soviele

Mein Sohn, der Frontmann von RAMMSTEIN
10.12.2008

Eine Liebeserklärung – von Gitta Lindemann

Mein erstes Konzert mit Rammstein. Ich saß zwischen dunkel gekleideten Menschen, die ich mir anders gedacht hatte. Sie waren unaufgeregt und redeten über Studienaufträge, sie vertrieben sich die Zeit mit erstaunlich klugen Gesprächen. Der Beginn des Konzertes verzögerte sich um eine halbe Stunde. Soviel Zeit brauchten die Jungs, um zu überlegen, ob Anstößiges im Programm ist, was der Mutter missfallen könnte. Ich war heimlich gekommen, er hatte es damals nicht gewollt. Aber er hatte mich entdeckt. Später, in größeren Sälen und Stadien, war ich selbstverständlicher Gast. Ob damals in einem kleinen Saal oder jetzt in gewaltigen Arenen – das Erlebnis bleibt gleich. Ich stehe zwischen den anderen und die Musik hastet auf mich zu, dröhnt und wirft sich auf, stößt sich an Wänden, stürzt in den Himmel, fällt zurück und setzt sich auf die Brust, der Atem wird flacher. Ich bin eingekeilt in Musik und starr. Vor Bewunderung. Der Dompteur auf der Bühne ist mein Sohn.

Er dirigiert die Massen mit einer Handbewegung, er schlägt sich die Stirn wund und er brennt und er jagt seine rollende Stimme durch Raum und Zeit. Was für eine Verantwortung. Für all diese Menschen, die ihm begeistert zujubeln und ihm folgen würden, wohin er sie auch führen würde.
Da hab ich Angst um ihn. Was tut er sich an, welche Überwindung muss es ihn kosten, sich so auszuliefern. Abend für Abend, Land um Land, Kontinent um Kontinent.

Aber er ist entspannt, wenn ich vor dem Auftritt backstage bin und er sich um mich kümmert, als wären wir zu Hause.

Zu Hause, das ist Mecklenburg. Seine Heimat, seine Wurzeln, sein Kraftquell.
Schon als Junge – in den Ferien – jagte er durch die Landschaft, stand in der Frühe auf und ging mit den Melkern aufs Feld zu den Kühen. Schlief im Freien unter dem weiten Himmel, hörte die Äpfel fallen oder die Enten in den Teich switschen. Im Herbst durchkämmte er die Wälder nach Pilzen, im Winter lange Spaziergänge durch hohen Schnee, mit der Katze in der Jacke, weil die nicht mehr springen mochte von Schneehügel zu Schneehügel.

Und die Menschen. Erzähl mal von früher – das hat er zu seinem Vater gesagt und zu den Gästen im Dorfkrug. Wie haben sie hier gelebt vor seiner Zeit. Er sitzt – damals wie heute – mit den
Leuten aus dem Dorf zusammen und kann stundenlang zuhören, wie sie in ihrer breiten Mund­-
art und mit trockenem Humor Geschichten hervorquellen lassen.

Er ist beliebt, sie suchen seine Gesellschaft. Das hat nichts mit seinem Beruf zu tun. Sein Vater hat über ihn ein Buch geschrieben, darin berichtet er von seinem Erstaunen, dass seine Freunde ihm alles zutrauten. Einer will von ihm sein Moped repariert haben, der Vater fragt verwundert – meinst du, er kann das? Der Junge sagt: Till kann alles. Der Vater denkt ungläubig: Vor allem Unsinn. Er ist überrascht, dass die Karre in Kürze wieder läuft. „Er kann alles – wie viel Vertauen, wie viel Zutrauen“, schreibt sein Vater.
Vertrauen – das ist das Wort. Und trauen, er traut sich. Er geht auf Grenzen zu und überschreitet sie. Was könnte geschehen, wenn… diese Frage kennt er nicht. Er probiert, er testet sich aus. Seine Texte sind keine Frage des Mutes, sie sind in ihm. Denn: über sich redet er nicht, über seine Sehnsüchte, seinen Schmerz, das schreit er heraus in seinen Gedichten. Ein Freund hat geschrieben: „Es sind Wunden aus Verzweiflung und Hoffnung. Fluchtgedanken voller Einsamkeit aus einem Herz voller Mut und Sehnsucht geschossen.“

