sarazardi

"Mit dem Hardi könnte ich echt gut 'n Beauty-Channel aufmachen."
  • Sarazar: Ja, mit Hardi und Gronkh mach ich dann den Beauty-Channel. Der Hardi wird uns ja auch besuchen kommen in den USA, weiß ich jetzt schon. Hoffentlich hab' ich jetzt nix gespoilert. Der gute Hardi, die alte Socke. Mit dem Hardi hab ich letztens noch geschrieben. Genau, lustigerweise zum Thema Beautychannel – mit dem hab' ich nämlich noch über meine Schuhe geschrieben, die ich zum Lets Play Poker dabei hatte, weil die fand er auch cool. Siehste, mit dem könnte ich echt gut 'n Beauty-Channel aufmachen, mit dem Hardi.
  • Gronkh: *lacht*
  • Sarazar: Dann haben wir noch über Uhren diskutiert, über Hemden,...
  • Gronkh: Auch über Haare?
  • Sarazar: Nee, über Haare nicht.
  • Gronkh: Das ist ungewöhnlich.
Nackt auf der Abrissbirne
  • Nela: … schreibt, Sarazar soll sich ausziehen und auf einer Abrissbirne schwingen.
  • Sarazar: Das mach ich nur, wenn der Hardi das mit mir macht.
  • Hardi: Also meinst du so im Schneidersitz, du auf der einen Seite, ich auf der anderen?
  • Sarazar: Ja genau und dann..?
  • Hardi: Und dann umschlingen wir uns.
  • Gronkh: Mit nacktem Oberkörper!
  • Hardi: Ja nee ganz nackt! Ganz nackt!
  • Gronkh: Der Deal gilt!
  • Sarazar: Ja natürlich! Und dann umschlingen wir uns und so..
  • Hardi: Ja also, wenn ihr ne Abrissbirne habt..
  • Sarazar: Ja, dann machen wir das auf jeeeeden Fall. ;)
Mein Weihnachtsgeschenk an den Sarazardi Club - die Fortsetzung zu "Katzenöhrchen"

Ein schönes Fest wünsche ich allen meinen lieben Sarazardi-Fans (und allen anderen, die irgendwie auf Umwegen zu diesem Post gelangt sind und das hier lesen^^)! Ich freu mich, dass ihr den Weg zu diesem Blog gefunden habt und will mich mit diesem Text bei euch bedanken. Ich hoffe, ich kann euch damit eine Freude machen.=3

- Seifenschorle

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Katzenöhrchen Teil 2

Die Zeit schien stillzustehen für diesen kurzen Moment, in dem Valles Zähne so vorsichtig in Hardis Lippe bissen, dass der kaum ihren Druck spürte.

Wäre Valentin ein echter Zombie gewesen statt nur in einem Kostüm zu stecken, die Folgen des Bisses wären weitaus verheerender. Wobei keiner der beiden die Folgen dieses Bisses vorhersagen konnte. Das Gefühl des Verliebtseins war dem, Opfer eines langsam den Körper zerfressenden Virus’ zu werden, gar nicht mal so unähnlich.

Als sich der junge Teilzeitzombie schließlich von ihm löste, hatte Denis auf jeden Fall den Verdacht, sich bei ihm mit einer allzu üblen Krankheit infiziert zu haben. Genannt wurde sie Liebe, penetrant und nahezu unheilbar, mit grauenerregenden Syptomen wie Sehnsucht, Herzschmerz, Unruhe. Und einem Knoten im Gehirn, der sinnvolle Konversation nach einem Beinahe-Kuss unmöglich machte.

Valentin, genauso stumm wie er, erwiderte seinen Blick aufmerksam und voller Wärme.

Wahrscheinlich brachten die immernoch höchste Spannung anzeigenden Katzenöhrchen ohnehin alles das zum Ausdruck, was Hardi sich nicht auszusprechen getraute. Plüschohren, die per Sensor die Stimmung des Trägers anzeigten, waren schon eine nervige Erfindung - Zeit, dass er sie los wurde.

