wachsende

Mart Stam. Bauhaus 3-1 1929, 20
ausgangspunkt ist das heutige programm. die reihenfolge der räume, ihre anordnung und ihre größe ergeben sich aus ihrer benutzung. es wurde auf die tatsache rücksicht genommen, daß in der regel jedes lebendige und wachsende geschäft seinen betrieb von zeit zu zeit reorganisieren muß.

anonymous asked:

Warum glaubst du, ist es wichtig sich selbst zu finden & wie würdest du diesen 'Prozess' erklären?

Wie passend, dass du mir diese Frage stellst, ich hatte da vor einigen Tagen ein Erlebnis.

Ich fange mal von vorn an… Ich hatte nie ein Problem damit, mich selbst zu finden, weil ich schon immer in gutem Kontakt mit mir war, wenn du verstehst.

Irgendwann wurde das aber durch äußere Einflüsse gestört - “Wie willst du mal dein Geld verdienen? Was kannst du? Kann man damit Geld verdienen? Du musst eine Ausbildung machen! Geld! Sicherheit!”

Confusing bullshit; Ich habe also angefangen nicht mehr auf mein Inneres zu hören und habe stattdessen das getan, was vernünftig ist, in dieser Gesellschaft. Es folgte eine leere Zeit die voll war mit Dingen, die mich sowohl physisch als auch psychisch krank gemacht haben. Das mag für manche übertrieben klingen, aber ich habe am eigenen Leib gespürt wo mich das hinführt, wenn ich weiterhin Anzeigen nach Vorlage gestalte und 40Std die Woche in diesem bedrückenden Büro sitze.

YouTube und mein wachsender Kanal haben mich daraus befreit und eine Zeit lang konnte ich mich tatsächlich kreativ ausleben, allerdings gilt auch hier: “Du musst Geld verdienen!” Dieses Geld blockiert einem echt den Kopf, ich musste wieder anfangen darauf zu achten, was ankommt, und irgendwann war ich so tief drin, dass ich erneut gemerkt habe: Das ist es nicht, was ich will - aber was will ich?

Die letzten Monate habe ich vergeblich versucht diverse Projekte voran zu bringen, mit wenig Erfolg, weil ich nie richtig bei der Sache war. Ich habe mich so nutzlos und leer gefühlt, antriebslos und unglücklich. Ich habe irgendwann nichts mehr getan, außer mich abzulenken. Sobald ich allein war, habe ich Serien geschaut, nur um diese Leere in meinem Kopf nicht zu spüren.

Um nun zu dem Erlebnis von vor einigen Tagen zu kommen: Mir wurde plötzlich klar, wie blockiert und ängstlich ich bin, und dass diese Angst von anderen gepflanzt und eigentlich total hinfällig ist. Diese Angst hat dafür gesorgt, dass ich die, die ich wirklich bin, immer tiefer in mir vergraben hab und es fiel mir nichtmal wirklich auf.

Die innere Leere konnte ich nicht mehr vor mir selbst verstecken - “Ich weiß nicht mehr, wer ich bin. Ich habe vergessen, was mich erfüllt.” Und diese Leere war so allumfassend und schmerzend, dass ich natürlich sehr verzweifelt war.

In solchen Momenten hilft es, mit jemandem zu reden. Sich selbst verloren zu haben kann eine verdammt beängstigende Sache sein, es fühlt sich ein bisschen so an, als würde man auseinander fallen, als sei man nicht viel mehr, als eine Hülle. Wir haben dann auf dem Sofa gelegen und ich bin alles was bis zum heutigen Tag passiert ist nochmal durchgegangen, um besser verstehen zu können… Auf die Frage: “Was begeistert dich wirklich?” antwortete ich wie so oft ohne zu zögern mit: “Kunst” - “Und wieso machst du dann keine Kunst?”

Irgendwie seltsam, aber mich traf das wirklich wie ein Blitz: Das einzige bei dem ich jemals Raum und Zeit vergessen habe, war malen. Malen war das, was ich aufgegeben hatte, weil ich mich immer für nicht gut genug hielt. Ich habe es einfach nicht mehr gemacht, weil ich zu blockiert war, wenn ich auf das weiße Blatt vor mir gestarrt hab. Ich habe an zu erfüllende Erwartungen gedacht und daran, dass mich das nirgendwo hinführt. Sowas macht die Gesellschaft mit einem.

Am nächsten Tag habe ich mir einen Block und einen Stift genommen und einfach gezeichnet, ohne drüber nachzudenken (etwas was ich zuletzt vielleicht vor 10 Jahren getan hatte). Ich wusste nichtmal, dass diese Dinge aus mir raus kommen können, in mir breitete sich so eine Zufriedenheit und Ruhe aus, wie ich sie gar nicht mehr kannte.

Ich habe drei Tage am Stück gezeichnet und werde nun wieder zu Farbe und Leinwand greifen - mir ist egal was daraus wird, ich bin einfach nur erleichtert, dass ich mich ausdrücken kann, dass da doch etwas in mir ist, was raus will.

Den Kontakt zu sich selbst nicht zu verlieren, das ist das wichtige. Durch all den Druck und existentielle Ängste passiert das nur allzu schnell. Ich frage mich, wie viele Menschen das was sie sind mit der gesellschaftlichen Rolle verwechseln, in die sie sich gezwängt haben.

Macht die Augen zu und geht in euch. Wenn da nichts ist, dann habt ihr nur vergessen, was dort war. Jeder ist jemand, lasst euer Inneres nicht verkümmern.