Als seine Großmutter starb, war er an ihrem Bett, hat sie gestreichelt, bis in den Tod. In einem Gedicht kann er den Schmerz so sehr anders verarbeiten, so, dass es wehtut beim Lesen. Wo nimmt er die Ideen her, hab ich mich und ihn gefragt. Sie sind einfach in ihm. Aber manchmal bleibt die Gnade der Einfälle auch aus. Dann ist es schlimm. Dann verschließt er sich, schließt sich weg, dann stehe auch ich im Regen. Immer aber gibt es die Familie, die inzwischen angewachsen ist. Und er ist jetzt der Familiensachverwalter, er achtet darauf, dass keiner ausschert.

Es gibt viele Gründe, zusammen zu sitzen. Da kommen seine Freunde und die Familie wird hinzu gebeten, da gibt es Weihnachten und Ostern und Geburtstage oder einfach nur einen schönen Abend, um gemeinsam unterm Sommer-Sternenhimmel zu sitzen und zu erzählen.

Oder er hat Lust zu kochen, das kann er vorzüglich, vor allem Wildgerichte und Fisch. Er probiert neue Gerichte aus und wenn es uns allen vorzüglich schmeckt, mäkelt er herum, da hätte aber noch…

Manchmal lädt er uns in sein großes Auto und wir fahren an die See oder gehen paddeln, immer die ganze Familie. In unseren Bötchen sitzen wir und lassen uns treiben durchs Wasser, über uns schattiges Gezweig. Dann sucht er einen Rastplatz auf einer Wiese und hievt alle an Land. Aus der Kühltasche holt er Bouletten und Brot und Gummitiere für die
Kinder und Wasser und Pro Secco, er selbst geht Angeln, während wir vespern. Abends gibt dann Fisch mit viel Knoblauch. Dann ist er ganz bei sich.

Dies ist eines seiner Leben, das andere auf der Bühne, sein „Job“, wie er sagt. Manchmal fallen sie zusammen. Wenn wir z.B. am Strand in Costa Rica sitzen und drei junge Männer kommen auf ihn zu und bitten um ein Autogramm. Das ist ihm peinlich. Aber artig und freundlich setzt er die Unterschrift.
Meine schönste
Erinnerung:

Er holt uns ab in San Rose und wir fahren über endlose Straßen und holprige, staubige Wege, trotzdem wird er immer schneller und schneller, ich sage, warte doch, ich will den Sonnenuntergang sehen; er aber gibt Gas und fährt und fährt, schließlich einen Berg hinauf und hält endlich an und wir sehen: Die Sonne überm Meer. Wie sie glutrot untergeht. Diesen Augenblick sollten wir von hier oben aus erleben!

Wir sind angekommen, und er kocht und summt dabei vor sich hin. Es wird dunkler und dunkler, über uns nur noch der Sternenhimmel und wir sind allein mit uns und unseren Gesprächen, die dauern bis spät in die Nacht. Wir haben herrliche Wochen, fahren durchs Land, schwimmen und schweben hoch überm Dschungel, halten uns fest an einem endlos scheinenden Seil. Tief unter uns das grüne Dickicht, über uns der Himmel und weit hinten das Meer und bei mir ein großes Angstgefühl im Magen. Beim Anlegen der Sicherheitsgurte wurden mir plötzlich meine über 65 Jahresherzschläge bewusst.

Ohne ihn hätte ich mir dieses Abenteuer nicht zugetraut. Er schafft Vertrauen. Ich erinnere mich, wie wir – da war er 14 oder 15 – bei einem Spaziergang über die Felder durch eine Bullenherde mussten. Ich hatte Angst, er wahrscheinlich auch, aber er ging auf die Tiere zu und rief mir zu, ich solle einfach hinter ihm bleiben.

Dann mussten wir über einen Bach, ich stellte mich schusselig an, er legte ein Brett drüber und half mir ans andere Ufer.

Bis vor kurzem hatten sich zu den Feiertagen fünf Generationen um seinen Tisch versammelt. Er holte seine Großmutter im Rollstuhl mit seinem Auto ab und fütterte sie und das Ur-Urenkelkind kroch auf ihren Schoß. Familienalltag. Sein Rückhalt.

