tschechoslowakei

powerofgood.net
The Power of Good

Wirklich beeindruckend, was ein einzelner Mann imstande ist zu leisten. Nicholas Winton hat in den Jahren 1938 und 1939 über 600 - zum Großteil jüdischen - Kindern das Leben gerettet, indem er sie aus der damaligen Tschechoslowakei nach England brachte.

Die Geschichte war mir bis gestern unbekannt, bei agit.doc wurde ich auf die Dokumentation aufmerksam. Sehr empfehlenswert.

#Büromilch kancelář mléko #LiteraturnobelpreisträgerIn #82 #1984 Jaroslav Seifert (https://twitter.com/dieanna_machine)

“If an ordinary person is silent, it may be a tactical maneuver. If a writer is silent, he is lying.”

nach der #Büromilch ist ein Preis benannt…der  Jaroslav-Seifert-Preis (duh)

“Der Geruch des Brotes ist der Duft aller Düfte. Es ist der Urduft unseres irdischen Lebens, der Duft der Harmonie, des Friedens und der Heimat ”

#Büromilch ist Gründungsmitglied von Devětsil (Neunkräfte), einer Gruppierung innerhalb der tschechoslowakischen Avantgardebewegung

“Death soon will kick open my door and enter. With startled terror I’ll catch my breath and forget to breathe again." 

als einer der ersten unterschrieb #Büromilch die charta 77

Der Pfarrer der Gemeinde von Vrbovce, Miroslav Hvozdara, schmuggelte Gesangbücher in seiner Winterhose über die Grenze von der Slowakei nach Tschechien, nachdem sich die Tschechoslowakei aufgelöst hatte. Die neue Grenze, die jüngste Staatsgrenze innerhalb der Europäischen Union, schuf zahlreiche absurde Situationen, bis beide Länder der EU beitraten und später auch in die Schengenzone aufgenommen wurden. Heute haben die damals errichteten Kontrollstellen ihre Funktion wieder verloren.

9

Rückblick Prag Teil 2

Sonntag, 23.11.2014, 18:00 Uhr. 1. Tschechische Liga*, 15. Spieltag (2014/2015).

SK Slavia Praha (8.) vs FC Hradec Králové (16.) 1:1 (0:0) 

Stadion Eden**, Prag.

