verewigt

Ich weiß noch als ich das erste mal in deine Augen gesehen habe. Sie waren so voller Liebe, so voller Sehnsucht, wie die Augen eines kleinen Jungen, der sich über sein neues Spielzeug freut. Aus dem, was wir erlebt haben schrieben wir ein Buch, ein eigenes Märchen, dass von mir und dir als Hauptpersonen erzählt. Für uns gab es nur dich und mich in unser kleinen so unschuldigen Welt, die von so vielen versucht wurde aufzubrechen bis sie nur noch Scherben hinterließen. Nach diesen langen Jahren jetzt stehst du wieder vor mir und ich sehe in deinen Augen nur noch Trauer, Rache, Wut aber auch Enttäuschung. Wir gingen damals getrennte Wege, obwohl der einzige Weg der uns beide glücklich gemacht hätte der Weg zu zweit Hand in Hand in die Zukunft gewesen wäre. Stattdessen stehe ich jetzt hier, den Ring eines anderen an der Hand, den Ring des Mannes den ich verachte, der sich aber wie Gift in mein Blut eingenistet hat und mich mit seinen Erpressungen immer wieder dazu zwingt bei ihm zu bleiben, wobei der einzige Ring an meinem Finger deiner sein sollte und während ich dein Gesicht studiere und näher dein Augen betrachte merke ich wie mein Gesicht die Tränen, die ich vergieße auffängt und schmerzende Dornenketten sich um mein Herz bilden. Ich sehe nur noch diese Trauer, diese Verzweiflung, diesen Funken Hass den du mir gegenüber entwickelt hast, aber ich flehe dich an, Hass mich nicht, denn tief in meinem Herzen liebe ich nur dich, selbst nach all diesen Jahren mein Engel in denen ich ohne dich gestorben bin. Die Erinnerungen an dich fließen wie das Blut durch meinen Körper, jeder Moment ist in meinen Gedanken verewigt. Ich habe dich keineswegs vergessen, jedes Wort, jedes Lächeln hab ich mir eingeprägt. Ich weiß, dass du auch mich nicht vergessen hast, denn du betrachtest mein Gesicht eben so wie ich es bei dir tue und ich bete, dass du siehst wie sehr ich leide, wie sehr ich ohne dich gelitten habe, wie viel Schmerz in mir steckt. Ich habe diese Jahre nur überlebt indem ich an dich gedacht habe, in dem ich den Mann an meiner Seite wie Dreck behandelt habe. Ich habe meine Ehre behalten und meinen Stolz in mir eingesperrt, denn sie nahmen mir damals alles, doch was blieb warst du. Ich würde dich am Liebsten umarmen, doch ich sehe wie du leidest denn deine Augen werden rot, du willst reden aber aus deiner Kehle kommt nur ein raues Kratzen, als wäre alles in dir bereit loszuschreien und zu weinen und deine Augen zeigen einfach nur Schmerz, auch wenn du versuchst ihn zu verbergen, ich sehe es und ich sehe auch wie du leidest, aber bitte sag mir, dass du mich liebst, sag mir dass du da bist, denn das reicht für mich zum atmen und zum Überleben. Mein körper fühlt sich so betäubt an, er lässt all die Gefühle frei die ich Jahrelang verborgen habe, all die Trauer, die Wut und die Sehnsucht nach dir, denn das musste ich alles hinter einem unechten Lächeln verstecken nur um meine Familie zu beschützen. Mein Herz brennt, es hört nicht auf und seitdem du wieder da bist hat sich darin ein gewaltiges Feuer entfacht dass alles in mir zum verbrennen bringt. Ich liebe dich, auch nach Jahren voller Qual, du warst die Seele, die mich beschützt hat selbst nach endlosen Nächten voller Tränen und unzähligen lügen gegenüber Menschen, die mir helfen wollten, alles aus reinem Schutz, alles um sie zu beschützen, alles um dich zu beschützen. Bitte nimm meine Hand und lass mich nie wieder allein, selbst wenn die Tränen die sich jetzt in deinem Gesicht verbreiten zeigen, wie viel leid in dir steckt. Glaub mir hayatım, mein Herz und deins tragen genau gleich viel Leid, lass uns unser Leid teilen und bitte hass mich nicht, denn mein Herz verkraftet das nicht, wenn ich dir in all den Nächten zuflüster “ich liebe dich” und du nur deinen Hass mir gegenüber berichtest. Und ja, du hast recht, seitdem du weg bist schlägt mein Herz nicht mehr. Seitdem du weg bist ist es tot und du bist der Einzige der es wieder schlagen lässt.

