wayoflife

Scheitern.

Das gehört wohl oder übel im Leben dazu. Und ganz egal in welcher Lebenslage, es tut immer weh!
Ich alter und unverkennbarer Romantiker beziehe es, wie sollte es auch anders sein, auf die Liebe.
Mein Gott, wie oft bin ich gescheitert. Wie viele melancholisch gebrochene Herzen mussten bereits mit einer Riesen Ladung Eis und einem verdammt schnulzigen Film wieder geflickt werden bis ich wieder auf einem umgänglichen Level für meine Mitmenschen war?
Viele von euch meinen sicher das man doch teilweise selbst schuld wäre wenn man sich direkt in alles und jeden verliebt. Falsch.
Nicht immer ist es dieses “ich liebe dich gefühl” das dir das Herz bricht. Nicht alle Menschen die mir scheinbar mit einer Bombe das Herz in 100000 kleine Teile zersprengt haben, habe ich geliebt.
Größtenteils war es die Enttäuschung über die Person selbst die sehr weh tat. Aber auch die Enttäuschung über mich, weil ich wieder an etwas glauben wollte was am Ende nicht da war, gab mir oft genug den ganzen Rest!

Im Grunde genommen gab es in meinem Leben nur 2 Männer die mir das Herz so sehr brachen das ich drohte daran kaputt zu gehen.

Mit dem ersten war ich 6 Jahre zusammen. Ich meine… 6 Jahre. Das ist ne verdammt lange Zeit für jemanden der noch nicht einmal die 25 Jahresmarke in Geburtstagen geknackt hat.
Ich war so verliebt. Es war diese “ mein Leben ist mir nicht so wichtig wie deins und darum würde ich für dich ne Kugel abfangen oder vor einen Zug springen” Liebe gewesen.
Ungesund Kinder! Ganz ganz ungesund! Ich will hier niemanden mit Details langweilen.
Im Grunde war da das ganze Programm Gang und Gebe.

Liebe.
Sex.
Alltag.
Mehr Liebe.
Perfektionismus.
Eine eigene Wohnung.
Liebe Liebe Liebe.
Bääääääm.
Trennung seiner Seits aus.

Ich habe 2 Jahre gebraucht bis ich ganz darüber hinweg war! 2 Jahre in denen ich gehofft habe, in denen er mir nicht aus dem Kopf ging und ohne das ich es wollte, immer präsent war.
So oft habe ich mir beim Versuch ihm zu schreiben oder jeglichen Kontakt mit ihm zu suchen auf die Finger gehauen. Ich habe mich gezwungen zu ignorieren. Und das meine lieben, war pures Gift. Ignoranz ist nie gut. Ignoranz klärt nichts. Ignoranz löst keine Probleme und macht auch niemanden glücklich. Nie!!!!

Vor noch gar nicht allzu langer Zeit bekam ich eine Nachricht von ihm. Wie es mir geht. Der ganze Standart Mist eben.
Ich wusste zuerst nicht ob ich reagieren sollte. Ich hatte Angst. Mir ging es eingermassen gut. Aber am meisten hatte ich davor Angst wie ich selbst reagieren würde. Da waren so viele Sachen die ich sagen wollte. So viel Wut die ich in mir hatte! Mit den Jahren legt man sich als Frau auch ganze Konversationen im Kopf zurecht von denen man weiss das man sie nie führen würde. Aber plötzlich war die Möglichkeit dass alles los zu werden so nah!
Es war verführerisch endlich den Dampf abzulassen der sich seit Jahren in mir angestaut hatte. Endlich war sie da! Die Gelegenheit da Gift zu verspritzen und zuzusehen wie langsam ein anderer daran erstickt.
Ich schrieb also zurück.
Überlegte mir bereits eine Taktik wie ich am besten beginne.
Jedoch beschloss ich zuerst freundlich und neutral zu sein. Der Fisch durfte nicht schon vom Haken springen bevor ich die Angelschnur anziehen konnte!
Wie so oft wurde nichts aus meinem Plan. Er wurde vereitelt. Nicht durch ihn. Sondern durch mich selbst.

