unrealistische

hurricanesandbirds  asked:

Ich liebe ihn so unheimlich sehr, dass ich manchmal sogar glaube, es bringt mich um. Denkst du, dass man einen Menschen so sehr lieben kann, dass allein nur die Liebe einen zerstören könnte?

Ich habe mich jeden Tag gefragt wie es möglich ist, dass ich ihn so liebe. Jeden Tag, hat mir alleine meine Liebe zu ihm, den Atem genommen. Ich hab ihn so geliebt, die Vorstellung, er könnte alleine meine Hand halten, war für mich unmöglich. Es war zu schön, dieses Gefühl alleine bei der Vorstellung hat mich nicht mehr an diese Welt glauben wollen. Alles was mit ihn zutun hatte, war für mich zu schön, als dass es echt sein könnte, es war unrealistisch, obwohl ich es erlebte. Eine Nachricht von ihm alleine, hat mir den Atem genommen, mein Herz stoppen lassen. Ich dachte, ich überleb es nicht, wenn er wieder kommt und mich in seine Arme nimmt, aber jetzt wo ich weiß, er wird wirklich nicht wieder kommen, weiß ich, dass diese Liebe wirklich nicht für diese Welt war. Sie war nicht möglich, nicht erlaubt, zu schön, zu stark für diese Welt, um echt werden zu dürfen.

Mein Leben.

Ich bin der Außenseiter. Der Loser. Immerhin habe ich meinen besten Freund. Aber dass sich je ein Mädchen für mich interessieren könnte? Nein… unrealistisch.

Seit ich sie das erste Mal gesehen habe bin ich verknallt. Das typische Gefühl, wenn man für jemanden schwärmt, die Person unfassbar schön findet, sich aber bewusst ist, dass sie in einer anderen Liga, eine ganz andere Sportart spielt. Träume ohne Chance darauf Realität zu werden.

Das dachte ich zumindest. Plötzlich schreibt sie mir. Ich bin wie betäubt, weil ich nicht sicher bin, ob es grade wirklich passiert. Warum würde so eine Traumfrau einem Außenseiter wie mir schreiben? Ich weiß noch die Worte. „Wieso hängst du denn immer bei den jüngeren rum?“ Einer ihrer ersten Sätze. Und damit beginnt die wohl besonderste und prägendste Freundschaft, die ich jemals haben werde.

Wir schreiben jeden Tag. Über alles Mögliche. Und irgendwann sagt sie, dass es ihr nicht gut geht. Sie hätte eine Art Liebeskummer. Zumindest würde sie was für jemanden empfinden und wüsste nicht wie es ihm damit ginge. Auf meine Frage, um wen es sich denn handelt, kommt nur „Was würdest du sagen, wenn du es wärst?“ Ich habe eine Freundin. Nicht irgendeine, ich habe das schönste Mädchen der Welt, das mich mehr zum Lächeln gebracht hat als jede andere, das mich verändert hat, zum Positiven.

Das Treffen an der Laterne. So ist es abgespeichert, warum? Es ist Winter, wir unterhalten uns, der erste Kuss ist noch nicht gefallen. Ich bin schüchtern, unsicher, weiß nicht wie ich mich verhalten soll. Also stelle ich mich an die Laterne, versuche lässig zu wirken. Versuch geht schief, ich fange an zu rutschen, will mich noch halten, aber falle. Da liege ich, lachend, innerlich sterbend vor Scham. Sie lacht. Und ich bin einfach nur verliebt. Der Moment als unsere Lippen sich das erste Mal treffen… er brennt sich für immer in meinem Kopf ein.

Wir haben eine wechselhafte Beziehung. Der Grund bin ich. Ich verschlafe Treffen, wenn sie da ist schlafe ich nur in ihren Armen ein, ich verhalte mich wie ein Idiot. Von vorne bis hinten. Doch es gibt da auch diese wunderschönen Momente, die schönsten meines Lebens. Wie wir uns an Silvester ewig draußen durch die Kälte kämpfen, nicht wissen wohin und uns letztendlich entscheiden im Unterstand der REWE-Einkaufswägen um 00:00 Uhr den Neujahrskuss zu zelebrieren. Unsere Spielchen, jedes Mal, Rücken zerkratzen, reinkrallen, den Nacken kraulen, den Hals küssen. Sich Gegenseitig verrückt machen. Ich habe es geliebt. Der Moment, vor unserem Balkon, als ich ihr in die Augen schaue, ihre Hände halte und meinen Gedanken aussprechen muss, dass ich so unfassbar glücklich mit ihr bin. Oder ich, wie ich auf einer Wiese liege, nicht mehr kann, und sie über mir kniet, wir lachen, sie sagt noch, dass der Nächste der vorbei kommt, bestimmt denkt, ich würde grade sterben. Der Nächste der vorbei kommt fragt direkt, ob alles okay ist. Und wir müssen nur lachen.

Ich bin ein Idiot. Ich beende es, mehrmals. Denke ich würde nicht genug empfinden, möchte sie nicht anlügen. Behandle sie wie Mist. Gebe ihr nicht was sie verdienst. Und sie nimmt mich immer wieder zurück.  