Ebenso wie die Natur. Er geht unter dem weiten Himmel am See entlang und kennt die Tiere, die hier leben. Er beliest sich und erklärt uns dann erstaunliche Sachen. Er kennt die meisten Länder der Welt, und sie kennen ihn. Als ich in Moskau war, wollten mir viele junge Menschen die Hand drücken, weil ich ja die „Rammsteinmutter“ war und ein Mann in meinem Alter erklärte mir mit Begeisterung die Einzigartigkeit dieser Band. Auf den Videos von den Gastspielen in aller Herren Länder sieht man, wie andächtig und inbrünstig die Zuschauer die Texte auf Deutsch mitsingen. In Mexico City ist das nicht anders als in Tokio, Rio, Manchester oder in Budapest. Das alles erlebt er. Aber das ist nichts gegen einen mecklenburgischen Sonnenaufgang überm Moor, sagt er, wenn du siehst, wie die Rehe aus dem Gebüsch kommen und du in dieser großen Stille die unterschiedlichen Tiergeräusche wahrnehmen kannst. Dieser unvergleichliche Himmel, die Wolken und Modderklumpen an den Schuhen, diese Landschaft erdet ihn und macht ihn auch demütig.

Ich bin – wie so viele – gern mit ihm zusammen. Dass er berühmt ist, spielt keine Rolle. Nur manchmal fällt es mir mit leisem Erstaunen auf: was für ein Mensch.

Wenn ich nicht zufällig seine Mutter wäre, mit diesem Mann wäre ich gern befreundet.

anonymous asked:

Glaubst du, dass es Menschen gibt, die nicht dafür gemacht wurden, zu leben?

Jeder Mensch ist dafür gemacht. Sag sowas nicht. Du bist vielleicht 15-16. du hast dein ganzes Leben noch vor dir. Es wird noch soviel in deinem Leben passieren.

soviele replied to your post “just a note on the dirndl-debate going on elsewhere on tumblr: totally cool to wear but mind the ribbon. tied up front it means that you are a virgin (or, more recently, an American tourist) and you will probably get laughed at. right side indicates you’re taken, left side means you’re single (choose one of those). ribbon at the back is for waitresses and widows.”

As an austrian I can asure you we have no problem at all if you are wearing a Dirndl or a Lederhosen as an outsider to the Austrian culture. Actually we are happy to see other people in our Tracht.

soviele  asked:

You seem like the kind of person, I would get sweaty hands talking to because you are just plain awesome. I don't even know what I actually want to say but yeah, feel complimented. And listen to Timber Timbre you might like it. Aaand I am already nervous

Awwww you are too kind! Don’t be nervous! I’m an introverted nerd phaha I’m nothing special xD

I def will listen. I’m also in love with your blog holy wow

7

Amiga 1000 (1000-X)

Bei diesen Amiga 1000 handelt es sich um eine sehr frühe Produktion. Statt des üblichen Amiga Checkmark-Logos befindet sich ein Boing Ball und der Commodore Schriftzug ist nicht vorhanden. Dieser aus den USA stammende Rechner unterstützt den NTSC-Standard und wird mit einer Spannung von 120V betrieben. Die recht niedere Seriennummer bzw. die Bezeichnung A1000-X bestätigt, dass es eine recht frühe Variante sein muss. Interessant ist außerdem der Aufkleber mit einem Text der übersetzt soviel bedeutet wie: “Eigentum von Commodore, kein Verkauf. Dieses Gerät wurde nicht von der Prüfstelle FCC zugelassen. Dieses Gerät ist nicht und kann nicht zum Verkauf oder Vermietung angeboten werden ohne Zustimmung der FCC”.

Zum Eintrag

anonymous asked:

Mein Freund verbietet mir soviele Sachen, er möchte nicht das ich auf den Geburtstag von meiner Bf gehe...

Räum dein Zimmer auf und frag ihn dannach nochmal, vielleicht sagt er dann ja.