Hey Nina,

Nun sind es schon 4 Jahre her seit dem du dich von dieser Welt getrennt hat. Seit dem du das durchgezogen hast, was du wohl schon von langer Hand geplant hast, aber niemanden erzählt hast. Selbst mir nicht, deinem besten Freund. Weißt du was? Ich mache dir keinen Vorwurf, ganz im Gegenteil, ich verstehe dich. Du wolltest mich schützen, genauso wie du deine Familie schützen wolltest. Doch im Endeffekt leiden wir trotzdem alle. Wir machen uns alle schreckliche Vorwürfe, obwohl wir wissen das wir nichts dafür können. Hätten wir es in diesem Moment verhindert, hättest du den nächstbesten genommen. Wir hätten dich nie wirklich retten können. Doch eine Frage bleibt ungeklärt. Wieso? Ich Überlege seit Jahren den Grund für deine nachvollziehbare Tat, dennoch weiß ich keine Antwort darauf..
Und ich denke genau diese Antwort würde mir helfen mit der Sache besser umgehen zu können. Vielleicht sogar abschließen zu können. Aber ich bezweifle das ich jemals eine Antwort bekommen werde. Wie auch..
Naja, ich hoffe dir geht es gut, wo auch immer du gerade bist.
Weißt du das kein Tag vergeht an dem ich nicht an dich denke Bzw von dir träume?
Ich frage mich wo du wohl gerade bist, ob du nun das bist was du immer sein wolltest. Frei & glücklich. Ich hoffe es so sehr!
Es gibt so viel Neues was ich dir erzählen muss, wobei ich nicht mal weiß wo ich anfangen soll.
Ich habe nun endgültig den Kontakt zu deinen Eltern verloren, was sehr traurig ist, aber ich kann dir versichern es geht Ihnen gut. Aber ich denke das werden sie dir selber sagen. Ich habe Anfang des Jahres beschlossen in eine Klinik zu gehen und mir helfen zu lassen, leider war die Therapie nicht so erfolgreich wie ich erhofft hatte, aber ich gebe nicht auf, weil ich weiß du würdest das nicht wollen.
Ich habe dort aber viele tolle Menschen kennen gelernt die mich verstehen & unterstützen, aber niemand kann dir das Wasser reichen haha.
Wie das so im Leben ist habe ich auch wieder viele tolle Menschen verloren. Menschen gehen & kommen, verhindern kann man das leider gar nicht. Ich habe beispielsweise den Kontakt zu meiner besten Freundin verloren, was mich sehr verletzt. Dafür habe ich eine andere kennen gelernt, und sie ist jetzt meine Freundin. Weißt du was? Sie erinnert mich ein bisschen an dich. Von der Art her seit ihr beide nicht sehr unterschiedlich. Außerdem ist sie genauso verrückt wie du:)
Ich bin dieses Jahr endlich 18 geworden. Wir könnten also mal zusammen trinken gehen & einfach spontan abhauen, in verlassen Krankenhäusern übernachten und Kinder erschrecken. So wie wir es immer geplant hatten!
Außerdem werde ich demnächst ausziehen, aber das ist so ein Stress, weil sich das Jugendamt total quer stellt.
Weißt du, es sind jetzt 4 Jahre her, und trotzdem kommt es mir so vor als wäre es Gestern passiert. Als wärst du noch hier. Ich habe es immer noch nicht ganz verstanden was passiert ist.
Seit dem du weg bist habe ich eine Menge deiner Eigenschaften übernommen. Ich versuche Menschen zu helfen, weil ich mich in denen wiederspiegeln kann. Ich sehen in den Menschen den kleinen Leviathan der Hilfe braucht, aber keine bekommt. Bis du vorbei kamst und alles geändert hast. Ich möchte für Menschen das sein, was du für mich bist!
Ich habe deine Aufgabe übernommen.
Menschen zu helfen!
Leider kann ich das nicht mal ansatzweise so gut wie du.
Nun, was gibt es noch zu berichten..
Ich wiederhole das Schuljahr, ich bin von den Drogen weggekommen!
Ich habe eingesehen das ich Hilfe brauche und hole sie mir.
So an sich, sehr positiv.
Trotzdem ändert es nichts daran das du fehlst..
Wem mache ich was vor.
Ohne dich ist die Welt nicht mehr das was sie mal war.
Sie hat ihren einzigen wahren Engel verloren, und somit ihren Glanz.
