sternburger

Mir ist nach allen Richtungen hin komisch. Der Tag ist hellgrau und zwickt in den Augenbrauen, wenn man nach oben schaut. Ich helfe mir selbst hoch auf das Fensterbrett zur ersten Zigarette. Dann falle ich zurück und liege mich wieder ein. Die Wut, die manchmal so plötzlich in mir hochkommt wie zähe Masse eingekochter Marmelade, wirft gefährliche Blasen, die Verbrennungen an den Unterarmen zur Folge haben können. Gerade aber bin ich weich und überrascht davon.
Am Abend erzählst du nicht ohne Selbstzufriedenheit, dass du den bösen Mann in dir endlich bei der Hand genommen hast. Die Flasche Weißwein in der Küche, die Motten immer wieder frei durchmessen, ist fast leer. Jeder haut auf seine Art mal eben ab. Manches ist neu, aber alles tut weh. Malkurs, Trommeln, Comic-Workshop- bald machen wir einen SM-Kurs im Flüchtlingsheim. Unsere letzten beiden Sternburg nehmen wir mit in die Tristeza, schließlich ist schon Monatsende auf unseren Kontos.