wirre-gedanken

  • Lehrer: Nennen sie mir einen Schutzmechanismus.
  • Ich: Schlaf.
  • Lehrer: Schlaf ist kein Schutzmechanismus. Denken sie nochmal darüber nach.
  • Ich: Natürlich ist schlaf ein Schutzmechanismus. Er schützt vor den Menschen, vor der Welt, vor den Problemen. Wenn ich schlafe, bekomm ich nichts mit. Ich bin geschützt.
  • Lehrer: Wir reden nach der Stunde.
  • Ich: Nicht nötig, wirre Gedanken, mehr nicht.
Aller Anfang ist leicht

Was will ich hier eigentlich? Ich möchte Platz haben für meine wirren Gedanken, Zeit finden, sie zu ordnen und neue zu fassen. Es geht mir hier alles zu schnell und ich kann mich nicht mehr konzentrieren. Das ist eigentlich eine wichtige Fähigkeit, die es zurückzugewinnen gilt. Mit diesem Blog nun neben E-Mail, Facebook, WhatsApp und Twitter die fünfte digitale Kommunikationsform (parallel!) zu eröffnen ist vielleicht nicht die klügste Taktik, aber vielleicht ein Schritt in die richtige Richtung - denn:

Alle anderen machen wirr, sie geben Input und das am laufenden Band, sie rufen nach mir, in jeder freien Minute; wenn die Vorlesung gerade mal langweilig ist, vor dem Einschlafen und auch noch vor dem Aufstehen, ja sogar während der Autofahrt an der roten Ampel!

Das soll hier natürlich nicht so ein rückschrittsorientierter Analog-Blog werden, sondern vielmehr eine Plattform zum kondensieren, zum konzentrieren. Ich möchte auch über Pläne und Träume schreiben und meine Meinung über die Welt da draußen. Und natürlich über den Strom, gegen den zu schwimmen es sich lohnt! Nur so kommt man nämlich zur Quelle!

In der Schulzeit, in meinem letzten Schuljahr, hatte ich eine Lehrerin
Kunstlehrerin. Sie hat unabdingbar an mich geglaubt. Von der ersten Selunde an. - dazu muss ich vielleicht sagen, dass ich mich mit so ziemlich jedem Lehrer angelegt habe (ausser ihr) und dadurch nicht sehr beliebt war - Sie hat meine Bilder angeschaut, meine Photographien und alles verstanden. Wir sprachen kaum darüber, aber alles war klar, logisch und irgendwie in dem richtigen Klang. Es war, als ob, unsere Seelen sich wieder begrüssen würden. Wir hatten uns lange gesucht. Ich glaube meine Seele ist alt. So alt für meinen, damals so unsicheren und ungeschickten Kopf. Aber sie, war der erste Mensch, der mir Zuversicht, in diesem Körper beigebracht hat.

Und die Quintessenz ist: natürlich ist man “besser”, wenn jemand an Dich glaubt. Zuversichtlich mit und für Dich ist.

Ich will mich entschuldigen

Weil mein Mund nach Galle schmeckt, aber meine Wut nur nach müdgewordenem Hass, ich träume von Revolution und scheitere schon an der Frage nach dem wofür. Aber hey, immerhin habt ihr eine gute Zeit und ich komm schon klar im überhaupt nichts auf die Reihe kriegen.

Ich würde gerne lernen zu schweigen aber stattdessen kritzle ich Seiten voll mit wirren Worten die ich zu oft schon gesagt und mit halbherzigen Hammerschlägen verewigt habe. Ich schlage die Faust gegen die Wand und breche mir die Finger also lasse ich es und kaue meine Nägel zu Fetzen.
Wir sind im Krieg, muss ja keiner wissen, dass wir uns in den falschen Schützengraben gesetzt haben, uns fehlen sowieso die Waffen.

Ich bin pathetisch, weil ich das Drama hasse, aber ihr erhört eure Dosis und ich bleibe nüchtern und lasse mich von Silben benebeln, vielleicht kommt ja irgendwas aus dem Dunst auf mich zu und wirft mich zu Boden und schlägt auf mich ein und bricht mir das Genick damit das Rückgrad wieder wachsen kann.

