veranstaltung

9  com.py

Mai 1988

Eine neue Liebe

Nach dem ersten Mai blieb Werner für immer bei ihr und seine Sachen wanderten so nach und nach von seiner Wohnung in Friedrichshain hin zur Grenze zwischen Prenzlauer Berg und Mitte, die langsam zu ihrem gemeinsamen Lebensmittelpunkt wurde.

Marie musste immer den Fernsehturm sehen, dann ging es ihr gut.

Diesen Vorsatz hatte sie gefasst, als sie im zarten Alter von siebzehn Jahren zum ersten mal Berlin besuchte und dort ihren ersten Auftritt im Rahmen einer Schulveranstaltung im berühmten „Berliner Ensemble“ hatte.

Sie übernachtete damals in dem größten Hotel am Platz, in der sechsundzwanzigsten Etage des Hotel „Stadt Berlin“, weit über den Dächern der Hauptstadt. In dieser, ihrer ersten Nacht in Berlin, stand der Vollmond genau neben der Silberkugel des Fernsehturms. Marie hatte sich nach der Veranstaltung im Hotel auf das Fensterbrett gesetzt und fasziniert ihre Nase ans Fenster gedrückt.

Unter ihr, der Alexanderplatz lebte noch, obwohl es schon spät war- und dann gab es noch diesen Mond, der zum Greifen nah schien. Das war die Nacht der Nächte gewesen, die über das weitere Leben Maries entschieden hatte. Dieser Anblick hatte sich so sehr in ihr festgesetzt, dass sie nach der kurzen Stippvisite in der Hauptstadt der DDR entschied, dass Berlin die Stadt ihrer Träume sein würde.

Der Fall Rüsselsheim

Da die gelenkte Lügenpresse, mir kein Geld für diesen Artikel geben wollten, veröffentliche ich ihn jetzt einfach mal hier auf meinem Blog.

Zum Fall Rap auf dem Hessentag in Rüsselsheim ist zu sagen:

Abgesehen davon, dass sie IHM die falschen Textstellen untergejubelt haben und nicht zwischen IHM und seinem Feature Partner Favorite unterscheiden können,

abgesehen davon, dass da Texte verwurstet wurden, die aus längst vergangenen Battlerapzeiten stammen,

abgesehen davon, dass man Rap-Texte nie so lesen sollte, als wären sie eins zu eins Handlungsanleitungen für ein bestimmtes Verhalten,

abgesehen davon, dass ich gar nicht weiß, wo Rüsselsheim liegt und die Stadt nur kenne, weil es dort ein Opel Werk gibt, das fast geschlossen wurde, was dann allerdings nicht passiert ist - dafür ist das Opel-Werk in Bochum zu,

abgesehen davon, dass die Konzernzentrale von Opel in Rüsselsheim sitzt und man auch die mal in einem offenen Brief hätte ankacken können, warum sie so viel Arbeitslosigkeit und damit so viele Schwache und Ausgegrenzte in dieser Gesellschaft produziert, 

abgesehen davon, dass auf der Veranstaltung auch noch andere Rapper hätten auftreten sollen, die IHM in Sachen Homophobie und Frauenfeindlichkeit sogar noch einen Ticken voraus sind und diese nicht angekackt wurden,

abgesehen davon, dass man in einem Land, in dem der Bachelor im Fernsehen läuft, sowieso mal grundsätzlich über Frauenverachtung reden müsste,

abgesehen davon, dass man in dieser Gesellschaft gesellschaftlich Schwache auf der Straße erfrieren lässt und alle das für vollkommen normal halten,

abgesehen, dass es in dieser Gesellschaft sehr angesehen ist, wenn man ein Gewinner ist,

abgesehen davon, dass SEINE Botschaft vom Stark- und Fit- und Erfolgreichsein, doch ganz gut in diese Welt passt,

abgesehen davon, dass es scheinheilig ist, wenn man IHM genau daraus einen Vorwurf machen will,

abgesehen davon, dass ER gar nicht aus Hessen kommt,

abgesehen davon, dass Rapupdate dadurch die geilste Überschrift ihres Lebens bekommen haben, in dem sie schreiben: Auftrittsverbot für IHN. SIE wären daran Schuld“ (ganz groß, wirklich ganz groß!!!!!),

abgesehen davon, dass sich unter dem Posting von IHM auf fb jetzt jede Menge selbstentlarvende Kommentare türmen,

abgesehen davon, dass es jetzt so aussieht, als würde ER für seine Reise nach Palästina abgestraft werden, weil ER als einziger der engagierten Rapper genannt und angegriffen wurde,

abgesehen davon, dass seine Anhänger und diejenigen, die eh schon immer wussten, dass die Juden alles kontrollieren, darin bestärkt werden zu glauben, dass die Juden alles kontrollieren,

