wissens des lebens

Ayurveda - mit ihrer Kunst das Leben geniessen

Zu Sri Lanka gehört auch Ayurveda. Das Sanskrit Wort “Ayu” bedeutet Leben in all seinen Aspekten, von der Geburt bis zum Tod. Das Wort “Veda” bedeutet Wissen und Lernen. Ayurveda ist eine Naturheilkunde, besser gesagt sogar eine Lebensphilosophie, und hat das Gleichgewicht von Körper, Geist und Seele des Menschen zum Ziel.  
Die klassische Schulmedizin beschränkt sich auf die Behandlung des kranken Bereichs, dagegen behandelt Ayurveda den Menschen in seiner Gesamtheit.

In der berühmten Heilkunst spielen die fünf Elemente Raum, Luft, Feuer, Wasser und Erde eine entscheidende Rolle.  Aus ihnen leiten sich die drei fundamentalen Doshas, die im Mittelpunkt der Lehre stehen, ab:  Vata, Pitta und Kapha. Diese müssen untereinander harmonisch sein, wobei bei fast allen Menschen ein Dosha besonders ausgepraegt ist. Bei mir ist das Kapha. Per Pulsdiagnose bestimmt der Ayurveda-Arzt die Werte und den Typus. Maximum ist 12, das ist ein Spitzenwert!  Ayurvedaaerzte haben entweder studiert an einer Universität oder ein Doktorvater/  Mentor hat ihnen die hohe Heilkunst vermittelt.  Bei seiner Diagnose betrachtet er aber auch Augen, Zunge, Haut und Ohren: auch sie verraten Ungleichgewichte.

Vata steht für Bewegung; kontrolliert die Nerven und die Zellteilung, gibt innere Stärke und Willenskraft. Eine Unterfunktion führt zu Schweregefühl im Körper, zu Trägheit – eine Überfunktion lässt den Körper austrocknen und führt zu Lähmungen, Schlaflosigkeit, Psychosen.

Pitta ist für den Stoffwechsel zuständig, Massstab für  Koerpergewebe und -temperatur, Hunger- und Durstgefühl sowie die Sehkraft. Pitta steht für Mut, Tapferkeit, Intellekt, Klarheit und Heiterkeit. Eine Unterfunktion führt zu Verdauungsstörungen, Kältegefühl im Körper und fahlen Aussehen – eine Überfunktion sorgt für Heisshungerattacken  und uebermaessiges Trinken. Fieber, Hautausschlägen und Hypersensibilität sind auch Anzeichen einer Pitta -Störung. 

Kapha ist das Prinzip der Standfestigkeit und ist für die Schmierung des Körpers verantwortlich. Kapha steht für Geduld, Seelenstärke und Begierlosigkeit, gibt das Gefühl von Zufriedenheit und Glück. Eine Unterfunktion führt zu Depressionen – eine Überfunktion zu Übelkeit, Schweregefühl, Wasseransammlungen im Körper, Lethargie. 

Im Klartext, wenn dir die Schulter weh tut, dann ist sie vielleicht abgenutzt, zuviel Vata. Oder mit der Schmierung deines Gelenks stimmt etwas nicht, zu wenig Kapha!

Und wie werden jetzt die Störungen beseitigt, wie wird ein Gleichgewicht geschaffen?
Die Zauberformel heisst Öl, Öl und nochmal Öl! Gutes Öl!  Ganz wichtig ist auch die richtige Ernährung, entsprechend dem Typus. Ich als Kapha-Mensch sollte viel Mandarinen essen (sehr schwierig im Sommer) und wenig Steaks ( und ich freue mich doch schon so auf das Blockhouse in der Leopoldstrasse bei meiner Rückkehr in München )  

Es gibt verschiedene Öle, der Arzt bestimmt den Einsatz, auch verschreibt er Extrakte aus Kräutern und Wurzeln; Yoga und Meditation unterstützen den Heilungsprozess. Basis einer erfolgreichem Ayurveda-Kur ist auch die Reinigung des Körpers, nicht nur durch Oelanwendungen. Darm- und Nasenreinigung sind nicht so beliebt wie die diversen Massageanwendungen, wo mehr der Reiniungseffekt im Vordergrund steht als der physisch-therapeutische Ansatz. Trotzdem, ich will dir ja jetzt auch gar nicht von der vierhändigen Synchronmassage vorschwärmen.
 
Ayurveda wird nicht nur bei Krankheit angewendet sondern auch zur Vorbeugung und zur Vermeidung von Krankheiten. Auch sagr man einer Kur einen Verjüngungseffekt nach: Rasayana, die Stärkung und Verjüngung von Körper Geist und Seele.
Eine gute, langjährige Freundin von mir meinte, das habe ich gar nicht nötig, ausserdem sollte ich zu meinem Alter stehen.
Keineswegs ist Ayurveda ein Jungbrunnen, eine Wunderkur oder beseitigt alle Spuren  einstiger oder kuerzlicher Jugendsünden  (Anm.: wie gut, dass wir sie gemacht haben!), aber es ist Balsam für Body & Soul.  

Und ich persönlich finde, wenn das das Spiegelbild wiedergibt, kann das nicht verkehrt sein.