ship: starren

Ich sitz so da, starre auf mein Handy und mir wird klar, ich will heute mal was bewegen, was Sinnvolles schaffen. Doch irgendwie bleib ich einfach hier sitzen, unbewegt und in Gedanken versunken, starre ich weiter nach unten. Die Zeit vergeht währenddessen wie im Flug und am Ende fühl ich mich noch immer nicht gut. Sondern irgendwie noch ein bisschen schlechter. Die Initiative war zwar da, doch alleine was zu starten, ist wie nur einen Schuh zu tragen.

Bahntext

Da. Der Typ mit dem starren Blick. Das ist einer, der sich gerne in das Leben anderer einmischt, das sieht man auf den ersten Blick. Er ist nicht besonders auffällig gekleidet, etwas schnöde Turnschuhe, Jeans, eine graue Strickjacke.
Aber dieser Blick… der sagt: Ich sehe was. Und ich kann auch etwas damit anfangen. Dieser Blick, der zeigt, dass in diesem Kopf die Zähnräder ineinander greifen. Dass da etwas drin passiert. Dieser Kopf ist nicht nur ein hohler, ungenutzter Raum. Da wird gedacht, da wird gedacht.
Das Gesicht ist bei näherem Betrachten doch recht markant. Eine gerade, recht groß geratene Nase - fast ist man versucht, sie eine Hakennase zu nennen, aber nur fast -, die Haare leicht zerzaust, aber nur leicht. Da sitzt ein Mensch, der nicht so viel auf sein Äußeres gibt, der mit einer bewundernswerten Gelassenheit auf Reaktionen von außen reagiert.
Mit der Hand fasst er sich an den Mund. Da ist ein Ring an seinem Finger, ein Ehering. Da ist ein liebender Mensch. Einer, der Verantwortung und Fürsorge trägt. Er trinkt ein stilles Wasser und gibt nicht viel auf große Worte und Trubel. Der hat bestimmt schon einige Erfahrungen in seinem Leben gemacht.
Da sitzt ein Mensch, der denkt.
Und er starrt. Und ich starre zurück.