wirtschaft

Höher. Schneller. Größer, Weiter - Einfach mehr. Dieses kapitalistische Mantra des Konsums birgt für uns unglaubliche Vorteile. Wir können unser Leben durch das quasi unbegrenzte & kulturell-vielfältige Angebot unserer globalisierten Gesellschaft mit unsagbar vielen Dingen füllen. Wo früher Entweder-Oder-Entscheidungen erforderlich waren, können heute mittels steigender Gehälter & sinkender Preise mehrere Optionen in Anspruch genommen werden. Kurz und Knapp: Wir kriegen mehr für weniger. Doch wo wird dann dieser Preis für uns gezahlt?

Die Antwort ist einfach, in den Ländern die nicht an der Spitze der wirtschaftlichen Nahrungskette stehen. Dort wo Hungerlöhne gezahlt werden & Kinderarbeit herrscht. Genau dort wird dieser Preis gezahlt und das auch nicht von uns, sondern von den dort ausgebeuteten Menschen. Wenn wir uns beispielsweise Kleidung kaufen, dann konsumieren wir nicht nur ein Stück Stoff, sondern auch die Dienstleistung/Arbeit derer die es gefertigt haben. Diese minimal bezahlte Arbeit ist der Preis den wir nicht zahlen. Und um unsere Konsumsucht zu befriedigen, werden zwar unsere Preise gesenkt, doch die der Arbeiter müssen deshalb steigen. Den Preis den sie zahlen müssen ist Lohnverzicht, schlechte Arbeitsbedingungen, ihre Gesundheit & ihre Zeit. Wir verbrauchen letztlich nicht nur Güter, sondern auch Menschen. Und wie auch die Dinge die wir kaufen, ist irgendwann die Zeit eines solchen Menschen abgelaufen. Wenn sie dann nicht mehr “funktionieren” und werden sie wie ein altes Handy als unbrauchbar deklariert & “weggeworfen”. All das was wir für Spottpreise kaufen, um unser Leben zu verschönern, verkürzt das anderer Personen. Der Drang zu nehmen steigt durch unsere Medien & Wirtschaftsform exponentiell, doch der Drang zu geben entwickelt sich nicht ansatzweise proportional dazu, was zu dieser kapitalistischen Krankheit des “Menschenkonsum” führt.

Eines muss ich allerdings gestehen: Die geäußerte Kritik, ist doch etwas heuchlerisch. Wenn ich mich kategorisieren müsste, so wäre ich noch ganz sicher der obere der beiden Menschen auf dem Bild. Ich bin kein “Aussteiger” oder ähnliches. Auch ich gehe noch in Läden wie H&M auf Schnäppchenjagd, wohl-wissend, dass ein Fair Trade 5-Euro-Pullover Utopie ist. Was ich aber glaube vielen meiner Mitmenschen voraus zu haben ist nicht in einen “Strudel des Konsums” geraten zu sein. Ich glaube nicht ständig neue Sachen kaufen zu müssen um alte zu ersetzen & zu wie mir eingeredet wird zu verbessern. Im Gegenteil selbst wenn eine simple Sache wie meine Fahrrad-kette kaputt geht, versuche ich sie verzweifelt zu reparieren, bevor ich mich ihr entledige. Anstatt mir wie viele andere jährlich neue Technik zuzulegen, vertraue ich weiterhin auf mein 4 Jahre altes Handy, meinen 5 Jahre alten Computer & meinen 1000 Jahre halten Röhrenfernseher. Ich persönlich finde stetiger Konsum ist für den einzelnen keines Wegs nötig & weitestgehend vermeidbar. Leider ist es aber nicht für unsere Wirtschaftsform vermeidbar, da sie gänzlich auf Wirtschaftswachstum und somit unseren Konsumwahn ausgelegt ist. Hier ist meiner Meinung nach der Punkt der unbedingt ausgebessert werden muss! Ich bin wirklich kein Kapitalismus-Gegner, im Gegenteil, ich finde seine grundlegenden Ideen wie das Recht auf Privateigentum oder wirtschaftliche Selbstbestimmung gut & wichtig. Allerdings gibt es im freien Kapitalismus eben auch große Nachteile wie eben angeführte soziale Ungleichheit. Eine perfekte Lösung wäre für mich eine Art global-organisierter, gemäßigter & sozialer Kapitalismus, denn es ist in meinen Augen gerade heuchlerisch & falsch Hungerlöhne in Deutschland für unsozial zu erklären & zu verbieten, nur um sie in anderen Ländern zu fördern. Doch solange man selbst nicht Opfer der negativen Folgen solchen Verhaltens ist, werden solche Dinge einfach ignoriert & die Vorteile stillschweigend genossen. Natürlich hat Deutschland anderen Nationen wie den USA durch seine soziale Marktwirtschaft einiges voraus, doch dies ist einfach nicht genug. Man darf die Sozialstaatlichkeit nicht nur auf Mikroebene sehen, sondern muss sie auf die Makroebene beziehen. Eine einheitliche, weltweite Wirtschaftsform die sozial-orientiert ist, ist die einzige Lösung für dieses Problem. Und wer sich nach der Leistungsgerechtigkeit fragt und behauptet diese Unterschiede seien fair, den frage ich nach der sozialen Gerechtigkeit. Was haben wir denn besser gemacht als diese Menschen? Nichts. Wir hatten einfach nur mehr Glück hier geboren worden zu sein. Wir können nur unsere Leistung erbringen, weil unsere Privilegien uns die Chance dazu einräumten. Wäre die Beibehaltung dieser verzerrten Situation zu unseren Gunsten, denn nicht sozial ungerecht?