„Ich ähm..setz mal die Ohren ab.“ sagte er und bemühte sich, den Sensor von seiner Stirn zu entfernen ohne ihn dabei zu zerstören.

„Warte mal, ich helf dir.“ Und schon nestelte Valle mit beiden Händen an Hardis Kopf herum.

So wie sich der Blonde dabei zu ihm beugte, musste er sich zusammenreißen, ihn nicht einfach auf seinen Schoß zu ziehen und um eine weitere liebevolle Begegnung ihrer Lippen zu bitten.

Doch ehe er der Versuchung erlag hielt Valentin schon triumphierend die Necomimi in der Hand und nahm wieder Abstand.

„Da, bitteschön. Aber glaub ja nicht, dass du drumrum kommst, sie auch mal in der Öffentlichkeit zu tragen. Und wenn du sie zum Last Man Standing 2 als Bestrafung aufsetzen musst!“

„Ja klar, damit auch jeder gleich bescheid weiß, wenn mich deine Anwesenheit wieder nervös macht.“ Hoppla, war das jetzt zu eindeutig? Valentin wirkte überrascht.

„Macht dich meine Anwesenheit denn so nervös?“

Hardi zuckte verlegen mit den Schultern, wurde aber im nächsten Moment durch Valles klingelndes Handy von seiner Erklärungsnot erlöst. Der warf ihm einen entschuldigenden Blick zu, bevor er den Anruf annahm.

„Hey, was gibt’s?….Was, wo?!….Nee, die ist ausgefallen. Ich sitze grade bei Hardi….Nein, wir sind allein…Bitte was, wieso?! Wieso hierher?! Nein, hör mal…“

Denis hatte sich derweil auf seinem Sofa wieder zurückgelehnt, lauschte den Gesprächsfetzen ohne so recht ermitteln zu können, worum es ging und amüsierte sich über Valles vergebliche Versuche, seinen Gesprächspartner wieder abzuwimmeln.

Als er schließlich aufgelegt und das Handy neben den Katzenohren auf den Tisch gelegt hatte, wirkte er wenig erfreut.

„Hey, was los?“

„Das war Erik. Wollte wissen, wo ich stecke und mir eigentlich einen Besuch abstatten.“

Hardi runzelte die Stirn.

„Ich dachte, er hätte keine Zeit? Und hattest du ihm nicht erzählt, dass du heute um die Häuser ziehen willst?“ Angesprochener schwieg einen Moment, so als müsste er aus vielen möglichen Antworten erst die unverfänglichste wählen.

„Ja doch schon..“ druckste er herum, „aber…könnte sein, dass ich es ihm ein bisschen anders erzählt habe.“

„Und wie?“ hakte Denis nach.

„Na ja..“ Valle schaute kurz auf in die dunkelbraunen Augen, die ihn forschend ansahen, wandte den Blick aber rasch wieder ab.

„Also ehrlich gesagt….Ehrlich gesagt wollte er mich mit auf die Halloweenparty nehmen, bei der er bis eben rumgelungert hat. Aber ich hatte da keinen Bock drauf, weil…jedenfalls hab ich dann behauptet, ich wär schon auf ‘ne andere Party eingeladen worden. Jetzt ist seine Party da aber vorzeitig beendet worden, weil sich die Nachbarn beschwert haben und er wollte mit ein paar anderen Jungs zu meiner Party kommen. Die ja so gar nicht existiert. Also, ich hab schon gesagt, wir ziehen dann um die Häuser. Ich hab eben nur vom „Wir“ geredet, nicht von mir alleine. Und ich hatte ihn auch nicht gefragt, ob er mitmachen möchte. Was mir im Nachhinein irgendwie leid tat, aber..ach ich weiß auch nicht. Ich bin in letzter Zeit halt irgendwie komisch.“ resümierte er und ließ missmutig die Schultern hängen.