Wir schreiben. Es ist eine eher freundschaftliche Unterhaltung. Sie spielt Call of Duty mit ihrem Bruder und er regt sich auf, dass sie ihn nur messert. Ich musste grinsen. Das war genau sie. Daraufhin kommt die nächste Nachricht.

Sie macht Schluss. Ich begreife es erst nicht. Ich bin wie festgewurzelt, sitze da, in Schockstarre. Dann kommt das Zittern. Dann kommt das Weinen. Die Verzweiflung. Der Riss in mir, der bis heute noch weiterwächst. Ich flehe sie an. Es wird grausam. Ich fühle mich wie Dreck. Ich bin am Ende.

Du weißt erst was du hattest, wenn du es verlierst. Der Satz ist für immer tief in mir drin.

Heute reden wir noch fast jeden Tag. Es gibt in der Zwischenzeit viele Kontaktabbrüche, doch wir können nicht ohne einander. Nur auf verschiedene Weisen. Ich liebe sie. Sie liebt mich. Sie ist für mich mein Leben, ich würde alles für sie tun, was in meiner Macht steht. Ich bin für sie ein guter Freund, ein Bruder.
Es ist schön und grausam zugleich. Aber ich würde sie für nichts in der Welt eintauschen, denn sie ist das Beste, das mir je passiert ist. Ob als Freundin… oder als Freundin. Es gibt keinen Menschen für den ich annähernd ähnliches empfinde. Abgesehen von der Liebe. Es ist besonders. Eine Verbindung. Ich habe nur jeden Tag Angst, dass sich diese verliert, denn wir entfernen uns immer weiter, immer wieder. Kommen uns näher, immer wieder. Entfernen uns noch weiter. Finden keine klare Linie. Vielleicht irgendwann. Bis dahin, und darüber hinaus, bin ich da für sie. Werde sie weiter so behandeln, wie den wundervollsten Menschen dieser Welt, für den ich alles tun würde. Und werde. Diese einzigartige Verbindung kenne ich sonst von niemandem. Was auch immer es ist…

Es ist mein Leben.

Eisenbahnverkehr

Ein meterhoher Schmetterlingskokon

Liegt feierlich werktags auf den Eisenbahnschienen

Der Eisenbahnverkehr kam zum Erliegen

Weiße Ballen aus Meerschaum

Treiben über die Eisenbahnschienen

Bunte Muscheln drücken sich in poetischen Asphalt

Das Ich probt eine unrealistische Selbstzuschreibung

Wir sind die Jugend. Wir haben meterweite Ohrlöcher. Wir sind am Wochenende betrunken. Wir sind gerne Tage alleine zu Hause. Wir verbringen Stunden vor dem Internet. Wir lieben laute Musik. Wir lieben aussagekräftige Bands. Wir haben Piercings. Wir wollen Tattoos. Wir sind faul. Wir haben unrealistische Vorstellung, wenn man mutig ist, dann darf man sie Träume nennen. Wir haben die falschen Freunde. Wir verlieren und gewinnen Freunde, ständig. Wir wollen nicht um eins zu Hause sein. Wir probieren uns aus. Wir sind frech. Wir sind emotional. Wir sind von der Welt fasziniert. Wir wollen reisen. Wir wollen wollen dürfen. Wir haben bunte Wände, tapeziert mit jedem Scheiß. Wir lieben unser Bett und verbringen gerne den halben Tag darin. Wir geben Geld aus für Dinge, deren Sinn ihr nicht versteht. Wir haben Meinung. Wir sind laut. Wir sind da.
Habe das Ziel verloren, sehe es nicht mehr, es ist weg. Wie mach ich nun weiter, das kann nur scheitern. Ich setzte mir ein neues Ziel, eines das unrealistisch ist, weil ich durch meine Verzweiflung und den Selbsthass niemals soweit komme. Ich bin nicht stark, ich war es, die Zeit hat mich aber ordentlich durchgefickt. In dieser Welt gibt es derzeit kein erreichbares Ziel, ich suche vergebens.
—  verbautezukunft
Wir sind die Jugend. Wir haben meterweite Ohrlöcher. Wir sind am Wochenende betrunken. Wir sind gerne Tage alleine zu Hause. Wir verbringen Stunden vor dem Internet. Wir lieben laute Musik. Wir lieben aussagekräftige Bands. Wir haben Piercings. Wir wollen Tattoos. Wir sind faul. Wir haben unrealistische Vorstellung, wenn man mutig ist, dann darf man sie Träume nennen. Wir haben die falschen Freunde. Wir verlieren und gewinnen Freunde, ständig. Wir wollen nicht um eins zu Hause sein. Wir probieren uns aus. Wir sind frech. Wir sind emotional. Wir sind von der Welt fasziniert. Wir wollen reisen. Wir wollen wollen dürfen. Wir haben bunte Wände, tapeziert mit jedem Scheiß. Wir lieben unser Bett und verbringen gerne den halben Tag darin. Wir geben Geld aus für Dinge, deren Sinn ihr nicht versteht. Wir haben Meinung. Wir sind laut. Wir sind da.
Aber wir tragen alle unsere eigene kleine kaputte, unrealistische, wunderschöne und vll auch viel zu realistische Welt in uns, und alleine weil das etwas ist was ins niemand wegnehmen kann, sollten wir es auch nicht tun.
—  wo gelesen