schaumkronen

In Glasgow angekommen gönne ich mir erstmal den wohl langweiligsten Burger, den ich je gegessen habe (Burgerbrötchen und vegetarischer Patty - sonst nichts) mit Pommes. Danach muss noch ein Kaffee sein. Mich beschleicht das Gefühl, dass mich das Essen und der Kaffee um mein Reisebudget bringen werden.
Ich steige in den Bus nach Dunoon. Der Busfahrer spricht so Schottisch, dass ich ihn zu 90% nicht verstehe. Einfach nett lächeln und winken.
Meine Geographie Kenntnisse sind zwar nur eingeschränkt, aber irgendwie fahren wir auf der falschen Seite des Lochs entlang. Aber naja - immerhin ist da viel Wasser. Der Anblick hat mir gefehlt. Graugrüne Wellen, weiße Schaumkronen, im Hintergrund die nächste Küste. Alles in einem leichten Nebelschleier.
Wir fahren immer weiter auf der vermeintlich falschen Seite und langsam beschleicht mich der Verdacht und die Hoffnung, dass es mit der Fähre dann auf die andere Seite geht. Diese Hoffnung wird tatsächlich erfüllt.
Die Fähre hat schon ganz gut gegen die Wellen anzukämpfen. Die Gischt schlägt über das halbe Deck, es geht hoch und runter. Ein verdammt gutes Gefühl.
Auf der anderen Seite erwartet mich ein kleines Städtchen mit Backsteinhäusern mit Türmchen, wunderschönen Gärten und kleinen Pubs. Dunoon ist unglaublich süß. Ich erwische auch direkt den Bus, der mich nach Gleichhabschonwiedervergessenwiesichdasausspricht bringen soll.
Ich sitze also im Bus der fährt und fährt und durch Strachur kommt und fährt und fährt (mit gefühlten 150 über eine enge Straße direkt neben dem Wasser) und dann frage ich doch mal nach, ob wir nicht schon irgendwie….Ja. Er hat vergessen, mich abzusetzen. Ist natürlich super, weil Stephen (Liz’ Freund) auf mich wartet.
Ich steige also aus, bekomme vom Busfahrer eine Notiz, dass er mich vergessen hat, damit ich zurück nicht zahlen muss und nehme den nächsten Bus zurück. In der Zwischenzeit habe ich Gelegenheit, die Landschaft genauer zu betrachten.
Vor mir liegt ein Loch, bestimmt 100 Meter breit, dahinter grüne, große Hügel. Die Wellen tanzen, vereinen sich mit dem grauen Nebel des Himmels.
Der Bus kommt, hält diesmal auch passend, ich lerne Stephen kennen (ursprünglich Ire, begeistert von Autos, wahnsinnig hilfsbereit), wir fahren zur Farm. Als Erstes begrüßt mich (wenn auch etwas unfreundlich) die Gans, dann Abby und Thayer, ein Pärchen aus den USA, dann die vier unglaublich süßen Hunde.
Wir quatschen, bis um sieben dann Liz und Stephanie (aus Hong Kong) kommen, die den Tag über in Oban waren. Liz stellt Nudeln mit Spinat, Bohnen, Tomaten und Käse in den Ofen, dann helfe ich ihr und Abby beim Pferde versorgen. Nach dem Essen wird weitergequatscht, Wein getrunken und Hunde geknuddelt.
Und jetzt ist es eindeutig Zeit für das verdiente Bett.