Und vielleicht hält es mich fest.

Man sollte nicht so viel nachdenken
man sollte einfach leben, sagen sie
Doch wie geht denn “einfach leben”
wie geht überhaupt das Leben
Meine Gedanken so wirr
ich kann nicht aufhören nachzudenken

WRRRHHUUUMMM, der Motor heult auf. Ich sitze angespannt am Lenkrad meines Autos. Wirr säuseln die Gedanken in meinem Kopf herum, bereit auszubrechen. Hämmern gegen die Schläfen, drücken gegen den Knochen. Ich gebe Gas. Die Reifen quietschen, dann lasse ich die Bremse los. Der Wagen schießt voller Eifer auf die Straße, nichts kann ihn stoppen. Ich fahre in Richtung Autobahn. Es dauert nicht lange, da erreiche ich die Auffahrt. Der Zeitpunkt, abzubrechen, geht vorüber. Ich schließe mich einer kleinen Gruppe anderer wüsten Fahrer an, doch auch sie sollen mir nicht lange Gesellschaft leisten. Mein Kopf wird heiß, immer heißer. In Einklang mit dem Motor, der dröhnenden Maschine, die nur dazu gebaut wurde, hinfort zu fliehen. Weg von all dem Stress. Weg von den Sorgen. Weg von den Gedanken. Weg von allem was mich hält. Hin zum Paradies. 120. Ein gutes Gefühl der Erleichterung kommt in mir auf. Ich bremse nicht. 130. Es wird besser. 140. Der Druck wird weniger. 150. Mein Körper entspannt sich. 160. Die Gedanken können nicht mehr mit der Geschwindigkeit meines Körpers und des Autos mithalten. 170. Ich habe das Gefühl zu fliegen. 180 Rasant, jage ich über den Asphalt, bereit, alles zu vergessen, was mich in den letzten Jahren, Monaten, Tagen und Stunden so belastet hat. Ich überlege mir, wie ich es am besten beenden könnte. Einfach das Lenkrad herumreißen? Nein. Das wäre zu leicht. Ein abgefucktes Leben erwartet auch ein abgefucktes Ende. Es dauert nicht lange, da wird mir die Entscheidung abgenommen. Ein Lastkraftwagen zieht nach links, um einen Sonntagsfahrer zu überholen. Jetzt ist meine Chance. Ich lenke ein, das Gefährt fliegt nach rechts. Vorbei an dem kleinen Auto, auf den Standstreifen der Autobahn. Als ich an den beiden Kontrahenten vorbeizische, sehe ich, wie der Fahrer des LKWs plötzlich Panik bekommt. Während ich das realisiere, habe ich bereits wieder nach links geschwenkt und mein Wagen überschlägt sich. Einmal, zweimal, Dreimal, Viermal. Ich spüre, wie die Straße mir das Dach zerschmettert. Mein Körper schlägt scheinbar überall gleichzeitig auf. Ich werde langsamer und langsamer, bis ich nur noch ein paar Meter auf dem Kopf rutsche. Der LKW Fahrer hat versucht auszuweichen, doch es ist zu spät. Mit 110 Kilometern pro Stunde trifft er mein Auto. Ich bekomme nichts mehr mit. Es herrscht Stille. Unendliche, wunderbare Stille. Ich habe es geschafft. Endlich. Plötzlich, ein ohrenbetäubendes Geräusch, schreit mir in den Kopf. Mein Wecker. Ich kann es nicht fassen, schon wieder dieser Traum. Dabei hat es sich dieses mal so echt angefühlt. Ich stehe auf. Aber ich gehe nicht zur Arbeit. Ich frühstücke nicht und ziehe mir nur meine Schuhe und eine Jacke an. Entschlossen gehe ich zum Auto.

Zur Erklärung: Diese Geschichte hat weder mit einem Traum von mir zu tun, noch habe ich vor, mich umzubringen. Ich wollte einfach etwas Druck loswerden, und das kann ich eben gut in Wörtern umsetzen. Macht euch keine Sorgen, dieser Text ist reine Fiktion. Ich bleibe immer hier :* Hab euch lieb.