schriftstellerei

Last night

I dreamt you rested your head on my shoulder

And I could feel the warmth of your hair - thicker and glossier than mine - and dark as my favourite chocolate

I dreamt of your shoulders; small and elongated from the weed and no appetite: I wanted to draw them, or at least take a photo

That sliver of metal around your neck reclines on the collarbone like shallow water on rocks -

But I realise

You are not with me and instead your shoulders rotate to face that other who must caress them well to keep them that long

And who has each and every night to draw them into eternity and I am sure he kisses them; softly to start, then riding up to an aching burn

And he has felt the metallic and the flesh against one another

And he has taken for granted that warmth and thickness of your hair on his shoulder, on his chest, on his hands

And he has held your shoulders like porcelain careful not to press too hard, or let them fall - -

Last night

I dreamt I had done everything differently

“Ja; - wer soll denn lesen, was ich in diese Hefte schreibe! Und doch, glaube ich, gibt es kein Schreiben ohne die Vorstellung, dass jemand es lese, und wäre dieser Jemand nur der Schreiber selbst. Dann frage ich mich auch: Kann man schreiben, ohne eine Rolle zu spielen? Man will sich selbst ein Fremder sein. Nicht in der Rolle, wohl aber in der unbewussten Entscheidung, welche Art von Rolle ich mir zuschreibe, liegt meine Wirklichkeit. Zuweilen habe ich das Gefühl, man gehe aus dem Geschriebenen hervor wie eine Schlange aus ihrer Haut. Das ist es; man kann sich nicht niederschreiben, man kann sich nur häuten. Aber wen soll diese tote Haut noch interessieren! Die immer wieder mal auftauchende Frage, ob denn der Leser jemals etwas anderes zu lesen vermöge als sich selbst, erübrigt sich: Schreiben ist nicht Kommunikation mit Lesern, auch nicht Kommunikation mit sich selbst, sondern Kommunikation mit dem Unaussprechlichen. Je genauer man sich auszusprechen vermöchte, um so reiner erschiene das Unaussprechliche, das heißt die Wirklichkeit, die den Schreiber bedrängt und bewegt. Wir haben die Sprache, um stumm zu werden. Wer schweigt, ist nicht stumm. Wer schweigt, hat nicht einemal eine Ahnung, wer er nicht ist.“

- Max Frisch: Stiller

angehender Schriftsteller

Da er nicht so schnell schreiben konnte, wie er wollte, um all seine Einfälle festzuhalten, verzichtete er fortan auf das Notizbuch und nutzte stattdessen die Diktierfunktion seines Handys. Er redete darauf los, sprang von einer Idee zur nächsten, skizzierte Handlungsverläufe oder charakterisierte Haupt- und Nebenfiguren. Wenn ihn Leute in der Öffentlichkeit zurecht wiesen, da sie sein Mäandern als belästigend empfanden, bat er um Nachsicht. Er gehe nur seiner Arbeit nach, rechtfertigte er sich, denn er ist angehender Schriftsteller. Schon bald würden sie von ihm hören oder vielmehr lesen und dann würden sie verstehen.