segens

World War Z

Gerry Lane

  • Takes a beating throughout the whole film, collecting lots of minor injuries all the time
  • Involved in a plane crash where he is impaled by a large piece of metal, which he receives medical treatment for after having to walk with the injury for a while. But, the medical treatment is never shown
  • He injects himself with an unknown illness before receiving the antidote soon after

Segen

  • She is bitten by a zombie, which prompts Gerry to cut off her hand
  • Gerry later very painfully disinfects the wound and she receives medical treatment later on
Der komplizierteste Strick der Welt

Unsere Smartphones sind mittlerweile die mit größten Kommunikationsmittel in unserem sozialen Leben. Geht es um Terminabsprachen, kurze Fragen oder das kurze Gespräch ans andere Ende der Welt mit dem besten Freund, leistet unser kleiner Helfer aus der Hosentasche treue Abhilfe – und das 24 Stunden, rund um die Uhr. Es war noch nie so einfach mit anderen Menschen zu kommunizieren. Für viele ist es ein Segen, für Andere ein Fluch. Wir nehmen die Risiken, die es mit sich bringt, widerstandslos in Kauf.  Der Schein ist größer als der Fall, den er mit sich bringt. Ein solches Risiko durfte ich vor einigen Wochen an meinem eigenen Leib spüren. 

An einem ganz normalen Tag in der Klausurphase meines Studiengangs hing ich schon seit vier Stunden in der Bibliothek, seit vier Stunden in der Hoffnung, dass von irgendwoher die Lösung für all meine Fragen kommen würde. Mein Hintern tat mir vom ganzen Rumsitzen weh, mein Kopf quoll mit immer größer werdenden Fragen über sozioökonomische Prozesse und der Tugendtheorien von Aristoteles allmählich über. In der vielleicht größten Tristes des Tages, schien mich jemand erhört zu haben: in schwarz legerem Oberteil, weißen Vans und langen braunen Haaren setzte sich an den Tisch. Ein kurzer Satz zu ihrer Lernpartner in und ein Lächeln, das mir zeigt, dass sie eigentlich auch ein Model für eine Zahnpasta-Werbung sein könnte.    

Zwischen Oasen und schillernden Krusten


Es ist nicht üblich so attraktive Frauen in der Bibliothek einer technischen Universität zu finden, wo die Männer einen fünfundsechzigprozentigen Anteil haben. Es herrscht, was das angeht, Dürrezeit, quasi das ganze Jahr. Immer eigentlich. Gerade dann fallen gutaussehende Frauen auf. Circa vier Meter von mir entfernt macht sich eine Oase breit, die meinen kompletten Lerntag schlagartig aufwertete.
Nach einigem innerlichen Abwägen entschied ich mich mutig zu sein und sie anzusprechen. Was wäre wohl, dachte ich, wenn ich sie nicht anspreche und sie dann nie wiedersehe? Nein, so eine Oase darf man nicht ausschlagen. Meine Mühen hatten sich also ausgezahlt, ich lernte sie wohl wirklich kennen.

Mittlerweile hat sich die multimediale Umgebung so viel Platz genommen, dass sich Begriffe sogar an sie anpassen: »Benching« - umformuliert: auf die lange Bank schieben, ist momentan der größte Trend, ob gewollt oder ungewollt sei dahingestellt, und gleichzeitig eins der ältesten Muster. Es geht also darum etwas hinauszuzögern, auf die lange Bank zu schieben. Das konnten unsere Eltern auch schon gut, doch wir setzen dem Ding wahrscheinlich die Krone auf. Die junge Generation Y, die der 18 bis 35-Jährigen, gibt sich eben gerne eine schillernde Kruste, an der sie tagtäglich kratzen kann.

Wo, wann, wer – will ich das überhaupt?

Viele Entscheidungen werden von umso mehr Menschen ungern schnell getroffen. Es beginnt oft ganz klein – in Schlafzimmern weiblicher Natur zum Beispiel– wenn es für die junge Studentin um die Entscheidungen geht, ob sie nun die beige Bluse oder doch lieber das gemütliche Top zur Vorlesung anziehen soll. Am Ende entscheidet man, welchen Nutzen (oder Risiken) die jeweilige Entscheidung für einen selbst haben könnte. So entscheidet sich die junge Dame für das eventuell unbequemere, aber elegantere beige Oberteil, einfach in der Annahme, dass sie attraktiver wirkt, da sie momentan auf der Suche nach einem neuen Partner ist.
Geht man eine Stufe weiter, müssen Menschen Entscheidungen treffen, wenn es um Verträge, Rechnungen oder Kündigungen geht. Man wiegt sich oft lieber im Ungewissen, als für Klarheit zu sorgen. Einfach in der Angst etwas falsch zu entscheiden und die Konsequenzen zu tragen. Ziemlich feige, wenn man es so betrachtet. Und genauso ist es mit Beziehungen am Handy. Die eine Seite zeigt sich zweispaltig dir gegenüber. Zum einen der Sagenumwobene, andererseits der Uninteressante oder gar der Eine aus Vielen. Wie schnell man zwischen diesen beiden Ebenen hin- und herstürzen kann, erlebte ich in der Beziehung zu Laura. Wenn man das überhaupt eine Beziehung nennen konnte.

Draufeinlassen, heißt leiden lassen

Ich hatte also nun Lauras Nummer und schrieb einige Zeit mit ihr. Dass sie öfter online war und meine Bekundungen offenbar gelesen hatte, erkannte ich, weil es ständig über unserer Konversation aufleuchtete. Nach ein paar Stunden bekam ich eine Antwort. Sie schien jetzt fertig zu sein mit den Dingen, die sie wohl die ganzen drei Stunden gemacht hatte. Wäre ich stur geblieben hätte ich nicht geantwortet. (Nebenbei gesagt, eine der größten Talente einer Frau: stur zu sein).
Je länger wir miteinander schrieben, desto näher wollte ich einem Treffen entgegenkommen. »Was meinst du, hast du vielleicht Lust dich mit mir zu treffen?«

Die meisten Warmhalter verletzen den Gegenüber mit ihrer Art eine Beziehung aufzubauen und zwar damit, ihm Interesse vorzugaukeln. Dies tun sie aber nicht, weil sie böse Absichten haben, sondern weil sie es lieben begehrt zu werden. Das Gefühl etwas Besonderes zu sein steigert das Selbstwertgefühl. Das ist auch meist der Grund, warum solche Warmhalter, oder Bencher genannt, mehrere solcher Beziehungen führen. Meist sind es flüchtige Bekannte oder Internetbekannschaften, die das Begehren der Damen oder Männer auf sich ziehen. Sich drauf einzulassen bedeutet also sich auf einen Schmerz einzulassen. Erfährt man die erste Versetzung zu einem Treffen oder einen Rückschlag in der Kommunikation erträgt man diese meist. Spätestens nach dem zweiten oder dritten Rückschlag sollte man skeptisch werden. Doch dann ist es meist schon zu spät.

Nach nun zwei Wochen Kontakt zu Laura habe ich erkannt, dass alles nur ein Spiel war. Ein Spiel, dass ich gewillt war ein paar Momente mitzuspielen. Es war schlussendlich ein Spiel, dass ohne große Worte gespielt wurde. Das meiste blieb unausgesprochen und so endete es auch - unausgesprochen. Ohne große Worte zog ich mich aus der Affäre. Einfach aus Respekt vor mir selber, legte ich mein Smartphone zur Seite. Ich stand so gesehen von der Bank auf. Nur frage ich mich, ob sie am anderen Ende zu Boden fiel oder jemand anderes schon längst auf der Bank saß.