„Hm ja, das unterscheidet sich ja nur minimal von dem, was du mir erzählt hast.“ meinte Denis, weil ihm keine nicht-ironische Antwort darauf einfiel.

„Also hab ich das jetzt richtig verstanden – Erik dachte, du würdest mit einer ganzen Meute von Leuten um die Häuser ziehen. Aber in Wirklichkeit hattest du niemanden danach gefragt, ob jemand dabei mitmacht.“

„Na doch – dich.“ korrigierte er leise, während er scheinbar hochkonzentriert an einem Loch in seinem Pulli herumnestelte. Hardi betrachtete ihn irritiert.

„Wieso hast du ihn überhaupt angelogen?“

Die Frage brachte Valentins Hände zum Stillstand.

„Keine Ahnung. Ich schätze, ich wollte ihm nicht auf die Nase binden, dass ich gern mit dir allein sein wollte.“ Er sah nicht auf und da Hardi schwieg, fügte er hinzu: „Nicht, dass er dafür kein Verständnis gehabt hätte. Aber wahrscheinlich hatte ich einfach keine Lust, ihm Dinge erklären zu müssen, bei denen ich mir selber noch nicht sicher bin.“

Verblüfft und sprachlos starrte er ihn an, doch der Blonde wich weiterhin verlegen seinen Blicken aus. Noch bevor er seine Gedanken soweit gesammelt hatte, dass er sie in einer vernünftigen Frage formulieren konnte, wurde er wiederum von einem Klingeln unterbrochen. Welches diesmal jedoch nicht vom Handy, sondern von der Haustür stammte.

„Fick doch die Henne, wer ist das jetzt schon wieder?!“ Hardi sprang vom Sofa auf, fuhr sich ratlos durch die Haare und warf Valle und der Haustür abwechselnd aufgewühlte Blicke zu.

„Das werden Erik und die anderen sein. Nachdem ja auch meine angebliche Party geplatzt ist, wusste er nichts mit sich anzufangen und…“

„Aha, alles klar. Du bleibst schön hier, glaub bloß nicht, dass das Thema schon durch wäre!“ Damit eilte er Richtung Tür, um den Wartenden Einlass zu gewähren.

„Na Hardi, Asylgewährer für Leute mit geplatzten Partys!“

„So sieht’s aus, kommt erstmal rein. Valle wartet im Wohnzimmer. Alter Vatter, was habt ihr denn alles dabei?!“

„Nur'n bissel was zu trinken. Wir dachten uns – scheiß auf Party, wir statten dir auch einfach mal'n spontanen Besuch ab und machen es uns zusammen gemütlich. Oder hattest du noch was vor?“

„Ach, meine Pläne für heute Abend hat Valle eh schon alle über den Haufen geworfen. Von daher..“

Als der Hausherr ins Wohnzimmer zurückkehrte, folgten ihm Erik, David und Flo, jeder in einem anderen zusammengeschusterten Halloweenkostüm.

Man begrüßte sich, man setzte sich, man quatschte eine Weile bei Chips und Bierchen, die David von der Party hatte mitgehen lassen. Die Themen waren weit gestreut, Hardi besaß die Gnade, Valles Flunkerei nicht auffliegen zu lassen, die Leiber wurden mit Zeit und Alkohol zunehmend fauler und die Runde gemütlicher – bis Flos Blick auf die Necomimi fiel.

„Hey geil, sind das so'ne Beweglichen? Ich wusste gar nicht, dass du auf so 'nen Krams stehst, sind die nicht sauteuer?!“

„Genau so welche lagen doch auch neulich in der Fanpost..“ bemerkte nun auch Erik.

„ Das sind genau die. Ich hab sie Hardi heute erst mitgebracht, ich dachte, dem stehen sie besser als uns.“ erklärte Valle und grinste.