Beste Länder: Movers

„Movers“, also die Länder, welche in den nächsten Jahren durch einen großen ökonomischen Wachstum (gemessen am Bruttoinlandsprodukt Pro-Kopf Kaufkraftparität) gezeichnet sein und vor neuen Herausforderungen stehen werden.

Die fünf Länder* die aufgrund ökonomischen Wachstums Herausforderungen meistern werden:
1. Indien
2. Singapur
3. China
4. Thailand
5. Japan

* Alle anderen farblich markierten Länder sind ebenfalls Teil der Erhebung.

Stand: 2016

Quelle: Movers (Liste)

zeit.de
Warum uns das iPhone Milliarden kostet
Apple macht mit dem iPhone Milliarden. Doch auf den Gewinn zahlt der Konzern kaum Steuern. Wir haben erstmals berechnet, wie viel Steuereinnahmen Europa dadurch verliert.
By ZEIT ONLINE GmbH, Hamburg, Germany

Die Zeit hat das Problem der mangelhaften Besteuerung von internationalen Konzernen in Europa noch einmal schön visualisert. Es steckt keine wirklich neue Information drin, dass Apple, Amazon, Google, Microsoft, Starbucks, und viele andere Firmen lächerliche Steuersätze bezahlen, ist für Stammleser in dieser Ecke des Internets nun wirklich keine Neuigkeit mehr.

Die Zeit schätzt die Summe der gesparten Steuern nur für das iPhone auf etwa 8 Milliarden Euro in den letzten 5 Jahren. 9 Milliarden hätten gezahlt werden müssen, etwa 1 Milliarde wurde gezahlt.

Das Problem ist seit Jahren bekannt, getan hat die EU bisher verdammt wenig. Irland hat angeblich das Steuerloch geschlossen, gleichzeitig aber so viele neue geöffnet, dass die Effektiv-Besteuerung der Firmen kaum steigen dürfte. Und so lange Luxemburg und die Niederlande nichts unternehmen, verpufft eh jede Änderung in Irland, weil dann die PriceWaterhouseCoopers der Welt den Briefkasten der Steeursparfirma in das gerade passende Land verlegen …

Jeder ist heute ein selbstausbeutender Arbeiter seines eigenen Unternehmens. Jeder ist Herr und Knecht in einer Person. (…) Und aufgrund der Vereinzelung des sich selbst ausbeutenden Leistungssubjekts formiert sich kein politisches Wir, das zu einem gemeinsamen Handeln fähig wäre. Wer in der neoliberalen Leistungsgesellschaft scheitert, macht sich selbst dafür verantwortlich und schämt sich. (…) (Man) richtet die Aggression gegen sich selbst. Diese Autoaggressivität macht den Ausgebeuteten nicht zum Revolutionär, sondern zum Depressiven.
—  Byung-Chul Han

Beste Länder: Quality of Life

„Quality of Life“, also die Lebensqualität zeichnet sich durch den Zugang zu Lebensmitteln und Nahrung, sowie Behausung aus. Zudem sind die Kategorien Bildung und Gesundheit auch von Wichtigkeit. Die folgenden Kategorien wurden analysiert: Kostengünstig, guter Arbeitsmarkt, ökonomische Stabilität, Familienfreundlichkeit, Einkommensgerechtigkeit, politische Stabilität, Sicherheit, Bildungssystem und Gesundheitssystem.

Die fünf Länder* schneiden im Bereich Lebensqualität am besten ab:
1. Kanada
2. Schweden
3. Dänemark
4. Australien
5. Niederlande

* Alle anderen farblich markierten Länder sind ebenfalls Teil der Erhebung.

Stand: 2016

Quelle: Quality of Life (Liste)

faz.net
Finnland: 800 Euro Grundeinkommen – für jeden
Die finnische Regierung bereitet offenbar ein monatliches Grundeinkommen für jeden Erwachsenen vor. Sie hat damit vor allem eines im Sinn.
By Frankfurter Allgemeine Zeitung GmbH

Finnland führt (vielleicht) ein bedingungsloses Grundeinkommen ein. Es soll etwa 800 Euro im Monat hoch sein und anscheinend wirklich bedinungslos sein. Sprich: Es bekommt jeder. Ob er arbeitet oder nicht, ob er nicht arbeiten kann und auch, wenn er nicht arbeiten will. Refinanzieren will Finnland das allein über die Streichung (fast) aller anderen Sozialzahlungen, Steuererhöhungen scheinen nicht geplant.