5'228 Zuschauer

*formerly known as Synot Liga

**formerly known as Eden Aréna

Am Sonntag fiel das Aufstehen erneut schwer, aber nachdem das Frühstück reichhaltig und fettig ausfiel, ging es dann doch irgendwann in die Stadt. Zunächst ging es zur Prager Staatsoper, einem aufwändig verzierten und vergoldeten Prachtbauten direkt an der Moldau. Auf dem Weg dorthin stolperten wir über ein Meer aus Grablichtern und Kerzen. Durch den Blick auf die angebrachte Gedenktafel bestätigte sich der Eindruck, dass hiermit an die Samtene Revolution erinnert werden sollte. Im November 1989, also 25 Jahre zuvor, protestierten in Prag die Studenten, sowie Schauspieler und Musiker, u.A. aus ebenjener Staatsoper gegen das Politbüro der damaligen Tschechoslowakei. An einem 24.11., also auf den Tag genau trat Miloš Jakeš von seiner Funktion als Generalsekretär der tschechoslowakischen kommunistischen Partei zurück. Die Kerzen galten wohl aber eher den über 600 Verletzten, die bei den zuvor abgehaltenen, friedlichen Massenprotesten an jener Straßenecke unter der Staatsgewalt leiden mussten. Zurück zum sonnigen Novembersonntag im Jahre 2014, wo wir die total überfüllte Karlsbrücke schon überquert hatten und dabei unzähligen Selfie-Sticks, Karikaturenzeichnern und anderen Pauschal-Touri-Geldabzock-Ständen ausweichen mussten. Ziel war die Prager Burg samt Veitsdom. Prächtig auf einer Anhöhe gelegen wusste der Ausblick von der hübschen Burg durchaus zu gefallen. In den imposanten Dom wurde selbstverständlich auch ein Blick geworfen. Obwohl ich nicht gläubig und erst recht nicht katholisch bin, war das schon beeindruckend. Nach ein paar Fotos knurrte aber schon der Magen und so ging es wieder hinab in die Altstadt. Dort wurde nach einem zügigen Imbiss mit der Straßenbahn das Stadion Eden - pardon, Eden Aréna - angepeilt. Den Slavia-Fans gefolgt waren wir ausgestiegen und mussten uns erstmal kurz umsehen. Hinter ein paar Wohnungsblöcken, von der Straßenbahn aus fast etwas versteckt, liegt das Stadion Eden. Mit der dunkelroten Außenfassade und dem in das Stadion integrierten Hotel sah das Stadion fast wie das direkt angrenzende Einkaufszentrum aus. Nun denn, einmal ums halbe Stadion herumgedackelt, zog auf einmal ein Tross von rund 100 Gestalten unsere Aufmerksamkeit auf sich, auch die verstreuten Slavia-Fans guckten und kamen näher, um sich die Gästefans samt Polizeibegleitung anzugucken. Irgendwie machten die Jungs aus Hradec Králové einen motivierten und wütenden Eindruck. Die Laufspielchen wurden aber schnell von der aufmerksamen Polizei unterbunden, sodass es zu keinen erwähnenswerten Auseinandersetzungen kam. Nachdem auch hier ohne Probleme Sitzplatzkarten für 210 CZK (~7,75€) an der Tagespresse erstanden werden konnten, ging es rein in das 2008 eingeweihte Allseater-Stadion. Von innen machte das Stadion mit komplett roten Sitzen einen neuen und sauberen, fast schon noch etwas sterilen Eindruck, wenngleich das holzvertäfelte Dach ganz nett aussah. Gerne wäre ich mit dem HSV-Gästepöbel dort gewesen, aber leider klappte das damals aus verschiedenen Gründen nicht. Slavia, der Erzrivale von Sparta, verfügt ebenfalls über eine der größeren Anhängerschaften, wobei das Stadion auch höchstens im Europapokal oder bei Derbies mal ausverkauft ist. Nachdem wir uns auf der spärlich gefüllten Gegentribüne niedergelassen hatten, ging es auch schon los. Die Heimfans hatten sich auf der einen Hintertortribüne hinter einer großen “SLAVIA PRAHA”-Fahne versammelt, die Heimfans waren ebenfalls mit 2 Minizaunfahnen angereist. Hier war dann klar, warum der Gästehaufen so am Toben war, denn auf der Heimseite wurden 2 größere schwarz-weiße Zaunfahnen der Gäste präsentiert. Während des Spiels war die Heimseite deutlich aktiver als gestern die Sparta-Fans. Hüpfeinlagen, bei der fast die ganze, nicht vollständig gefüllte Heimkurve mitzog und eine nette Akkustik im Stadion ließen andeuten, was mit voller Hütte hier stimmungsmäßig möglich wäre. Mitten in der ersten Hälfte gab es dann noch eine Choreographie zu sehen. Auf einem Spruchband war “Přatélé Slavie Přatélé Mezi Sebou” (Slavia-Freunde - Freunde unter sich) zu lesen. Links und Rechts waren Folienbahnen, auf denen 1964 und 2014 zu lesen war. Die Mitte verzierte das Logo der Fanabteilung, die si ch wiederum Slavia-Freunde nennt. Viele kleine Schwenker vervollständigten das Bild. Gefeiert wurde damit der Wiederaufstieg unter dem ursprünglichen Vereinsnamen mit den klassischen Vereinsfarben rot-weiß. Nach 1948 und erfolgten nämlich Fusionen mit anderen Vereinen, samt Namensänderungen, 1953 spielte das Team als TJ Dynamo Praha in blau-weiß, ehe 1964 wieder die Rückbenennung stattfand. Die erste Hälfte verstrich torlos, direkt nach Wiederanpfiff konnten die Gäste aber in Führung gehen, was zugleich im Gästeblock mit 2-3 Blinkern und Rauch gefeiert wurde. Die Führung hielt aber nur bis ca 10 Minuten vor Schluss, wo Slavia ausgleichen konnte. Die zwischenzeitlich leiser gewordene Heimkurve wurde wieder lauter, auch wenn das insgesamt spannende, aber nicht gerade hochwertige Spiel nicht mehr gedreht werden konnte. Nach dem Abpfiff versuchten dann noch Ordner, Verantwortliche für die Pyroshow aus dem Gästehaufen rauszupicken. Zusammenhalt war hier das Stichwort, sodass die Ordner weggeschubst wurden. Ob es im Umlauf noch geklappt hat, konnte ich aber nicht erkennen. Die Heimfans feierten derweil mit rotem und weißem Rauch, sowie ca 15 Bengalen ihre Mannschaft und den Verein. Hier schritten jedoch keine Ordner ein, sodass es hier wohl die gestern erwähnten Absprachen gegeben haben muss. Noch ein hübsches Panoramafoto geknipst und zurück in die WG, wo wir bei kühlen Getränken mit den Belgiern und dem Finnen an unserem Englisch feilten. Am nächsten Tag sollte um 05:50 der Zug Richtung Heimat fahren, sodass wir uns dazu entschlossen, gar nicht zu schlafen und nach dem Feiern direkt zum Hauptbahnhof zu gehen. Über die Rückfahrt ist nicht viel zu sagen, außer, dass wir fast unseren Ausstieg verpasst hätten, ansonsten wurde gepennt. Ein gelungener Trip ging damit zuende, der nach Wiederholung schreit.
2

