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Rhein-Kreis Neuss: Untere Jagdbehörde bittet um Hinweise - Verdacht auf Wilderei

Rhein-Kreis Neuss: Untere Jagdbehörde bittet um Hinweise – Verdacht auf Wilderei

Rhein-Kreis Neuss – In den letzten Monaten hat sich in den Jagdrevieren im Rhein-Kreis Neuss die Zahl illegal geschossener Wildtiere erhöht; außerdem häufen sich nächtliche, nicht zuzuordnende Schüsse und Funde von Patronenhülsen. (more…)

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Wilderei in Deutschland Trotz Schutzstatus bleiben deutsche Behörden untätig?

Wilderei in Deutschland Trotz Schutzstatus bleiben deutsche Behörden untätig?

 

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Der stille Tod

Endlich! Vor wenigen Tagen druckte die Basler TagesWoche meine Reportage über illegale Wolfsjagd in Schweden. Die Story gibt’s noch eine Weile am Kiosk, danach auch online. Dort ist sie etwas umfangreicher.

Dass in den weiten Wäldern Schwedens Wölfe leben, wusste ich seit meinem Austauschjahr in Borlänge 2001/2002. Dass sie die Schweden aber derart stark spalteten, dass die ruhigen Nordländer einander mit dem Tod drohten, Windschutzscheiben einschlugen und Autopneus aufschlitzten, überraschte mich elf Jahre später dann doch. Im schwedischen Magazin Filter las ich ein Interview mit Conny Andersson, einem ehemaligen Polizisten, der nun anscheinend mit Freunden in den Wäldern patroullierte, um die Wölfe vor ausgelegten Fallen und Giftködern zu schützen. Die illegale Jagd auf Wölfe schien tatsächlich weit verbreitet. Schwedische Biologen konnten das Ausmass allerdings bloss errechnen, weil die Tiere spurlos verschwanden. Die Forscher nannten dieses Verschwinden in einem Fachjournal “cryptic poaching”.

Zum Zeitpunkt des Beginns meiner Recherchen im Winter 2012/2013 waren bereits zwei Dokumentarfilme zum Thema ausgestrahlt worden. Während die schwedische Doku “Vargkriget” (als Serie auf Youtube) eine kompromisslose Wildererbewegung porträtiert hatte, hatte sich der norwegische Film “Ulvemysteriet” (als Serie auf Youtube: 1,2,3,4,5,6.) mit einem möglichen Grund dafür beschäftigt: der illegalen Einfuhr der Tiere.

Es erschien als eine Verschwörungstheorie, die neben einiger Fantasie auch durchaus solider Grundlagen nicht entbehrte, wie die Doku zeigte und wie auch meine weiteren Recherchen vor Ort in Värmland später bestätigen sollten. Doch die konkreten Beweise dafür fehlten damals (und tun es noch heute). Mögliche Verantwortliche wie auch Zeugen hatten geschwiegen. Umso erstaunlicher, dass die schwedische Regierung keine offizielle Untersuchung veranlasst hatte. Doch so sehr mich dieses Rätsel auch faszinierte, es zu lösen lag nicht drin. Zudem interessierte mich etwas noch mehr als die Theorie: die Menschen hinter dem aktuellen Konflikt. 

Also reiste ich Ende August 2013 für drei Wochen nach Schweden, wo ich zuerst in Stockholm die Leute des Anti Poaching Unit traf. Ihr Leiter Conny Andersson, der mir eine Patrouille vermittelte, erschien mir als eine spannende Persönlichkeit, die es ausgezeichnet versteht, Leute jeglicher Couleur für den aktiven Wolfsschutz zu begeistern. Dann wollte ich jedoch auch herausfinden, ob die Wilderer tatsächlich brutale Tierhasser waren. Ich hatte mit Leuten in Furudal in Mittelschweden Kontakt aufgenommen und mein Interesse an der illegalen Jagd angemeldet. Doch Fragen nach konkreten Treffen mit Wilderern waren unbeantwortet geblieben. Es sollte sich erst vor Ort zeigen, ob es sie dort gab, ob sie mich treffen wollten und wer diese Leute wirklich waren. Die Antworten auf diese Fragen erhielt ich dann schneller als erwartet. Dafür waren sie um einiges komplizierter.

Vom schwedischen Wolfskonflikt gäbe es unzählige Geschichten zu erzählen: Das Versagen der Regierung und der Medien, die Kapitulation der Justiz. Mich verstörte hingegen am meisten, dass sich nun in den schwedischen Wäldern Menschen bekämpfen, obschon sie so unähnlich gar nicht sind. Es sind Menschen, die die Natur und Tiere lieben, die gesellschaftlich Verantwortung übernehmen, sich engagieren, Zivilcourage zeigen. Menschen allerdings auch, die einander nicht verstehen. Oder vielleicht – nach einer allzu langen Zeit der fruchtlosen Diskussionen – nicht mehr verstehen wollen.

Für die Zusammenarbeit mit der TagesWoche möchte ich mich noch bei Remo Leupin und Amir Mustedanagic bedanken. Dank gebührt auch Daniel Puntas Bernet und Lucas Hugelshofer von Reportagen für konzeptionellen Beistand und Ermutigung, wie auch Andres Eberhard und Cédric Perriard fürs Lektorat.

youtube

Ranger sind häufig die letzten Schutzschilder der Elefanten und Nashörner in der Wildnis und riskieren oft ihr Leben. Mehr als 80 starben im letzten Jahr an der vordersten Front im Kampf gegen die Wilderer.

In China haben Zollbeamte 12 Tonnen (!) Elfenbein beschlagnahmt. Die 3.188 Elfenbeinteile haben einen Schwarzmarktpreis von ca. 74 Mio. Euro. 

China ist bis heute einer der größten Abnehmer illegalen Elfenbeins, für das in afrikanischen Ländern ca. 30.000 Elefanten pro Jahr getötet werden. 

(via Global smuggling ring busted after 12 tons of elephant tusks worth £62million is found by customs officers in China | Mail Online)

In diesem Minuten beginnt eine - hoffentlich - sehr wichtige Veranstaltung am Rande der UNO Generalversammlung in New York. 

Auf Einladung von Gabun und des Auswärtigen Amts werden Regierungschefs und Außenminister vieler Länder sowie CITES und wir über die Wilderei-Krise diskutieren. Unser Ziel: die UNO soll Wilderei nicht nur als Umweltverbrechen anerkennen, sondern es wie den Waffen- und Menschenhandel behandeln. 

Denn die skrupellosen Syndikate töten nicht nur bis zu 30.000 Elefanten und über 600 Nashörner pro Jahr, sondern sie finanzieren auch u.a. die Lord’s Resistance Army (LRA) von Joseph Kony, Dschandschawid-Reitermilizen oder die Terrorgruppe Al-Shabaab.

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