„Ja, aber zum Süßigkeiten Sammeln konnte er mich damit auch nicht überreden. Nicht mal, als er mir ganz traurig davon berichtet hat, dass seine Party ins Wasser gefallen ist.“

„Tja, deine Faulheit stellt leider ein unüberwindbares Hindernis dar.“

„Na so zu zweit wäre das wohl auch ein bisschen lachhaft gewesen.“ meinte David. „Aber jetzt sind wir zu fünft! Ganze Fünf, meine Herren!“

„Pff, ich hab trotzdem keinen Bock.“ entgegnete Hardi und kuschelte sich demonstrativ in seinen Sessel.

„Spielverderber!“ Flo zog eine übertriebene Schmolllippe.

„Echt ey!“ schloss sich Valentin an und zog ebenfalls einen Flunsch.

„Macht euch nichts draus, zu viert können wir ihn problemlos auf die Straße tragen!“ meinte Erik mit einem Grinsen. Er machte Anstalten, sich vom Sofa zu erheben, was Hardi veranlasste, trittbereit die Füße zu heben und sich mit einem Arm an der Lehne festzuklammern.

„Denk nicht mal dran! Ich verlasse diese Wohnung höchstens mit Sessel!“

Erik stämmte die Hände in die Seiten.

„Guckt mal, wie er schon buckelt! Valle hat recht, die Katzenohren sind wie für dich geschaffen.“

„Hat die Klappe und lass mich in Frieden!“

„Au! Tritt mich doch nicht!“

„Geh weg!“

„Jetzt helft mir doch mal!“

Die anderen drei hatten sichtlich ihren Spaß an der Auseinandersetzung, dachten aber nicht im Traum daran, für einen der beiden Partei zu ergreifen.

Schließlich ließ sich Erik abgekämpft zurück aufs Sofa fallen.

Verräter-Bande! Ich dachte, ihr wolltet auch nochmal 'ne Runde um den Block.“

„Ach stimmt,“ meinte Valle und lachte, „Komm schon Hardi, du musst auch nicht die Necomimi tragen, wenn du nicht willst.“

„Ah ja, aber mitkommen muss ich, egal ob ich will?“

„Ach Quatsch, nein. Wir können auch zu viert gehen. Dann trägt eben Erik die Katzenohren.“

Der miaute nur bereitwillig und ließ sich von David die Ohren aufsetzen. Als Valentin mit entzücktem Gesichtsausdruck durch Eriks Frisur wuschelte, ließ Denis die Lehne los.

„Na ja, also ich würd schon mitkommen. So wie Erik mit den Ohren aussieht, das kann sich ja keiner antun.“

„Waaas?! Ich bin supersüß und kuschelig!“ protestierte dieser empört.

„Nicht so supersüß wie ich!“

„Vorhin fandest du sie noch albern.“ merkte Valle an.

„Meinungen ändern sich eben,“meinte Hardi nur.“Willst du nun, dass ich mitkomme oder nicht?!“

„Ja klar, wenn du wirklich mitkommen möchtest..“

„Boah ja, meinetwegen.“

„Cool!“, rief Valentin begeistert, „Dann geh ich mich aber nochmal nachschminken, ich geh ja kaum noch als verrottet durch.“

Damit stand er auf und eilte mit einem Packen Karnevalsschminke aus seiner Tasche Richtung Badezimmer. Die Chance würde sich Hardi nicht entgehen lassen.

„Fuck, dabei geht doch das Licht nicht richtig. Und der Wasserhahn zickt in letzter Zeit auch rum und gibt nur Heißwasser. Ich geh mal sicherstellen, dass er sich an den Macken meines Bads nicht noch die Pfoten verbrennt.“ behauptete er und lief, ohne so recht eine Antwort abzuwarten, dem Blonden hinterher. Als er das Bad betrat, stand der bereits am Waschbecken. Er war noch dabei, die richtigen Farben herauszusuchen, bemerkte Denis aber im Spiegel und drehte sich zu ihm um.