abgesehen davon, dass die Argumente für seine Ausladung äußerst dünn sind oder wahlweise auf jeden anderen Rapper zutreffen könnten,

abgesehen davon, dass da wieder einmal nicht danach gefragt wird, warum diese Gesellschaft gerade so scheiße ist und warum sich das auch in Rap Texten widerspiegelt,

abgesehen davon, dass sich am Grundproblem nichts ändert, wenn man die Leute einfach nur auslädt und wegzensiert, 

abgesehen also von dem ganzen Quatsch, der passieren kann, wenn sich ältere Damen und Herren mit Rap beschäftigen und meinen, dass man da jetzt mal was tun müsse,

abgesehen davon,

ist die einzige Frage, die sich wirklich stellt diese:

Warum machen Kollegah, und diese ganzen Rapper, die ansonsten gerne mal gegen das Scheiß-(Banken)-System sind, bei einer staatlich organisierten, staatstragenden, staatsfeiernden, systemkonformen Staats-Veranstaltung, wie dem Hessen Tag, bei der es auch Ausstellungsflächen der Bundeswehr und der Bundespolizei mit Bühnen gibt – warum machen die bei so etwas überhaupt mit?

Aus der Reihe “Gute Ideen gegen schlechte Laune” präsentieren wir heute: Tumblr-Treffen. Wollt ihr andere Blogger mal persönlich kennenlernen? Dann tragt hier ein, wann und wo ihr ein Treffen veranstalten wollt. Euer Event wird dann in die Liste aller Tumblr-Treffen auf der ganzen Welt eingetragen. Und was machen wir? Wir schicken euch coole Aufkleber und Buttons, natürlich gratis. So sind wir halt.

4  com.py

Im Nachhinein war ihr der Antwortbrief fast peinlich. Eigentlich kaufte sie nur einmal in der Woche eine „Berliner“, wenn die Annoncen in der Zeitung standen, oder wenn sie Papier zum Auslegen des Mülleimers brauchte.

Am vergangenen Donnerstag hatte sie eine Veranstaltung und musste deshalb besonders früh aus dem Haus. Beim Frühstück hatte sie seine Anzeige gefunden und nur ganz eilig auf einen karierten Schul-Schreibblock, der eigentlich für Notizen auf dem Schreibtisch lag, ein paar kurze Zeilen gekritzelt: Dass sie wenig Zeit habe und kein Foto von sich bei der Hand. Alles andere könne, Interesse vorausgesetzt am Telefon besprochen werden. Den lachenden Smily, den sie anstelle eines I-Punktes über ihren Vornamen setzte, konnte sie sich nicht verkneifen. Wenn er Humor hatte, würde er darüber vielleicht lächeln.  

Heute am Sonntag, gegen Mittag rief er an und verabredete sich mit ihr- und sie kam zu früh! Peinlich, als ob sie es nicht erwarten könnte!

Also lief sie noch eine Runde um den Block und da stand er in einer wirklich außergewöhnlichen Jeans-Jacke, groß und breitschultrig. Er war eine perfekte Überraschung! Sie hatte ihn sich ganz anders vorgestellt. Sie wusste zwar nicht wie… vielleicht kleiner? „Sieht fast wie’n Dressman aus,“ dachte sie als sie ihm nach kurzer Begrüßung ins Cafe folgte.

Also versuche sie ein Lächeln das bestimmt etwas kläglich ausfiel. So ein Lampenfieber hatte sie sonst nicht mal, wenn ein Tonmeister hinter der Scheibe im Studio saß, der als besonders pingelig verschrien war.

Aus der Innentasche seiner Jacke zog er einen Strauß roter Tulpen. Sie staunte nicht schlecht. Blumen am Sonntag zu kaufen war eine Meisterleitung. Wann hatte sie eigentlich das letzte mal Blumen von einem Mann bekommen? Und er kannte sie nicht mal!

Sie bekam ein schlechtes Gewissen. Was, wenn sie die Blumen gar nicht wert war? Dass er die Investition in den Strauß vielleicht nach kurzer Zeit bereute?

Dresdens hässliche Fratze!

Der 06. Februar war wieder PEGIDA-Tag in Dresden, dagegen gab es drei angemeldete Veranstaltungen. Darüber hinaus fand auf der Augustusbrücke eine Blockade mit ca. 30 Menschen statt

Die Polizei reagierte überraschend kooperativ (obwohl es in der letzten Zeit fast wöchentlich eine Sitzblockade gab): Es wurde offiziell eine Veranstaltung angezeigt und die sitzenden Menschen mussten auf den Gehweg ausweichen. Als einige stehende Menschen nicht schnell genug ausgewichen sind gab es aggressive Schubsereien und ein Mensch wurde ins Gesicht geschlagen. Der “Prügel-Bulle” ist mittlerweile namentlich bekannt, immerhin hatte er es sich nicht nehmen lassen vor einen Jahr Kinder (!) auf derselben Brücke aggressiv durch die Gegend zu schubsen.