Diese Welt ist zum Scheitern verurteilt seit du weg bist.
Wenn du sehen könntest was hier alles los ist. Menschen zerstören sich selber, sprengen sich in die Luft wegen einer Religion. Menschen werden ermordet, vergewaltigt und gejagt.
Ja, Ausländerhass gibt es immer noch, Vorallem heutzutage.
Schwule werden gejagt.
Kannst du das glauben?
Im Jahre 2017 hat die Welt keine anderen Probleme als Schwule & Ausländer. Der IS sprengt sich & uns in die Luft und wir verhandeln die ‘Ehe für alle’, kannst du das glauben?!
Es ist so wie du es immer gesagt hast. Die Menschen ändern sich nie. Sie zerstören sich gegenseitig und sie selber sind der Grund für Ihre Vernichtung. Religion ist nichts als Müll, wie du sagtest.
Also Nina, sei froh das du dir das hier nicht antun musst. Du lebst bestimmt in einer Welt, so wie du sie dir immer erträumt hast, und dafür beneide ich dich.
Aber Engel weißt du was?
Wir werden uns Wiedersehen.
Wir werden uns in die Arme fallen, vor Freude weinen und all’ das Unternehmen was wir geplant haben!
Und es wird nicht mehr lange dauern meine Prinzessin, und wir werden wieder vereint sein. Ich habe dir so viel zu sagen, was ich dir so nicht erzählen kann. Weil es einfach keiner verstehen würde außer du.
Weißt du, manchmal, wenn ich unterwegs bin, sehe ich Menschen, und ich sehe die Traurigkeit in ihren Augen. Manchmal sehe ich dich. Und dann kommen wieder diese Flashbacks. Wie du da lagst, auf meinem Schoß, meine Hände voll mit deinem Blut, deine letzten Worte. All das läuft vor meinem geistige Auge ab. Wieder und wieder und wieder..
Jede. Verdammte. Nacht.
Gott, ich vermisse dich..
Ich liege hier, unter Tränen. Die Klinge neben mir und ich weiß was passieren wird.
Weißt du wie oft ich schon versuche habe dir zu folgen?
Zu oft.
Aber mein Hase, ich verspreche dir. Ich werde dir folgen, bald!
Und ich werde deinen Willen verfolgen. Ich werde glücklich werden. Ich werde mich nicht aufgeben und was aus mir machen! So wie du es immer wolltest.
Leider ohne dich, aber ich danke dir das ich dich kennen lernen durfte, auch wenn es nicht für ewig war. Aber was ist schon für die Ewigkeit? Nichts ist für die Ewigkeit mein Engel.
Ich weiß nicht was ich noch sagen soll. Mein Kopf ist voller Wörter, doch zu unsortiert um was vernünftiges daraus zu bilden.
Ich vermisse dich.
Ich liege jeden Abend in meinem Bett und weine. Frage mich warum ich dir nicht helfen konnte.
Bilde mir ein wie mein Leben wäre wenn du noch hier wärst..
Ach ja, ich habe meinen Eltern von dir erzählt. Als sie es erfuhren haben Sie geweint. Mittlerweile verstehen wir uns besser, leider kommt das ganze zu spät, oder?
Wenn ich ausgezogen bin, werde ich den Kontakt minimieren. Es wäre besser für mich.
Aber genug für heute.
Es ist dein 4. Todestag.
Und noch immer weiß ich nicht was ich schreiben soll.
Ich denke das reicht auch..
Es kommt eh nichts gescheites bei rum.
Wie gesagt mein Engel.
Du wirst hier sehr vermisst.
Und gebraucht.
Wir werden uns sehr bald Wiedersehen mein Schatz.
Und dann werden wir all’ das Unternehmen was wir schon immer geplant haben!
Zu guter letzt noch eine Sache.
Du wirst als Tattoo verewigt. Ich habe noch keine bestimmte Vorstellung. Da ich es nicht innerhalb einen Tag entscheiden möchte, da es sehr viel Zeit braucht um perfekt zu werden.
Und dann hoffe ich das dir das Tattoo auch gerecht wird.
Ich werde es dir selbstverständlich zeigen.
Ich hoffe du bist glücklich.
Mach dir kein Kopf um uns, wir versuchen klar zu kommen. Du stehst im Vordergrund. Denk nicht an andere, nur an dich mein Hase.
Du lebst in unseren Erinnerungen für immer weiter.
Wir lieben & vermissen dich.
Ruhe in Frieden kleiner Engel❤️
R.I.P✝️ 27.07.2013

