str!der

  • Er wählt die 112...
  • Mann: Hallo, ich möchte einem Notruf melden...
  • Notruf: wo sind sie den?
  • Mann: Im Royal Hotel in der Western Str.3 Zimmer 2.
  • Notruf: um welchen Notfall handelt es sich ?
  • Mann: Selbstmord...
  • Notruf: wer ist das Opfer?
  • Er lädt die Waffe und sagt"ich"...
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„Das wird ein heißer Herbst.“ 

Gestern Abend schlenderte ich gegen 17.30 Uhr zum Kronenplatz, da dort nach der Sommerpause die Nazis mit dem Namen „Widerstand Karlsruhe“ einige Reden schwingen und ich sowohl das, als auch die Gegendemonstration dokumentieren wollte.

Das Schöne war, dass wir (ich zähle mich immer noch zu den Gegendemonstranten) mit geschätzten 350 Leuten den maximal 70 Nazis klar in der überlegen waren. Ganze Schülergruppen waren vor Ort, Eltern mit Kindern, Pärchen, die Antifa und ältere Interessierte.

Die Polizei hatte ein großes Aufgebot von mehreren Hundertschaften gestellt, und somit wurden Nazis und Antifaschisten mittels Absperrungen und wie immer martialisch auftretenden, meist jungen Polizisten auseinandergehalten.

Da ich seit einigen Wochen im Besitz eines Presseausweises bin, durfte ich auch hinter die Absperrungen. Mit einem Verantwortlichen der Polizei, der nur für die Presse zuständig ist, konnte ich quasi überall hin.

Zu meiner positiven Überraschung war der Sprecher sehr umgänglich und entspannt. Mit anderen Fotografen und einem Reporter vom SWR musste ich ihm nur sagen, wo ich hinwollte, und er begleitete uns.

So stand ich direkt daneben, als die Redner der Nazis anfingen, ihren Vortrag zu halten, der inhaltlich mehr als schwach ausfiel. Parolen wie „98 % aller Flüchtlinge sind illegal!“ sorgten für ein Augenverdrehen meinerseits.

Auf dem Kronenplatz hatten sich einige jüngere und auch viele ältere Menschen mit Deutschlandfahnen und solchen mit dem Baden-Wappen eingefunden. Leider drangen die Pfiffe und Sprechchöre der Antifaschisten nicht wirklich bis zu den Nazis, aber es wurde deutlich, dass sie deutlich in der Unterzahl waren.

Die Polizisten, die direkt vor den Gegendemonstranten hinter der Absperrung und auf dem Kronenplatz verteilt agierten, machten auf mich einen stabilen bis streckenweise sehr nervösen Eindruck. 

Gegen 20 Uhr marschierte die rechte Gruppe von der Polizei begleitet ein paar hundert Meter die Zähringer Str. entlang, bog an der Kreuzstraße ein und wurde an der nächsten Kreuzung schon von einigen Gegendemonstranten hinter Absperrzäunen erwartet und drehten zügig wieder um.

Einer der Nazis hatte mich scheinbar erkannt, und sprach mich direkt an. „Eins muss ich Ihnen lassen, sie machen wirklich gute Fotos.“ Etwas überrascht bedankte ich mich, doch der nächste Satz des Nazis saß: 

„Aber ihr werdet Euch noch wundern: Das wird ein heißer Herbst. Wir lassen uns das nicht mehr gefallen“.

Erst im Nachhinein wurde mir klar, dass dies eine Anspielung auf brennende Asylunterkünfte sein könnte – und wahrscheinlich auch war.

Zurück am Kronenplatz hielt ein Sprecher der Rassisten in Regenströmen einen Vortrag, der zwar in sauberem Deutsch vorgetragen wurde, inhaltlich jedoch genauso flach wie dilettantisch ausfiel. „An der Flüchtlingswelle sind nicht die Kriege in den südlichen Ländern schuld, sondern die Politik von Frau Merkel!“

Meist wurden besonders „starke“ Aussagen von der rechten Menge mit einem stumpfen „Widerstand! Widerstand!” beantwortet. 

Zum Abschluss begleitete mich der Pressesprecher der Polizei noch zur Ecke Adlerstraße / Kaiserstraße, wo eine Gruppe von 20-30 Antifaschisten wegen eines scheinbaren Durchbruchsversuches und dem Verstoß gegen das Vermummungsverbot von Polizisten eingekesselt wurden.

Eine Person wurde festgenommen und die Personalien von allen Antifaschisten aufgenommen, inklusive Platzverweis. Da sich die Situation aber nicht so schnell auflösen wollte, verabschiedete ich mich von den anderen Fotografen und dem Pressesprecher und wünschte einen angenehmen Abend.

Im Nachhinein fühlte ich mich wohl, in Begleitung eines Pressesprechers auch mal „die andere Seite“ eines Demogeschehens zu erleben. Mit eigenen Ohren zu hören, mit welch schwachen Argumenten der Widerstand Karlsruhe Stimmung gegen Geflüchtete machen möchte.

Doch bei allem Augenrollen hat mir die Aussage über den „heißen Herbst“ auch nochmal vor Augen geführt, dass selbst die dümmste Ideologie schnell gefährlich werden kann. Und im Falle der Nazis immer gefährlich ist. Dabei denke ich an all die mir ans Herz gewachsenen Menschen wie Favour und ihre Tochter Cleopatra, die hoffentlich niemals Opfer eines rechten Übergriffes werden.

“Huh, well… I usually don’t eat eggs… Actually, I don’t really cook a lot. Now, I did for a little while, but…

Dave’s just so damn picky and he doesn’t quite appreciate my home cooking… So I quit.

Although I don’t know why Rara’s upset over that, since she likes to cook for us… Hmm.”

(( Rara here! Sorry that background’s so damn lazy, I’m working on a not-so-lazy EnterVOID comic right now. Also, wow thanks for the questions, likes, and follows, guys! ♥ ))