„Was los? Möchtest du dir noch ein paar Schnurrhaare malen?“

Hardi verzog das Gesicht. „Ganz sicher nicht.“

Valle wandte sich wieder dem Spiegel zu und startete einen halbherzigen Versuch, die Zombieflecken in seinem Gesicht aufzufrischen. Seine Schminke hatte wirklich unter der Dauer des Abends gelitten.

„Was machst du dann hier? Nicht, dass ich dich aus deinem eigenen Bad schmeißen möchte,aber du stehst ja nur rum.“ Das tat er tatsächlich, mittlerweile neben dem Teilzeitzombie.

„Das Gleiche, was du wolltest, als du vorhin bei mir geklingelt hast. Ein bisschen mit dir allein sein.“

Valle hielt in der Bewegung inne.

„Nur blöd, wenn das Wohnzimmer voll mit Kerlen ist, die auf einen warten.“

„Für ein kleines Gespräch wird es schon reichen.“

Ihre Blicke begegneten sich, ernst, aber nicht abweisend.

„Du…ahnst, worauf ich vorhin hinaus wollte, oder? Bevor die anderen kamen?“

Hardi nickte. „ Aber du warst dir scheinbar noch nicht sicher. Ich meine..also, was ich sagen will..weißt du denn mittlerweile, was du fühlst?“ fragte er und ärgerte sich, dass es so kitschig klang.

„Kein bisschen.“ gestand Valentin leise. „Manchmal da..bringst du mich ganz schön durcheinander.“

Betretenes Schweigen. Doch schließlich lächelte Hardi ihn an.

„Na gut, dann kümmern wir uns erstmal um deine Schminke.“

Da lächelte auch Valentin erleichtert und erwiderte:

„Ja ich hab schon versucht, die Flecken nachzuziehen. Aber die Schminke ist bei der kleinsten Berührung wieder runter. Die hält echt gar nicht!“

„Nun, ich kenne da eine Methode Zombieflecken zu machen, die nicht so leicht verwischen.“

Auf Hardis Grinsen reagierte Valle mit Verwunderung.

„Die da wäre?“

„Warte, ich zeig’s dir..“ Sanft fasste er ihn an den Oberarmen und zog ihn vorsichtig zu sich. Gespannt, was er vor hatte, ließ Valentin es geschehen, auch wenn ihm das Herz dabei bis zum Halse schlug. Als Hardi sich zu ihm beugte, wanderten Valentins schlanke Finger wie selbstverständlich zu dessen Oberkörper.

„Diese Muskeln…Wahnsinn, wie stark und gut er sich anfühlt.“ Er errötete leicht bei seinen eigenen Gedanken. Albern, wie die eines pubertierenden Kindes, aber es gab auch nichts in ihm, was ihnen widersprach.

Plötzlich zuckte er zusammen. Der leichte Druck in seiner Halsbeuge, waren das tatsächlich Hardis Lippen? Der Druck, der langsam fester wurde und ihn unwillkürlich aufseufzen ließ?

Wenn das mal keiner im Wohnzimmer mitbekam! Was der Hausherr hier veranstaltete, um die Gedanken seines Gastes Achterbahn fahren zu lassen.

Er fühlte genau, wie sich Denis’ Mund öffnete, fühlte, wie seine Zunge neckisch über die weiche Haut des Halses strich. Nun war es nicht mehr nur der fremde Atem an seinem Nacken, der ihm eine angenehme Gänsehaut bescherte.

Hardis Hände streichelten seine Schultern entlang nach hinten und zogen ihn in eine zärtliche Umarmung. Spätestens jetzt, da er sachte an seinem Hals zu saugen begann, musste Valentin seine Methode durchschauen. Doch er brach es nicht ab.