Er hatte sich bereits ein neues Leben aufgebaut. Er hatte eine neue Freundin die (Und da spricht jetzt kein Neid aus mir) hässlich wie die Bitternacht war. Sie sah verbraucht aus…. sehr dick… kurzsichtig mit einem furchtbar hässlichem Brillenmodell… wahrscheinlich eine die seine Mutter aussuchte. So dass sie auch in die Familie passte. Keine Tattoos, keine Piercings…Keine bunten Haare und immer fein bis oben hin zugeschnürt. Das ganze Gegenteil von mir eben.
Er wohnte immer noch in seinem Kinderzimmer (mit fast 36 jahren).
Er studierte immer noch ( nachdem er bereits vor ca. 10 Jahren das studium begonnen hatte).
Er flog immer noch mit seinen Eltern in den Urlaub. Sein Leben hatte sich bis auf die Auswechslung der Frau an seiner Seite nicht geändert. Und das wollte er auch nie.

Und da passierte es. All der Hass, die Wut, die Verzweiflung und all die bösen und gemeinen in Gift getränkten Wörter verblassten in mir.
Ich sah ihn an und spürte nichts mehr. Gar nichts. Keine Liebe. Kein Hass. Kein Mitleid. Keine Enttäuschung. Nichts.
Das war es was mir fehlte…. das war es was ich brauchte.
Ich brauchte die Zeit…. den Abstand und das Gespräch. Ich sah wo er stand, wie er lebte. Und dann sah ich wo ich stand Und wie ich lebte. Er war es nicht. Nie. Und es hat ganze 8 Jahre gebraucht um das zu sehen.

Beim Zweiten Kandidaten ist es noch nicht allzu lang her. Ich weiss noch nicht genau ob ich dazu später, wenn mein Kopf aber vor allem mein Herz mit der Situation fertig geworden ist , noch etwas genauer darauf eingehen möchte.
Jetzt gerade im Moment kann ich dazu nur sagen, dass ich es war die furchtbare Fehler gemacht hat. Ich habe mit vielen Dingen viel kaputt gemacht was von vorn herein vielleicht ganz anders hätte laufen müssen.
Trotzdem und trotzdessen das ich es anfangs nicht zeigen konnte, war ich verliebt. So so so so so so verliebt. Er holte mich vermutlich da ab wo mich ein anderer hat stehen lassen. Und ich war so dumm und hab es einfach nicht rechtzeitig bemerkt.
Dann war es zu spät. Dämlicherweise merkt man immer erst nachdem man es versaut hat, dass das etwas ganz grosses hätte werden können. Das dieser Mensch Balsam für Herz und Seele war und man sein Leben hätte mit ihm verbringen wollen.
Jetzt da es zu spät dafür ist muss man, oder in der Hinsicht besser gesagt ich, eben mit den Konsequenzen und der Situation klar kommen.
Und das ist schwer. So schwer. An jemanden zu denken der nicht zurück denkt ist hart. Nicht schlafen zu können weil man sich einen Kopf macht ist auch hart. Von ihm zu träumen und beim aufwachen zu wissen das es keine Chance mehr gibt ist aber am aller aller schlimmsten. Man leidet. Laut, leise, still, heimlich, öffentlich… man leidet wie ein getretener Hund. Und dem anderen ist das ganze egal. Ignoranz ist dann das Topping auf dem Eisbecher gefüllt mit Sahne und kalorienweise meloneneis.
Man hat Kopfschmerzen, alles tut weh, alles ist einem egal… Das Herz ist schwer und jeder neue morgen an dem man aus dem Bett muss ist eine ungemeine Qual. Wird das besser?
- Ja. Wann?
- Keine Ahnung.

Sicher ist nur:

Liebe bringt niemanden um. Sie schießt dir ins Knie und lässt dich weiter humpeln.

Gescheiterte Liebe ist schlimm. Sie quält und sie verletzt, sie lässt erkalten und sie macht krank.
Es gibt Menschen die am “Broken Heart Syndrom” bereits gestorben sind. (Weitverbreitet auch bei Katzen.)
Aber so schnell stirbt es sich ja Gott sei dank nicht und auch über den schlimmsten Herzschmerz kommt man weg.
Irgendwann. Irgendwie. Langsam. Schleichend. Heimlich. Und dann doch ganz plötzlich.
Wer weiss schon was die Zukunft bereit hält? Wer weiss schon ob der Plan für einen selbst nicht doch noch eine unerwarteter Wendung nimmt wie in der romantischen Happy end schnulze am Samstag Abend auf RTL?

Wartet. Es geht vorbei. Versprochen.

Und wenn ihr darüber hinweg seit, schaut nicht mehr zurück. Wer weiss was ihr sonst auf eurem weg in die Zukunft so verpasst….🎈