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„Men & Chicken“: Exklusives Interview mit Mads Mikkelsen

Spätestens seit seiner Rolle als Le Chiffre in „James Bond 007 – Casino Royale“ (2006) ist Mads Mikkelsen auch über die Grenzen seiner Heimat Dänemark hinaus populär. Sein unnachahmlicher Schauspielstil und seine charismatische Ausstrahlung brachten dem 49-Jährigen immer wieder spannende Angebote ein.

Mit „Men & Chicken“ kehrt Mads Mikkelsen nun zu seinen Ursprüngen zurück. Für den dänischen Regisseur Anders Thomas Jensen ist die schwarze Komödie der erste Kinofilm seit zehn Jahren. Davor machte er sich mit den ebenso fiesen Comedy-Filmen „Adams Äpfel“ (2005), „Dänische Delikatessen“ (2003) und „Blinkende Lichter“ (2000) einen Namen. Jensen und Mikkelsen verbindet eine langjährige und enge Freundschaft. Auch beruflich haben die beiden eine gemeinsame Vergangenheit, und so ist es keine Überraschung, dass Mikkelsen nun auch in „Men & Chicken“ die Hauptrolle spielt. Mit seinem Bruder (David Dencik) macht Elias (Mikkelsen) sich auf den Weg zur Insel Ork, auf der Suche nach dem gemeinsamen biologischen Vater.

Mit viel Witz zeigt Anders Thomas Jensen, wie die zwei absolut unterschiedlichen Geschwister mit einem Mal versuchen miteinander auszukommen. In der Vergangenheit waren der frustrierte Philosophie-Professor und der Faulenzer beziehungstechnisch auf keinen grünen Zweig gekommen.

Im Interview mit Yahoo berichtet Mads Mikkelsen, dass Regisseur Jensen in „Men & Chicken“ wieder nicht auf hohle Unterhaltung setzt, sondern auch die ernsten Fragen des Lebens und Sterbens anspricht. Wie man gekonnt Tragik und Komik kombiniert, zeigt bereits das Plakat zum Film. Auf die Frage hin, welches das lustigste Gesicht ist, das er machen kann, tippt er sofort auf das Filmposter von sich: Mit dickem Schnäuzer und einem Huhn im Arm sieht er gleichzeitig schreiend komisch und bemitleidenswert aus.

Dass die bitterböse Komödie den Gang ins Kino unbedingt wert ist, sollte bereits klar sein. Es ist also an der Zeit mehr Persönliches über den 1,83 m großen Dänen zu erfahren. Welche ist zum Beispiel seine allerliebste Stadt auf der Welt?

Mit seinem Fingerzeig meint der Mime natürlich Berlin, wo das Interview auch stattfand! Kein Wunder: In Deutschlands Hauptstadt kommt schließlich jeder auf seine Kosten – ob Kultur- und Kunst-Begeisterte, Party-People oder auch Menschen mit Hang zu bösen Machenschaften – so wie Mads Mikkelsens Figur in „Die drei Musketiere“.

Auf die Frage hin, welchen Charakter, den er in der Vergangenheit spielte, er gerne mal in der Realität treffen würde, deutete er genau auf eben diesen Rochefort hin.

In der 2011er Abenteuer-Verfilmung von Paul W.S. Anderson wusste er seiner überaus fiesen Figur auch besonders viel Persönlichkeit und Charme zu verpassen – ähnlich wie in „James Bond 007 – Casino Royale“ oder auch in der TV-Erfolgsserie „Hannibal“. Mads Mikkelsen ist eben einfach der beste Bösewicht von allen!

(Bild: Getty)