Als deine Lippen meine berührten spürte ich deinen Herzschlag, er war so schnell das ich dachte du würdest jeden Moment aufhören zu atmen. Ich hab  diesen Augenblick so genossen und dann nahmst du meine Hände und hielst sie fest während ich spürte wie dein Atem meinen Hals streifte. Du hast dich auf meiner Haut verewigt, so sah jeder das ich deins war. Du küsstest alles an mir und ich habe so geweint, als du über die Narben gingst, denn ich spürte etwas was ich noch nie Gefühlt habe und ich habe nie gedacht das du jemals Augen für mich haben wirst. Erinnerst du dich an die Worte die du sagtest, du schautest mir in die Augen und hast gesagt, du hast nie so ein Mädchen wie mich getroffen, du sagtest ich sei besonders. Doch leider, warst du nie meins. Ich wusste es wird nichts, doch ich hab so daran geglaubt. So gehofft und ich leide, glaub mir ich leide so sehr, jede Nacht. Denn du hast mich repariert, obwohl jeder vor dir gescheitert ist und jetzt kannst du mich nicht einmal mehr richtig anschauen weil du weißt das du noch mehr zerstört hast, weil wir beide wissen das diese eine Nacht die größte Lüge in deinem Leben war.
—  Gedanken bei dir

Frage: Wieso hast du so viele Tattoos und warum?