Finnland macht das aber nicht nur, um sozial total gerecht zu sein, sondern auch, um den Sozialstaat zu verschlanken, genauer gesagt die Verwaltung des Sozialstaats zu vereinfachen. Einfach jedem 800€ auszuzahlen ist natürlich viel einfacher als zu prüfen, ob und wie bedürftig jemand ist, und in jedem Einzelfall zu prüfen, ob jemand arbeiten will.

Das sind aber nur Nebeneffekte, der Hauptgrund für das Experiment ist die hohe Arbeitslosenquote, die man mit dem BGE senken will. Und die Überlegung dahinter ist einfach: Wer schon 800 Euro fest vom Staat bekommt, arbeitet möglicherweise auch für ein paar Euro die Stunde. Durch diese gesenkten Löhne sollen neue Arbeitsplätze entstehen.

Das freie Spiel der Kräfte am Arbeitsmarkt ist in Finnland möglich, weil es dort keinen gesetzlichen Mindestlohn gibt. Theoretisch wären also auch 5 Euro die Stunde denkbar, damit verdient man zwar nur 800€ im Monat, aber es kommen ja noch 800 Euro vom Staat oben drauf.

Sollten die Finnen wirklich das 800-Euro-BGE beschließen, wird es ziemlich spannend: Wird das die Arbeitslosigkeit senken? Auf welchemm Lohnniveau werden die neuen Arbeitsplätze entstehen? Sinkt durch das BGE am Ende vielleicht das komplette Lohnniveau, auszuschließen ist das nicht.

Eigentlich müsste die exportorientierte deutsche Wirtschaft an einem durch das BGE gesenktem Lohnniveau hochinteressiert sein. Ist sie aber nicht. Versteh ich ehrlich gesagt nicht ganz …

Update (22:11):

Okay, Kommanda zurück. Laut Zeit ist das erstens kein bedingungsloses Grundeinkommen, zweitens auch nichts landesweites, sondern die konkreter werdende Idee eines (wahrscheinlich lokal) begrenzten Versuchs, und drittens ist die Höhe wohl eher bei 560 als bei 800€: Zeit: Ein bisschen Grundeinkommen.

Da hat die FAZ (bzw. im Ursprung Quarz) wohl ne ziemliche Ente in die Welt gesetzt …

Nachrichtenmeldung über Großbrand in kik-Filiale mit 56.- € Sachschaden - auf: WitzeMaschine.com 

80. Trotzdem ist Gott, der gemeinsam mit uns handeln und auf unsere Mitarbeit zählen möchte, auch imstande, manches Gute aus den Übeln zu ziehen, die wir vollbringen, weil „der Heilige Geist eine unendliche Einfallskraft besitzt, die dem Denken Gottes eigen ist, der auch die Schwierigkeiten der kompliziertesten und undurchdringlichsten menschlichen Schicksale zu lösen weiß“.[…]

New Post http://www.dokuhouse.de/dokus/blackrock-die-schattenregierung-der-usa/

BlackRock - Die Schattenregierung der USA

BlackRock – Die Schattenregierung der USA
Die Dokumentation handelt von “den wirklich Mächtigen an den Schaltstellen des großen Geldes”, wie es der Sprecher am Anfang des Films treffend beschreibt. Gemeint sind damit die Schattenbanken, die jenseits der Regulierung des konventionellen Bankensektors ihr Unwesen treiben (können). Am Beispiel des größten Players auf dem Schattenbankensektor Blackrock (http://www.blackrockinvestments.de) zeigen die Macher der Reportage, welche Macht diese Hedgefonds mittlerweile besitzen.
Blackrock, der Größte im Schatten

Blackrock ist mit einem Anlagevermögen von vier Billionen Dollar der größte Finanzakteur der Welt und hat ein weltweites Netz aus Unternehmensbeteiligungen. Auch in Deutschland ist Blackrock an nahezu allen deutschen Unternehmen beteiligt, allein in neun Dax-Konzernen (BASF, E.ON, Deutsche Bank, Lufthansa, Siemens, Allianz, RWE, Daimler, SAP) ist Blackrock der größte Aktionär. Entsprechend ist der Einfluss von Blackrock gewaltig, die Verschwiegenheit ist allerdings genauso gross, wie die Transparenz klein ist. Blackrock sammelt das Geld von Pensionsfonds, Rentenversicherungen, Großanleger und Superreicher ein und legt es überall an, wo es Rendite verspricht. Mit ihrem gewaltigen Anlagevermögen, ihrer vielfältigen Beteilungen und guter Vernetzung hat Blackrock gewaltigen Einfluss und große Durchsetzungskraft. Larry Fink, der Gründer von Blackrock ist bestens vernetzt, kennt Politiker wie den US-Finanzminister Geithner oder Notenbanker wie Ben Bernanke oder Mario Draghi.

(Doku Quelle: Youtube.com)