Ich traf Menschen, die ich bewundere: für ihren Willen, ihren Mut, ihre Konsequenz. Sie erzählten vom Leben und vom Tod, von Angst und der Bereitschaft, für die Freiheit ihr vorheriges Leben zurückzulassen und den Tod zu riskieren. Sie erzählten von ihrer Flucht aus der DDR.

Mit dem Ankerherz Verlag haben wir aus ihren Geschichten ein Buch gemacht, das im vergangenen Herbst erschienen ist: “Nur raus hier!”

Stefan Krücken, Gründer des Verlags, und ich werden am Donnerstag, 5. Februar, in der Hamburger Haifisch Bar daraus lesen.

Das Buch hat der Pulitzer-Preis-Träger Andree Kaiser fotografiert und herausgegeben. Er ist auf dem Titel des Buches zu sehen, mit Turnschuhen, Lederjacke und Lockenkopf. Das Foto wurde Anfang der 1980er Jahre gemacht - etwa zu jener Zeit, als Andree sich zur Flucht aus der DDR entschloss.

1982 wurde Andree mit einem Freund in der Dunkelheit eines Herbstmorgens im Land zwischen den Zäunen gestellt, zwischen der Tschechoslowakei und Österreich. Seine Flucht war gescheitert. Ein Gericht verurteilte ihn in nicht öffentlicher Sitzung, aber vor den Ohren eines Lehrgangs von Stasi-Offizieren, zu drei Jahren Gefängnis. Andree saß seine Strafe ab, dann wurde seinem Ausreiseantrag stattgegeben: Er hatte 24 Stunden Zeit, die DDR zu verlassen. Andrees Erzählung ist eine von 18 Geschichten von der Flucht aus der DDR, eine von 18 Geschichten gegen das Vergessen, eine von 18 Geschichten in unserem Buch “Nur raus hier!”.

Stefan und ich werden daraus zwei Geschichten lesen: Einmal flüchtet ein junges Paar über die Ostsee - eine Boje rettet ihnen das Leben, bewahrt sie aber nicht vor harten Haftstrafen: “Rettungsinsel”. Ein andermal befreit sich ein Teenager noch aus dem Stacheldraht des Grenzzauns, rennt zur Donau und schwimmt in die Freiheit - als ihn die Kugel einer Kalaschnikow in den Rücken trifft: “Ich treibe wie tot im Fluss”, erzählte der Tierfilmer Andreas Kieling in seiner Fluchtgeschichte “Die Saale war kein Yukon River”. Und wenn wir noch Zeit haben, werden wir auch noch eine dritte Geschichte lesen.

Ankerherz im Hai, die Dreizehnte - Lesung
am Donnerstag, 5. Februar 2015, 19.30 Uhr,
Haifisch Bar, Große Elbstraße 128, 22767 Hamburg.
Eintritt frei.

Unser Buch gegen das Vergessen: “Nur raus hier!”,
18 Geschichten von der Flucht aus der DDR,
erschienen im Oktober 2014 im Ankerherz Verlag.

Unsere CORRECT!V-Internetseite zum Buch: nur-raus-hier.de.

Legende Masopust verstorben

Tschechiens Fußball-Legende Josef Masopust, 1962 Europas Fußballer des Jahres, ist am Montag nach langer Krankheit im Alter von 84 Jahren verstorben.

Der Mittelfeldspieler, der in 63 Spielen für die Tschechoslowakei 10 Treffer erzielte, stand 1962 mit seinem Team bei der WM in Chile im Finale gegen Brasilien (1:3).

Masopust, der fast seine komplette Vereinskarriere bei Dukla Prag verbrachte,…

View On WordPress

youtube

EDUARD GOLDSTÜCKER, damals Literatur- wissenschaftler in Prag und ab 1939 Mitglied der tschechoslowakischen Exil-Regierung in London, erinnert sich an die Besetzung Prags durch deutsche Truppen am 15. März 1939.