Stattdessen konnte Denis spüren, wie Valentins Körper von wohligen Schauern erbebte. Zur Antwort schlang er die Arme noch etwas fester um ihn und saugte und leckte noch einige Minuten länger hingebungsvoll an stets derselben Stelle.

Schließlich löste er sich von ihm, um sein Werk in Augenschein zu nehmen.

„Tja, hat auf jeden Fall eine ungesunde Färbung, der Fleck“, grinste Hardi zufrieden.

Neugierig fasste sich Valle an die Stelle, die heiß vor sich hin puckerte, zog die Hand aber sofort wieder zurück.

„Iiiih!“ meinte er lachend und wischte sich mit dem Ärmel seiner Strickjacke den Speichel vom Hals.

„Dafür hat dein Gesicht eine sehr lebendige Farbe bekommen. Blöd jetzt.“, merkte Hardi immernoch grinsend an.

„Deins aber auch!“

„Nur, weil mir zwischendurch die Luft ausgegangen ist.“

„Lügner!“ meinte Valle und lachte wieder das schönste, ansteckenste Lachen, das Hardi kannte. Doch dann fügte er mit gespielter Ernsthaftigkeit hinzu: „Aber so ein einzelner Fleck macht noch keine Verwesung. Da musst du dich schon ein bisschen ins Zeug legen, mein Guter.“

„So so, wo möchtest du denn noch welche hin haben?“

Valle zuckte mit den Schultern. Eigentlich hätte er nichts dagegen gehabt, solange mit Knutschflecken übersät zu werden, bis er von oben bis unten einen einheitlichen Rotton angenommen hätte. Aber das wollte er ihm bei einer der seltenen Gelegenheiten, ihm näher zu kommen, nicht so unverblümt auf die Nase binden.

„Ich weiß nicht. Wo fehlen denn deiner Meinung nach noch Verwesungsflecken?“

„Auf jeden Fall im Gesicht.“

„Äh nee, ich lauf die nächsten Tage ganz sicher nicht mit Knutschflecken im Gesicht rum.“, meinte er und grinste. Knutschflecken von Hardi, immerhin. Aber der ließ nicht locker.

„Ach komm, wenigstens einen auf die Wange, sonst wirkst du überhaupt nicht authentisch!“

„Nein, nein, nein, vergiss es!“ Entschlossen drückte er ihn von sich und hielt ihm mit der anderen Hand den Mund zu, als der trotz des Protestes Anstalten machte, seinen Plan in die Tat umzusetzen.

Schon spürte er, wie ihm die Handfläche abgeleckt wurde.

„Baaah, Hardi! Hör auf!!“ rief er, doch seine Empörung ging im eigenen Lachen unter. Zudem löste Hardis Zunge auf seiner Haut nicht nur in der abgeschleckten Handfläche deutliches Kribbeln aus.

Immer wieder versuchte Denis sich des „Maulkorbs“ zu entledigen, doch Valle erwies sich als echte Kämpfernatur und machte jede seiner Bemühungen zunichte.

So rangen sie miteinander ohne Nachzugeben, bis plötzlich…

„Na, habt ihr Spass?“

Ertappt sprangen beide zur Tür herum. Dort hatte sich zwischenzeitlich ein drei Mann starkes Publikum eingefunden und das Treiben mit breitem Grinsen beobachtet.

„Mann Erik! Musstest du sie denn vor dem Finale unterbrechen?! Ick hab doch die ganze Zeit auf den Kuss gewartet.“, meckerte Flo voll gespielter Enttäuschung.

„Ja ja, aber wenn die ewig nicht zu Rande kommen? Ich will noch um die Häuser ziehen, bevor alle Nachbarn im Bett liegen.“

„Du hast die falschen Prioritäten, Alter.“, lachte nun auch David, wandte der Szene dann aber den Rücken zu und marschierte zurück ins Wohnzimmer, gefolgt von Flo. Die Show im Badezimmer schien ja nun beendet.