Also, das ist irgedwie eine eigenartige Frage und, eh, ja. Was soll ich dazu sagen? Erstmal an die Leute die es eventuell nicht wissen: mein Arm ist halt quasi volltättowiert. Er ist noch lange nicht fertig, aber da ist halt sehr viel drauf… Und ja, erstmal hat das ganze erstmal einen ästhetischen Wert. Ich, eh, glaube, dass es viele Menschen gibt, die Tättowierungen schön finden, es gibt natürlich ebenso viele Menschen, die Tättowierungen nicht schön finden, aber das ist leider bei allem so. Es mag auch Menschen geben, die deine Frisur nicht mögen, aber du magst deine Frisur und deswegen trägst du sie auch. Und, eh, ja, also ich finde es schön. Und allein deswegen habe ich erstmal den Gedanken gehegt ‘Hey, ich möchte mich tättowieren lassen.’ So, dann hab’ ich, eh, irgendwann angefangen, darüber nachzudenken 'Was kann man sich tättowieren lassen?’ Das Ding ist halt, dass, eh, ja, wie soll ich das sagen? Dass diese Gefahr besteht, dass man das irgendwann nicht mehr mag. Das ist ja auch die große Angst, die jeder Mensch hat, der sich so ein Tattoo stechen lässt. Und dann hab’ ich wieder angefangen wieder sehr sehr große Gedanken darüber zu machen, wie ich das bei vielen Dingen tue, eh. Zumindest damals hab’ ich… Ich hab’ Dinge totgedacht, ey, ich hab’ richtig oft, also als ich noch so ein kleines Kind war, hab’ ich richtig häufig geweint, weil ich über die Galaxie nachgedacht hab’, weil ich’s halt einfach nicht verstanden hab’ und ich versteh’s bis heute nicht. Dieser Gedanke, dass es unendlich ist…Was ist denn da wo nichts ist? Ih versteh’s nicht, aber darüber wollt’ ich gar nicht reden- Was bin ich denn für ein kaputter Typ gerade? Was kommt gerade aus meinen Kopf raus? Eh, die Sachen, die ich ansprechen wollte, ehm, ich habe mir dann so gedacht so 'Hey, Thaddeus, du bist der Dude, der nicht möchte, dass er in, also, dass sein zukünftiges Ich sein Vergangenheits-Ich verurteilen möchte, beziehungsweise.. Eh, das hab’ ich jetzt sehr sehr unvorteilhaft gesagt. Die Sache, die ich damit sagen möchte, ist, wenn ich mit 20 Jahren, wie ich jetzt gerade alt bin, sa-sagen wir mal 18, weil die meisten Tättowierungen mit 18 gestochen wurden. Ehm, wenn ich mit 18 Jahren eine Ansicht habe oder ein Ereignis in meinem Leben passiert ist, das für mich zu dem Zeitpunkt so wichtig war, ja? So-so, wie soll ich das sagen, so… ja wichtig ist schon das beste Wort. So ein einschneidendes Erlebnis, eine so wichtige Ansatzweise- Eh, Ans… Ansicht, die ich vertrete, dass ich sie per Tinte auf meinem Körper verewigt haben möchte, dann ist das ja diese Entscheidung, die ich dann treffe und in diesem Moment bin ich ja dann auch sehr sehr zufrieden damit. Dann hab’ ich mir 'mal gedacht 'Sollte es 'mal passieren, ich bin 20, eh, 20 Jare älter, so, dann trifft so diese Ansicht nicht mehr zu, dieses Ereignis hat keinen Wert mehr für mich, was ist dann?’ Dann ist es tatsächlich so, dass diese Tättowierung zu diesem Zeitpunkt keine Bedeutung mehr für mich hat. Ist es dann so, dass sie dann unsinnig ist dann auf der Haut? Ich glaube nicht, weil… Ich möchte in der Zukunft nicht so sein, dass ich dann mein damaliges Ich dafür verurteile diese Entscheidung getroffen zu haben. Denn, wenn das als ich 18 Jahre alt war, so wichtig für mich war, dass ich’s auf der Haut haben möchte, dann markiert das doch nur diesen Zeitpunkt meines Lebens, oder nicht? Was irgendwo auch der Sinn von Tättowierungen ist. Also ich wage halt einfach zu behaupten, ich traue mir selbst zu, in 20 Jahren nicht der Bastard zu sein, der mein Vergangenheits-Ich für sowas verurteilen möchte und deswegen glaube ich, dass ich mir Tättowierungen auf der Haut stechen lassen kann. Ich hab’ sehr, hmm, wie soll ich das sagen? Also, ich habe sehr großes Verständnis dafür, wenn Leute halt sagen, dass ist denen zu gefährlich und so weiter. ich hab’ aber überhaupt kein Verständnis dafür, dass Menschen, die, mich zum Beispiel jetzt oder einfach jedweden anderen tättowierten Menschen, dafür verurteilen, so, dass er sich tättowieren lässt. Oh, nein! Oh, nein! OH ne! […] Ich wollte tättowiert werden seitdem ich 15 bin, mich tättowieren lassen als ich 18 geworden bin und jetzt bin ich 20 und es wird noch Einiges passieren, sag’ ich’s 'mal so. Das Ding ist, das ist halt alles, ja, […] dass es alles mit sehr privaten Dingen zusammenhängt, die ich absolut nicht in der Öffentlichkeit haben möchte, weswegen ich super ungern über die Bedeutungen, die dahinter stecken, sprechen möchte.