Meine Schwester Celine leidet unter Liebeskummer und ich tue mein bestes sie zu trösten und abzulenken. Wenn ich ehrlich bin, bin ich auch froh das sie wieder soviel Zeit mit uns verbringt. Naja Liebeskummer ist schon echt ekelhaft.

anonymous asked:

wer war dein engel?😔

Engel war diese Person, die immer da war.
Engel war mein ganzer Halt.
Engel war da, wenn ich unglaublichen Mist gebaut hab.
Engel war da, wenn meine Tränen nicht mehr aufhören wollten.
Engel war mitten in der Nacht da.
Engel hat mir soviel vom Leben gezeigt, dabei war ich eigentlich noch klein.
Mit einer Umarmung von Engel waren alle Probleme vergessen.
Sie hat mich jedesmal verstanden. Ihr Lachen war so wunderschön. Ihre wundervolle Art, sie war so ein toller Mensch. Sie war alles, was mich glücklich machte. Engel hat mir soviele Farben gezeigt, Engel hat mir soviel erzählt, was mir früher noch ein Rätsel war aber jetzt versteh’ ich jedes einzelne Wort was Sie sagte. Engel war für ihr kleines Mädchen alles. ♥

Hallo ihr Lieben,

Ich möchte nochmal sagen, das wir so unglaublich froh sind diesen Blog gegründet zu haben. Eure Teilnahme an Unterstützung und Nachrichten ist so toll für uns zu sehen und das macht uns einfach echt glücklich. Wir hätten nie damit gerechnet soviele von euch wieder zu erreichen und das wir auch von so lieben Blogs wie z.B @memoriescanhurt-forever unterstützt werden.

Euch zu helfen und weiterhin Fragen zu beantworten ist und bleibt unsere Leidenschaft. Es ist einfach so schön zu lesen wenn man jemanden helfen konnte vorallem weil wir selber wissen wie schwierig es im Leben sein kann. Wenn man dann Menschen versuchen kann Kraft zu geben, erwärmt dies einem schon das Herz. Ihr seit uns wirklich ans Herz gewachsen und deshalb möchten wir euch auch nicht einfach alleine lassen indem wir aus dem anderen Blog austreten. Genau deshalb haben wir den Blog hier gegründet. Um weiterhin für euch da zu sein!❤️

Wir haben soviele Ideen und freuen uns sehr darauf diese bald umsetzten zu können. Danke! 💓

anonymous asked:

Es tut mir leid falls die frage jetzt unpassend ist.. Aber ist es normal, dass man sich wenn man drauf ist mega viel einbildet? Habe 3 x 170 mit 3 stunden zeitabstand genommen und habe jede halbe stunde was anderes gesehen.. Das war auch mein erstes mal.. Und ist beim nächsten mal 210 zu viel?

Ja immer ne gute Idee soviel zu nehmen
Man sollte man besten 1000 mg mdma beim ersten Mal zu sich nehmen und das mal danach bitte die Dosierung verdoppeln, denn nur 2000 mg prellern richtig, davon kriegste dann auch richtig schöne Optiks und reitest auf nem Staubsauger.

Ne mal im Ernst? Bisse doof?

anonymous asked:

wie hast du es geschafft so "glücklich" und ohne dich unwohl zu fühlen, alleine zu sein? ich dachte immer, dass ich es auch kann, jetzt ist es so und ich habe direkt das gefühl, jemanden zu brauchen.

Ich bin einfach von niemanden abhängig. Ich hab begriffen das sowieso irgendwann jeder geht auch wenn sie dir versprechen für immer zu bleiben. Ich lasse gar nicht mehr Menschen so nah an mich ran das sie mir soviel bedeuten, dass es mir weh tun kann wenn sie gehen.

mikomikox3  asked:

I headcanon Edd and Tom singing 'Tage wie diese' together and having loads of fun but imagine all 4 of them just singing that song together n rockin it :D @english people; the song's really nice and u might like it too even if you dont understand it, you can also google the translation for the lyrics! "Tage wie diese - Die Toten Hosen"

Did you have to hit me with the feels? Did you really, really have to hit me with feels? It`s so fitting, I can`t deal anymore.

“An Tagen wie diesen wünscht man sich Unendlichkeit
An Tagen wie diesen haben wir noch ewig Zeit
In dieser Nacht der Nächte, die uns soviel verspricht
Erleben wir das Beste, kein Ende ist in Sicht”

“On days like these, you wish it would never end.
On days like these, we still have all the time in the world.
On this night of nights, which promises us so much
We’re experiencing the best, no end is in sight.”

I`m grossly sobbing, why do I have to deal with this? Help my soul, I`m dying… I just want them to be happy, oh my god… This is perfect.