Einige Aktivist*innen blieben jedoch auf der Route von Pegida sitzen. Daraufhin „umstellten“ die Polizist*innen die Gruppe und lotsten die Pegida Anhänger*innen drum herum.

Während dessen mussten sich die Aktivist*innen und Journalisten immer wieder Beleidigungen wie: „Euch sollte man vergasen“, „Ihr scheiß Juden“ und „Faules Pack“ über sich ergehen lassen.

Nachdem die Pegida Anhänger*innen vorüber gezogen waren, durften die Aktivist*innen ungehindert zu den anderen Kundgebungen zurück gehen.

Seit kurzer Zeit machen diese Herren und Damen von PEGIDA auf sich aufmerksam: Eine Gruppierung der Anti-Antifa, vermutlich, aus Leipzig. Auf ihren Jacken thront der Reichsadler, in seinen Krallen ein Schlagring. Nachdem die Anmelder*innen von NOPE. sich deswegen beschwert haben, haben sich die Helden der Nation dazu herabgelassen, den Adler samt Schlagring abzukleben. Nun drohen sie im Internet damit, jede*n Antifaschist*in und jeden Menschen der sich am Gegenprotest beteiligt anzuzeigen.

Auf dem Neumarkt wurde am Montagvormittag das Kunstprojekt „Monument“ von dem Deutsch-Syrischem Künstler Manaf Halbouni aufgebaut. Drei ausrangierte Buswracks wurden hochkant nahe der Frauenkirche aufgestellt. Diese sollen an den Krieg in Syrien und an das Leid der Zivilbevölkerung erinnern und gleichzeitig zum Nachdenken anregen. Bereits im Vorfeld wurde in den Netzwerken heftig darüber diskutiert. „Besorgte“ Bürger*innen hetzten regelrecht gegen das Kunstprojekt.
Auf Grund dessen, wurden unterschiedliche Aktionen von PEGIDA-Anhänger*innen gegen das „Monument“ erwartet. Um dies zu verhindern löste sich auf der Brühlschen Terrasse eine größere Gruppe von Gegendemonstrant*innen und machten sich zügig auf den Weg zum Neumarkt.

Sie positionierten sich mit Transparenten vor dem „Monument“, meldeten eine offizielle Versammlung an und wurden schnell von den Polizist*innen „umstellt“. Die Aktivist*innen wehrten sie sich lautstark gegen die immer wieder pöbelnden Pegida Anhänger*innen.
Die Polizist*innen wurden anscheinend von diesen Aktionen überrascht. Das Vorgehen der Beamt*innnen war zunächst sehr unkoordiniert. Nach einigen Minuten versuchten sie, die unterschiedlichen Gruppen auseinander zutreiben. Dabei gab es auch heftiges Gerangel zwischen Polizist*innen und den Aktivist*innen.

Besonders hier zeigte sich erneut das Gewaltpotenzial die von den PEGIDA-Anhänger*innen ausgeht. Es wurden nicht nur Aktivist*innen beleidigt und bedroht, sondern auch die Beamt*innen und Journalist*innen selbst.

Ein Mensch hat sich besonders mit Ruhm bekleckert: “Ihr scheiß Juden” schrie er wie im Wahn gegen die Aktivist*innen und alle, die sich ihm näherten. Es wurde außerdem von “entarteter Kunst” gesprochen. 

Wir wissen, dass ihr es liebt, stundenlang auf Tumblr zu stöbern und eure Blogs mit tollen neuen Inhalten zu füttern. Man sollte aber nicht vergessen, ab und zu die Augen zu schonen und live mit anderen zu interagieren. Zum Beispiel draußen. Zum Beispiel bei einem Tumblr-Treffen. Wenn ihr so ein Happening auf die Beine stellen wollt, könnt ihr euch einen Ort überlegen, Leute einladen und hier die Eckdaten eintragen. Wir schicken euch dann eine kostenlose Ausrüstung mit Buttons und Aufklebern. Los, traut euch!

Heißer Frühlingstipp: Tumblr-Treffen!

Ja, es ist nicht mehr von der Hand zu weisen: Der Frühling ist da, immer mehr Leute zieht es auf die Straßen und in die Parks. Eigentlich perfekte Rahmenbedingungen für ein Tumblr-Treffen. Wenn ihr auch eins organisieren wollt, könnt ihr hier alle Eckdaten eintragen. Euer Event wird dann neben allen anderen Tumblr-Treffen auf der ganzen Welt gelistet. Und von uns bekommt ihr gratis ein kleines Paket mit Aufklebern und Buttons zugeschickt, mit denen ihr euch gegenseitig vollkleben und bewerfen könnt. Yeah!