objekt und mir-Subjekt löst sich auf.
Meine Netzhaut scheint sich auf der Decke widerzuspiegeln. Als wäre die Wand die Innenfläche meines Auges. Die Spiegelfläche, der Bildschirm meiner Innenwelt. Als sei ich (mitten in der) Materie.
Was ist das für ein wundervoller Zustand.

Seit ich in Berlin wohne, sind die Decken zu hoch, damit die Augen sich unscharf stellen können. Und die Decken sind glatt.
Ich vermisse diesen dösenden Blick der Zerstreuung.

Was für eine Freude, als ich die Urweltmammutbaum-Zapfen genauer betrachtete - meine Augen haben sofort das alte Spiel wieder aufgenommen.
Und mit Experimenten begonnen. Auf dem Foto kann man vielleicht erkennen, dass es auf die Entfernung und/oder Unschärfe ankommt, um ein Gesicht zu erkennen….  

Kann mir jemand von ähnlichen Erfahrungen berichten?


the dispersed look - sighted again

In past times I used to look at the ceiling, into the german woodchip wallpaper.
I hate this wallpaper, but I discovered something wonderful: even as a very young child - lying on my back - in the morning after waking up dozing - in the half-sleep, I looked up into this chaotic pattern and blinked, narrowed my eyes lightly and waited for all the things that will appear.
It is a kind of “not looking“, looking beside. Defocussing.
Slowly appeared faces - first only in one spot - then gradually more: clear or blurred, large and small - close and far away. Some fleeting, some very resistant. It’s like a little energy flash when a face appears.

After a while the game become independent and it is a jump from face to face / from sighted to sighted.
I forget whether I am doing something, or whether it is doing.
The distinction between wall-object and me-subject dissolves. My retina seems to be reflected on the ceiling. As if the wall is the inner surface of my eye. The mirror / screen of my inner world. As if I were (in the middle of) matter.
What was this a wonderful state of being.

Since I live in Berlin, the ceilings are too high to make the eyes defocusing. And the ceilings are smooth. I miss this dozing view of dispersion.

What a joy when I looked closer at the redwood-cones - my eyes were immediately taken up to the old game again.
And I started with experiments. In the photo you can see perhaps that it depends on distance / unfocus.

Can anyone tell of similar experiences?