urlaubsziel

Einsam am Strand (1)

In Gedanken versunken schlendere ich alleine am Strand entlang. Die seichte Brandung umspült meine Füße. Es ist ein lauer Sommerabend. Am Horizont spiegelt sich die untergehende Sonne im Meer. Ein leichte Brise weht mir den typischen Geruch nach Meer in die Nase. 

Einfach mal abschalten, nicht mehr funktionieren, einmal nicht das Zahnrad sein, nicht perfekt sein müssen. Ohne Handy. Nicht erreichbar sein,  keine E-Mails checken. Das ist der erste Urlaub seit zwei Jahren. 

Zwei Wochen pauschal Urlaub in Italien. Toskana. Als Kind bin ich immer mit meinen Eltern mit dem Wohnwagen nach Italien in die Toskana gefahren. Für mich waren diese Urlaube immer die schönste Zeit im Jahr. Vielleicht habe ich auch deswegen diese Urlaubsziel ausgewählt. Ich wollte wieder so glücklich sein wie früher. Keine Verantwortung tragen, einfach mal wieder Kind sein. 

Meine Frau und mein Kind sind im Hotel. Sie wollten noch ihre Serie im Fernsehen gucken. 

Schon seit 10 Minuten gehe ich am Strand entlang. Bis jetzt habe ich keine weiter Person gesehen. So langsam frage ich mich ob die anderen Menschen die Schönheit des Sonnenuntergangs nicht sehen wollen. Ob es für die Menschen wichtiger ist, wie es in ihrer Serie weiter geht. Ob den Menschen klar ist, dass die einen Haufen Geld dafür ausgeben, dass die den Alltag im Urlaub weiter führen. Dass die lieber fern sehen als das Land zu erleben.

Plötzlich ein Geräusch. Ein rascheln aus dem Gebüsch welches am Strand angrenzt. Ein paar Sekunden bleibe ich stehen. Völlig aus den Gedanken gerissen, gucke ich dahin woher das Geräusch kam. Bestimmt ein Vogel dachte ich. Als ich gerade wieder gehen und den Gedanken weiter führen wollte kam erneut ein Geräusch aus dem Gebüsch. Dieses Mal war es lauter es hat sich fast so angehört wie ein Mensch. Meine Neugierde war geweckt. Ich wollte jetzt wissen woher es kam und was dieses Geräusch erzeugt hat.

Langsam gehe ich zum Gebüsch. Vorsichtig drücke ich die Äste weg. Mein Puls steigt. Es fühlt sich ein bisschen so wie die Erkundung einer neuen Welt an. Dieses Gefühl hatte ich das letzte Mal als Kind. Ganz langsam gehe ich den ersten Schritt ins Gebüsch. Nach ein paar weitern Schritten höre ich erneut das Geräusch, jetzt ist es lauter als eben. Das Geräusch war ein bisschen links von mir. Ich drehe mich dahin und gehe noch ein paar Schritte. Und dann sehe ich es. Zwei Menschen die gerade Sex haben. Erschrocken bleibe ich stehen. Tausend Gedanken rasen durch meinen Kopf. Zuerst will ich mich einfach umdrehen und gehen, hoffen das die mich nicht gesehen haben, so tun als ob ich nichts gesehen habe. Doch mein Verlangen zuzugucken ist größer. Also bleibe ich stehen. Bis jetzt haben die mich nicht gesehen. Ich stehe vielleicht fünf Meter von denen entfernt. Die beiden befinden sich auf eine kleine Lichtung. Ich stehe geschützt hinter ein Strauch. Eigentlich können die mich nicht sehen denke ich mir. Diese Tatsache gibt mir das Gefühl der Sicherheit nicht entdeckt zu werden.

Die beiden Personen sind so um die 30 Jahre alt. Die Frau sieht sehr hübsch aus. Ihre Haare sind pechschwarz. Obwohl wir hier in Italien sind und es jeden Tag bestimmt 35 Grad sind ist ihre Haut recht blass. Die Frau ist bestimmt auch ein Urlauber denke ich mir. Ihre Titten sind prall und haben eine schöne Größe. Die restliche Figur sieht auch sehr ansprechend aus.

Der Mann ist recht klein, so um die 1,70 Meter würde ich ihn schätzen. Aufgrund seines südländischen Aussehens schließe ich darauf, dass er ein Einheimischer ist. Vielleicht arbeite er in einer der großen Hotelanlagen hier in der Umgebung.


(Fortsetzung folgt)