Was ist das für eine Szene? Alles dreht sich um den nächsten Superstar, den nächsten Vertrag, und die Frage nach dem Allergrößten. Alles dreht sich um die alltäglichen Verfehlungen des nächsten Superstars und das sich anschließende Scheitern, um Größenwahn, um Steuervermeidungsmodelle auf Inseln, die niemand je betreten wird. Alles dreht sich um die neuesten Snapchat-Filter und Instagram-Posts der modernen Helden. Make football great again!


Es gibt nur Sieger und Verlierer. Dazwischen die unendliche Leere eines gewöhnlichen Bundesligaspieltags, der doch wieder nur neue, sich stets reproduzierende Geschichten hervorbringt. Helden und Banditen. Die Helden, die Sieger feiern wir, die Banditen und Verlierer stampfen wir in den Boden. Auf dass sie nie wieder aufstehen. Doch mittlerweile sind wir zu müde, uns überhaupt zu etwas aufzuraffen.


Mit stets wachsender Verachtung blicken wir auf die Glitzerwelt des Fußballs und fragen uns: Was ist das nur für eine Szene? Und warum hängen wir an ihr?


Typen wie Neven Subotic, Mahnmale einer besseren Welt, wirken in ihr verloren. Sie weigern sich beharrlich, Teil der medialen Verwertungskette zu werden. Klar: Typen wie Neven Subotic sitzen in Talkshows, aber sie haben etwas zu erzählen. Wir hören ihnen gerne zu. Wir lassen uns von ihnen einnehmen (vor allem, wenn sie wie Subotic die Meisterschaft mit Fans auf dem Autodach feiern), begeistern, wir kennen ihren Lebensweg. Als Kleinkind vom Balkankrieg nach Deutschland gespült, von dort in die USA, auf einem Bolzplatz entdeckt, die Rückkehr nach Deutschland. Jetzt als Fußballer.


»Ich hatte bisher auch deshalb ein sehr glückliches Leben, weil andere Menschen uns bei der Integration in Deutschland und später in den USA unterstützt haben«, sagt Subotic. »Als ich dann 17 wurde, war ich endlich in der Lage etwas zurückzugeben, nicht zuletzt dank des Privilegs Profifußballer sein zu dürfen.«


Der Mensch Subotic auf der einen Seite, der Fußballer Subotic auf der anderen Seite. Um den war es zuletzt still geworden. Dabei war es der Fußballer Subotic, der den Menschen Subotic als Mahnmal einer besseren Welt in die Öffentlichkeit rückte. Als er 2008 in Dortmund anheuerte, träumte er davon einmal international zu spielen und »ein Spieler wie John Terry zu werden.« Der, so Subotic, könne »immer wieder Akzente setzen« und »seine Mitspieler mitreißen.« Vier Jahre später stand er vor Arjen Robben, verzog sein Gesicht und brüllte den Bayern an. Der hatte gerade einen Elfmeter verschossen. Dortmund war Meister. Subotic war ein Typ wie John Terry, auf der Höhe seiner Karriere. Er war einer der prägenden Spieler der Klopp-Ära. Er war emotional, fannah, kämpferisch. Er gab nie auf. Er grätschte in Wembley einen Ball von der Linie. Danach verschwand er. Ein Kreuzbandriss in Wolfsburg, die harte Reha, noch einmal die Runde unter seinem Mentor Klopp.


Unter Tuchel fand er nicht mehr statt. Seine Eigenschaften waren nicht mehr gefragt. Er wurde ein Europa League-Spieler, immer wieder von kleineren Blessuren zurückgeworfen. Im April eine Thrombose im Arm, ein geplatzter Transfer nach England, eine Rippenoperation.


Sein Comeback im November ist Sinnbild für das komplette Jahr. Die Amas spielten gegen Rödinghausen. Alles ging schief. Motorschaden, die Fußballschuhe eine Nummer zu klein. Aber das alles zählte nicht mehr. Er war jetzt wieder auf dem Platz, in seinem eigenen Disneyland. »Jeder Akt ist einfach geil. Jeder Zweikampf, jeder Pass, jeder lange Lauf.« Einmal breitet er seine Arme aus, und rennt davon. Er jubelte, wie nur er jubelt. Da hatte er gerade das 1:0 erzielt. Die Rote Erde stand Kopf.


Subotic war das »echt« in echte Liebe. Mit dem Weltenbummler verschwindet der letzte Eckpfeiler der großen Meistermannschaft. Aus sportlicher Sicht war er längst eine Altlast. Menschlich wird er fehlen. Es wird dauern, doch die Wunden werden verheilen.


»Ich möchte Euch heute ganz persönlich eine schöne Mitteilung übertragen«, sagte der leidenschaftliche Pulloverträger Subotic in seinem Abschiedsgruß an die Dortmunder Fans. Endlich kann er wieder Fußball spielen. Dortmund, sagt er, werde ihn immer im Herzen behalten, und er Dortmund. Jetzt aber ist er Kölner. Dort können sie sich freuen: Auf den Menschen Subotic und endlich auch wieder auf den Fußballer.

—  11freunde.de
Mindestens 10 bis 15% der Kinder und Jugendlichen leiden an psychischen Störungen: Hyperaktivität, Aggressivität, Leistungsschwäche, Lese-Rechtschreib-Störungen, Verunsicherungen des Gefühlslebens. Depressionen sowie versuchte und erfolgte Selbstmorde werden teilweise mit wachsender Tendenz berichtet
—  Entwicklungsprobleme und Problemverhalten im Jugendalter