vierbein

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Puerto Varas:

…sämtliche Passagiere mussten an der chilenischen Grenze den Bus neuerlich verlassen, diesmal samt Handgepäck. Zunächst wurden die Formalitäten der Einreise abgearbeitet ehe die Spürhunde zum Einsatz kamen. Glücklicherweise blieben die schnüffelnden Vierbeiner bei allen Gepäckstücken still was bedeutete dass wir nach ca. 40 Minuten in der Lage waren, die Fahrt fortzusetzen. Wie geplant stoppte der Bus in der von uns gewünschten Stadt und wir machten uns auf, die vorab gebuchte Unterkunft zu beziehen. Denn ersten Teil des Abends verbrachten wir in einem netten Restaurant unmittelbar am “Lago ***” sowohl die Aussicht wie das Essen waren spitze. Auf dem Rückweg ins Hostel stoppten wir beim Supermarkt, wir kehrten kurz ein um uns Getränke für den zweiten Teil des Abends zu beschaffen. Zurück in der Herberge spielten wir einige Kartenspiele, es dauerte nicht lange bis sich uns weitere/alle Gäste anschlossen. Nachdem genug Infos und Ratschläge ausgetauscht wurden, entschieden wir uns, für den nächsten Tag ein Auto zu mieten um die beträchtlichen Distanzen zum “Volcán Osorno” und zu den Wasserfällen “Saltos del Petrohue” möglichst effizient zu meistern. Diese beiden Sehenswürdigkeiten stellten, wenig überraschend, unsere Ziele für den nächsten Tag dar. Selbstverständlich übernahm ich die Rolle des Piloten da sich die beiden Britinnen des Rechtsverkehrs nicht mächtig fühlten. Wir ritten mit unserem gemieteten Kia los Richtung Vulkan und kamen nach einer guten Stunde bei den Wasserfällen an, offenbar war dass Kartenlesen nicht die Stärke von Zoe der Engländerin. An den Wasserfällen standen den Besuchern drei verschiedene Spazierrouten zur Auswahl, da wir nicht sonderlich unter Zeitdruck standen, liefen wir schlicht alle Wege ab. Leider wechselte das Wetter zwischendurch immer mal wieder von stark bewölkt zu regnerisch. Nachdem wir genug gelaufen waren fuhren wir zum Vulkan, allein die Strasse hinauf war schon Klasse und hätte mit einem starken Motor sicherlich viel Freude bereitet. Als die Strasse an der Bergstation auf 1300 Meter über Meer zu ende ging, fragten wir im Restaurant nach dem Betrieb der Seilbahnen. Leider waren diese aufgrund des schlechten Wetters ausser Betrieb, zu starker Wind herrschte auf der aktiven Erhebung. Die letzte Eruption des 2653 Meter hohen Vulkans in den Anden wurde im Jahre 1869 verzeichnet, somit 21 Jahre nach der Erstbesteigung durch Jean Renous. Zu Fuss liefen wir etwa 30 Minuten (völlig planlos) einem Pfad nach. Schnell mussten wir feststellen dass ein weitergehen nicht viel Sinn machen würde, denn wir waren daran in die Wolkendecke hineinzulaufen wo wir nebst miesen Bedingungen auch keine Aussicht mehr geniessen hätten könnten. Wir wanderten also zurück zum Bergrestaurant und gönnten uns eine Aufwärmung, ehe wir die Distanz zurück nach Puerto Varas in angriff nahmen. Die Damen nahmen den Nachtbus und ich verlängerte meinen Aufenthalt um eine Nacht da ich am darauffolgenden Morgen nach Pucón aufbrechen wollte. So stand ich früh auf genoss zum zweiten mal das Frühstück, es gab doch tatsächlich Käse und Schinken in diesem Hostel, sowas hatte ich bis dahin noch nicht erlebt. Pünktlich erwischte ich meinen Bus der mich innert 7 Stunden ins nördlich gelegene Touristenstädtchen Pućon befördern sollte.