„Wie lange habt ihr da denn schon gestanden?“ fragte Valentin als er endlich seine Stimme wiedergefunden hatte, doch Erik antwortete nur mit einem Augenzwinkern und einem mysteriösen „Lang genug…“

Wie automatisch wanderten Valles Finger zu dem Knutschfleck. Hoffentlich hatten die da nicht schon feixend in der Tür gestanden.

„Kommt ihr denn trotzdem mit um Süßes betteln? Oder nascht ihr in der Zwischenzeit lieber was anderes?“

„Wir..was? Natürlich komme ich mit! Schließlich hatte ich das den ganzen Abend lang schon vor! Und Hardi hat’s versprochen.“

„Außerdem hätte ich ihm ja sonst völlig umsonst beim Nachschminken geholfen.“ fügte Hardi hinzu. Da lachte Erik laut auf.

„Beim Nachschminken geholfen, ach so nennt man das heutzutage also. Na dann kommt ihr zwei Hübschen, bevor die Schminke wieder verblasst und ihr nochmal von vorne anfangen müsst.“

Hardi kratzte sich verlegen am Kopf und wandte sich lieber an den Blonden.

„Also dann lassen wir dich jetzt so? Verwest genug?“

„Ja ja, ich denke, das passt schon so.“

„Na gut, dann zieh ich mir noch was Vernünftiges an und dann kann’s losgehen.“

„Darf sich Valle beim Umziehen für deine Hilfe beim Nachschminken revanchieren oder - hey!“

Noch bevor Erik seinen Satz beenden konnte, wurde er schon von Valentin aus dem Badezimmer geschoben.

„Halt die Klappe, wir gehen schonmal vor.“ Mit einem Tritt schloss er die Tür hinter sich und folgte seinem besten Freund durch den Flur.

„Was ist los? Nimmst du es mir echt so übel, dass ich euch unterbrochen habe? Ihr habt doch noch die ganze Nacht zum..schminken.“

„Es wär mir nur lieber, wenn du so'ne Anspielungen einfach lassen würdest,“ antwortete Valle und sein unerwartet ernster Tonfall wischte Eriks Grinsen aus dem Gesicht. „Ich hab keine Ahnung, wie das für euch aussah, aber das mit Hardi ist nichts…also wir sind nicht…ich weiß das Ganze einfach noch nicht einzuschätzen.“

Da lächelte Erik wieder. „Ist das dein Ernst? Ehrlich gesagt habe ich nicht erst seit heute den Eindruck, dass er dir ein bisschen den Kopf verdreht hat. Ich dachte schon, du hättest dir jetzt endlich'n Ruck gegeben und Ernst gemacht.“

„Ach echt? Dann scheint das für dich offensichtlicher zu sein als für mich selbst. Ich meine, ich fühle mich im Moment nur verwirrt.“ nach einer nachdenklichen Pause fügte er jedoch hinzu:

„..aber ich habe ihn wirklich schon verdammt gern…..Vielleicht warte ich auch nur noch auf sowas wie 'ne offizielle Bestätigung von meinem Hirn, dass das tatsächlich Liebe ist.“

Erik tätschelte seinem Freund die Schulter.

„Ist deine Sache, Valle. Aber an deiner Stelle würde ich das Ganze nicht zu sehr zerdenken. Dein Herz weiß schon, was es will.“

Wieder strich er sich nachdenklich über den Fleck an seinem Hals. Schließlich meinte er seufzend: „Das tut es wohl. Ich vermiss ihn ja jetzt schon.“

„Siehste mal. Dann hat dein Hirn nur noch keine offizielle Bestätigung gesendet, weil Hardi es längst in den Urlaub geschickt hat. Du weißt doch, Herz und Verstand gehen selten Hand in Hand.“

„Jetzt klingst du, als wäre Doktor Love zum Glückskeks mutiert.“

„Soll mir recht sein, solange du dich trotzdem gut beraten fühlst.“ meinte Erik und lachte.

