schaubild

schaubild

sonne oben boden unten ich dazwischen;
das erzählt das licht, das sich in allem einmischt –
ob mord, beim bruderkuss, bei der geburt,
selbst in den wänden zwischen den leuten zieht es ein
(selbst hinter deinem rücken), stimmen, die
sich endlos anreihen – nur stimmen, keine antworten.
dein nachbar riecht nach putzen und tod, vom
balkon siehst du nicht das meer, selbst im urlaub nicht
(urlaub gibt es nicht). (tiere gibt es nicht)
sonne oben, die du nicht anschauen kannst, sie
aber starrt dich unablässig an – zeitlos, wie sie ist.
boden unten, weil du dir anders nicht vorstellen
kannst, da ist die sorge ja nicht da, aber ich
kann sie für dich aussprechen: wiediedingesosind.
ich dazwischen, als hätte ich eine wahl auszusprechen,
aus dem fenster nicht bloß zu schauen, sondern
auch auszutreten (der umfang des guckkastens ist
ausnahmslos auch nur das nötigste). jeder bekommt
seinen namen als nummer, damit man nicht verloren
geht, sozusagen, aus dem bild austritt.

Schaubild

Sogesehen überlege ich immer mir ein weißes Blatt Papier zu nehmen und die Geschichten einfach aufzuzeichen. Flipchart-Style. Strichmännchen, Pfeile, Querverweise, Diagramme, Wechselwirkungen. Skizzen. Das würde es mitunter einfacher, anschaulicher und greifbarer machen.

Wenn ich in naher Zukunft umziehe, werde ich mir auf jeden Fall eine große Tafel an eine Wand hängen. Größe je nach Wohnungsmaßen, gefühlt idealerweise 4m*1,5m. Ein Sammelbecken für Zitate, Gefühle, Gedanken. Sei es zur persönlichen Orientierung, beruflichen Überlegungen oder Konzeption eines Buches. Zumindest der sichtbaren. Im Kopf zeichnet sich das auch so immer ziemlich klar.