—  Taddl im Video Warum hab’ ich Tattoos? | Hide’n’Seek | LetsTaddl
youtube

Kann sich noch jemand an die #technikeristinformiert Tür an der Uni Mainz erinnern?

Als dann endlich Techniker kamen, wurden sie in einem Video verewigt.

5

„I respect all German people. You are so good.“

Es ist Karfreitag und ich mache einen Spaziergang zum Flüchtlingsheim. Die Sonne wärmt mein Gesicht und kühler Wind sorgt für Entspannung. Auf dem großen Platz am Rande der Stadt sind schon Marktgebäude aufgebaut, die wohl in den nächsten Tag öffnen werden, um den Karlsruher Menschen Vergnügen zu bereiten. 

Nach einem leichten Intermezzo mit den Securities des Flüchtlingsheimes treffe ich dort den 23-jährigen Alban aus Vushtrria, Kosovo. Er hat ein verschmitztes Gesicht, kleine Augen und trägt Hausschuhe, denn er ist auf dem Weg zum Mittagessen in der Kantine des Heimes. 

Auf dem Weg zur Kantine erzählt er mir, dass er den Kosovo liebe, es aber dort keine Zukunft für ihn gebe, denn er habe keine Arbeit gefunden. Sein Vater ist dort Leiter einer Elektrizitäts-Firma, doch für den jungen Sohn gab es keine Stelle. Die Flucht mit dem Bus hat Alban mit 1000 € bezahlen müssen. 

Ich stelle mich in der Schlange vor der Essensausgabe an und Alban fragt mich, ob ich auch etwas essen möchte. Ich lehne dankend ab. Zwar knurrt mein Magen ein bisschen, doch dies ist die Essensausausgabe für Flüchtlinge und ich bin nicht gekommen, um mich hier bedienen zu lassen. Wir setzen uns an einen der freien Tische - immer wieder winken mir Menschen, die gegenüber oder nebenan sitzen „Fotograf! Aaah!”

Alban führt mich zum Zimmer, das er mit 7 anderen Flüchtlingen aus dem Kosovo teilt. Die vollgekritzelten Wände geben dem Zimmer einen geschichtlichen Kontext, denn daran haben sich Flüchtlinge seit Jahren verewigt. Ich bekomme einen Stuhl angeboten während weitere Flüchtlinge ins Zimmer kommen und mich per Handschlag begrüßen. 

Seine Mitbewohner scheinen Alban aufgrund meiner Anwesenheit zu bewundern, da ich immer wieder Fotos von ihm mache. Der junge Kosovare erzählt mir, dass er in Berlin eine verheiratete Schwester hat, beide Brüder und die Eltern jedoch noch in der Heimat leben. 

„I respect all German people. You are so good.“ 

Für Alben ist das Leben in Deutschland ein Traum. Sein ganzes Gesicht erstrahlt, wenn er davon spricht, wie wohl er sich hier fühlt. Er weiß aber auch, dass sein Verbleib unwahrscheinlich ist. Doch auch die kurze Zeit in Deutschland lohnt sich. Eines Tages möchte er studieren.

Inmitten unseres Gespräches wünschen mir die Kosovaren ein gutes Fest. Überrascht frage ich nach, welcher Religion sie sich zugehörig fühlen. Sie sind Muslime. Flüchtlinge, die mit dem Christentum nichts anfangen können wünschen mir zu Ostern ein gutes Fest. Ist das nicht wunderbar?

Während meinem Besuch fühle ich eine innere Freude. Dieser junge Mann hat es mir innerhalb von Minuten angetan. Unter anderen Umständen wären wir sicher enge Freunde geworden. Doch nun ist es Zeit, mich zu verabschieden. Erneut schüttele ich seine Hand, schaue ihm tief in die Augen und verabschiede mich. Wie schwer mir dies heute doch fällt. 

Alban, sei herzlich willkommen in Deutschland. Deine Offenheit und Freundschaft haben mich heute sehr berührt. Danke, dass es Dich gibt. Friede mit Dir.