„In was braucht Valle denn einen guten Rat?“ tönte es da vom anderen Ende des Ganges. Hardi – nun in dunkler Jeans und schwarzem T-Shirt – hatte das Bad verlassen und steuerte auf sie zu.

„Er wollte wissen, wie man einen jungen Hartwig am besten zu einem langen, sinnlichen Kuss voller Leidenschaft und homoerotischem Gegrabbel überredet.“

„Was?!“ Valle warf ihm einen entsetzten Blick zu. „Das hab ich nie gesagt! Das..das habe ich..,“ er wandte sich an Hardi, der mittlerweile zu den beiden aufgeschlossen hatte und wiederholte toternst:

„Das hab ich wirklich nicht gesagt.“

„Pff, die richtige Antwort hätte dir Erik sowieso nicht geben können.“ stieg Hardi darauf ein, woraufhin der Bärtige belustigt den Kopf schüttelte.

„Nein, wie auch? Ich bin ja kein Hartwig. Aber die Antwort würde mich trotzdem interessieren. Und Valle sicherlich auch, der hat ja schließlich gefragt.“

„Hab ich nicht!“

„Also die dafür erforderlichen Rituale sind gar nicht so naheliegend, wie man vielleicht gemeinhin denkt. Wenn du einen jungen Hartwig überreden willst, musst du zuallererst in die zu küssenden Lippen beißen, sozusagen zur Reviermarkierung. Anschließend musst du dem Hartwig ein Opfer darbringen, gern in der Form künstlicher Katzenohren, die per Gedankenkontrolle wackeln können.

Hast du ihn so weit gebracht, dass er dir ins Bad nachläuft und zutraulich die Hand ableckt, musst du nur noch lieb „bitte, bitte“ sagen und mit etwas Glück werden deine Bemühungen von Erfolg gekrönt sein.“

Nun lagen alle Augenpaare erwartungsvoll auf Valentin. Doch der lächelte nur und schaute verlegen zu Boden.

„Ich hätte lieber erstmal den Code fürs Händchen halten.“

Statt einer Antwort reichte Hardi ihm die Hand, die Valle dankbar in die seine nahm.

„Na Gott sei dank! Wenn ihr hier jetzt losgelegt hättet, wären wir wohl heute nicht mehr aus dem Haus gekommen.“ rief Erik und ging voran ins Wohnzimmer.

Ja und mindestens einer von uns wäre dabei wahrscheinlich an seinem Herzrasen verreckt, ging es Valle durch den Kopf, denn schon allein von der Art, wie Hardis Hand in seiner lag, spürte er seinen Puls unnatürlich ansteigen. Ob es Denis wohl auch so nervös machte? Zumindest fühlte er das leichte Zittern seiner Fingerspitzen an seiner Hand. Als er zu ihm hinüber schielte musste er feststellen, dass er längst angeschaut wurde.

„Es braucht gar keine Necomimi, damit du weißt, wie ich mich fühle.“ stellte Hardi mit einem tiefen Seufzer fest. Beruhigend strich Valentin über die zitternden Finger.

„Nein. Mir geht’s ja genauso.“

„Da seid ihr ja endlich! Man, man, man, will ich wissen, warum das so lange gedauert hat?“, begrüßte sie David, der schon ungeduldig wippend an der Haustür stand.

„Wer sagt denn, dass wir es dir erzählen würden?“ gab Valle schnippisch zurück und zog Hardi mit zur Garderobe.

Flo, der noch neben Erik in der Stube stand, sah den ineinander verschränkten Händen nach.

„Hab ich etwa das Finale verpasst?“

„Nein, nein, keine Sorge.“ raunte Erik zurück. „Ich glaube, das Finale wurde einfach nur verschoben.“