ungenau

an lou andreas-salome, rilke

Denn ich gedenke nicht, das, was ich bin
rührt mich um deinetwillen. Ich erfinde
dich nicht an traurig ausgekühlten Stellen,
von wo du wegkamst; selbst, daß du nicht da bist, 
ist warm von dir und wirklicher und mehr
als ein Entbehren. Sehnsucht geht zu oft
ins Ungenaue. Warum soll ich mich
auswerfen, wahrend mir vielleicht dein Einfluß 
leicht ist, wie Mondschein einem Platz am Fenster.

to lou andreas-salome, rilke (trans. edward snow).

For I don’t think back; all that I am
stirs me because of you. I don’t invent you
at sadly cooled-off places from which
you’ve gone away; even your not being there
is warm with you and more real and more
than a privation. Longing leads out too often 
into vagueness. Why should I cast myself, 
when, for all I know, your influence falls on me, 
gently, like moonlight on a window seat.