schreibschrift

12. Mai 2015

Früher schrieb nicht alles besser

Als studentische Hilfskraft muss ich gerade den Nachlass eines Bonner Professors sichten und transkribieren. Die Briefe, die er zwischen 1914 und 1933 geschrieben hat, sind in einer derartigen Sauklaue verfasst, dass das Entziffern eines Briefes von 1926, in dem er sich für das “ungemein liebenswürdige Geburtstagspräsent” bedankt, sehr lange dauert. Irgendwann gewöhnt man sich zwar an die Schrift, aber es dauert eben. Am Ende dieses Nachlasses kommt dann noch Kurzschrift hinzu (Danke auch, Vergangenheit!). Allerdings gibt es am Ende auch Briefe, die mit der Schreibmaschine geschrieben wurden, und ich frage mich, ob die Idee, finnischen Schulkindern nur noch Druckbuchstaben beizubringen, wirklich so schrecklich ist, wie das allgemein geäußert wurde.

(ellebil)