stadtplanung

Ebenezer Howard, Garden City Concept, 1902. England. A Group of Smokeless, Slumless Cities. Via spur.org

Howard published one of the most influential visions in the history of city planning, called Garden Cities of To-morrow.  In it, he created a series of diagrams that helped to establish the orthodoxy of 20th-century city planning.

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7.6 One-point perspective: Contemporary City (Ville Contemporaine) illustrations by Le Corbusier (1922)

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Überseestadt Bremen - Konversion der alten Hafenreviere

Letzte Woche war ich in Bremen, um mir dort die Überseestadt anzuschauen. Die Überseestadt entsteht auf dem Gelände der alten Hafenreviere, die durch den Strukturwandel in der Hafenwirtschaft frei wurden. Durch das Brachliegen dieser innerstädtischen Flächen, gibt es nun Potenzial diese Räume für die Stadtentwicklung zu nutzen. Jetzt wird dort ähnlich wie auch in der HafenCity Hamburg eines der größten Städtebauprojekte Europas realisiert. Da ich mich quasi fast täglich in der HafenCity Universität (HCU) und somit auf der größten Baustelle Europas aufhalte, wollte ich mir die Überseestadt in Bremen mal im direkten Vergleich anschauen.

Das Areal befindet sich in zentraler Lage und in direkter Nachbarschaft zu der Bremer Innenstadt, sowie den Stadtteilen Walle und Gröpelingen. Es hat eine Größe von 288 Hektar, wovon 118 Hektar schon durch bestehende Dienstleistungen, Produktionsbetriebe sowie Handel, Lager und Logistik belegt sind. 70 Hektar sind für Verkehrs- und Grünflächen verplant. Folglich stehen noch ca. 100 Hektar Landfläche für eine Neuerschließung und -planung zur Verfügung. Davon sollen ca. 80% mit Dienstleistungen, 15% mit Produktion, Handel und Logistik und die restlichen 5% mit Wohnfläche beplant werden.

Der Grund für die geringe Entwicklung der Funktion Wohnen, trotz der perfekten Lage nahe der Innenstadt sowie am Wasser, ist der hohe Bestand an gewerblicher Nutzungen. Die dadurch entstehenden Lärm- und Geruchsimmissionen (viel Nahrungs- und Genussmittelindustrie) stehen einer Entwicklung zu einem tragfähigen Wohnquartier entgegen. Des Weiteren sind in den Nachbarquartieren Walle, Gröpelingen sowie im Stephaniquartier (gehört zum Stadtteil Mitte) bereits viele Wohngebiete vorzufinden. So ist auch das Interesse der Wohnungswirtschaft an der Überseestadt vergleichsweise gering.

Im Jahr 2003 wurde zu diesen Planungen der „Masterplan Überseestadt Bremen“ vorgelegt (hier: Masterplan Teil 1 und Teil 2). Darin wurde das Areal in acht Entwicklungsgebiete unterteilt (Hafenvorstadt, Weserufer, Europahafen, Speicherhof, Überseetor, Frischzentrum, Holz- und Fabrikenhafen, Überseepark). Diese sollen zu unterschiedlichen Quartieren mit eigener städtebaulicher Milieuprägung und Identität entwickelt werden.

Dafür ist es von großer Bedeutung, dass die prägenden historischen Bauwerke in der Überseestadt erhalten bleiben und in die Entwicklung des Stadtteils integriert werden. Dazu zählen beispielweise:

Der denkmalgeschützte Speicher XI: Dieser wurde zwischen 1908 und 1912 erbaut und hat eine Länge von ca. 400 Metern. Dort befindet sich zurzeit die Hochschule für Künste, das Hafenmuseum Speicher XI, das Infocenter Überseestadt, ein Designzentrum, Gastronomie sowie weitere diverse Kultureinrichtungen und Dienstleistungsunternehmen.

Die alte Feuerwache: Diese befindet sich am Kopf des Holz- und Fabrikenhafen und wurde Anfang des 20. Jahrhunderts für die Feuerwehr sowie den Zoll errichtet. Diese Nutzungen wurden jedoch 2003 aufgegeben. Derzeitig befinden sich ein italienisches Restaurant und zahlreiche Büros für die Kultur- und Kreativwirtschaft in den Räumlichkeiten des Gebäudes.

Allgemein weist die Überseestadt eine lineare städtebauliche Struktur mit einer hafentypischen Architektur auf. Durch die Planung von großzügigen öffentliche Räumen sollen die Binnenlagen mit dem Wasser verbunden werden und die Überseestadt zu einem Stadtteil am Wasser werden. 

So bilden die Grün- und Freiflächenverteilung das Grundgerüst und integralen Bestandteil der städtebaulichen Struktur der Überseestadt. Dadurch sollen die Aufenthaltsqualität gesichert und gestärkt sowie die Bewohner der angrenzenden Stadtteile angesprochen und deren Interesse an wassernahen Grün- und Freiflächen geweckt werden.

Da sich das Projekt Überseestadt noch am Anfang der Entwicklung befindet, ist eine Bewertung des Erfolgs zu diesem Zeitpunkt noch nicht wirklich möglich. Jedoch kann man sagen, dass mit den Planungen Möglichkeiten gefunden werden, die für eine positive Entwicklung des neuen innerstädtischen Stadtteils sprechen. Dennoch sollte bei der Umsetzung darauf geachtet werden, dass es in der Überseestadt trotz des geringen Wohn- und des extrem hohen Arbeiteranteils, auch außerhalb der üblichen Arbeitszeiten zu einer Belebung und Stabilisierung des Quartiers, zum Beispiel durch die Errichtung diverser gastronomischer und kultureller Einrichtungen, kommt. So könnte ein attraktives Quartier für Gewerbe und Dienstleistungen, Freizeit und Kultur sowie auch Wohnen entwickelt werden.

Hier noch einige Eindrücke zum jetzigen Stand der Überseestadt Bremen: 

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Der holländische Entwurf für Fahrrad freundliche Kreuzungen.