realsozialismus

Albrecht Müller als Antwort zu dem auf der gleichen Site erschienen Artikel von dem ansonsten stets sehr lesenswerten Götz Eisenberg.

Hübsch vor allem eine Passage aus dem von Müller zitierten Leserbrief einer Leserin aus der guten alten DDR, Hervorhebung von mir:

Sie lebten dort entweder aufgrund von Ausbildungsprogrammen mit den jeweiligen Ländern oder beantragten ihren ständigen Wohnsitz in der DDR, weil sie Familien gründeten.

Es gab natürlich auch Menschen, die mit den Ausländern „nicht viel anfangen“ konnten oder wollten.

Doch solche wird es immer geben.

ABER: Jede Ausschreitung gegen Ausländer – ob verbal oder tätlich – wurde von unseren Regierenden im Keim erstickt.

Stattdessen wurde Solidarität mit diesen Menschen eingefordert – sie war sozusagen Staatsdoktrin!

Und so soll’s sein!

Venezuela-Symposium über die Entwicklung des Sozialismus im 21. Jahrhundert

Venezuela-Symposium

In der Botschaft der bolivarischen Republik Venezuela fand auf Initiative der Antiimperialistischen Plattform Deutschlands ein Symposium zur Thematik der Ursachen des Scheiterns des real existierenden Sozialismus in der DDR und den daraus abzuleitenden Schlussfolgerungen für einen Sozialismus des 21. Jahrhunderts statt.

Teilgenommen haben an der ersten Tagung vom November 2013…

View On WordPress

Materialien zur Kritik der Psychologie des realsozialistischen Individuums #1: Sowjetischer Witz

1) Ein alter Bolschewik zum anderen:

- Wir beide werden den Kommunismus wohl nicht mehr erleben - aber um die Kinder ist’s schade.

2) - Ist der Kommunismus wissenschaftlich?

- Nein, wenn er wissenschaftlich wäre, würde man ihn zuerst an Hunden testen.

3) Nach der Umbenennung Stalingrads in Volgograd kam aus dem Jenseits ein Telegramm: “Einverstanden. Josef Volgin.”

Die nach dem Zusammenbruch des “Realsozialismus” gerade auch in der Linken aufgekommene Vorstellung einer kapitalistisch leeren Zone im Osten und einer dortigen “Inwertsetzung” samt “neuen Märkten” usw. beruhte auf der Illusion, dass hier ein gewissermaßen “wertfreier Raum” bereit liege. In Wirklichkeit war dieser Raum aber bloß staatskapitalistisch organisiert und über den Weltmarkt längst in den Prozess der globalen kapitalistischen Wertsubstanz und ihrer Konkurrenzverhältnisse eingebunden (woran die “realsozialistischen” Länder letztlich auch empirisch gescheitert sind). […] Eine solche Illusion war nur möglich, weil man gar keinen Begriff des Kapitals als solchen hatte, sondern nur eine Vorstellung bestimmter historischer Erscheinungsformen, wobei der Kapitalismus der westlichen Zentren mit der kapitalistischen Produktionsweise überhaupt gleichgesetzt wurde.
—  Robert Kurz: Geld ohne Wert. S. 288 f.

Mircea Cartarescu ist der bedeutendste und bekannteste rumänische Gegenwartsautor. In seinen Romanen entwirft er eine psychedelische Mythologie des Realsozialismus, die ins Mystische und Kosmische ausgreift. In Leipzig hat er den Buchpreis zur Europäischen Verständigung erhalten. Wir drucken seine Dankesrede ab.

Schliesslich bin ich ein Cartaresculoge geworden, der einzige, den es gibt. Mein ganzes Leben lang habe ich die Anatomie, Physiologie, Psychologie, die Verhaltensweisen, die Ethik, Ästhetik und Metaphysik eines einzigen menschlichen Wesens studiert. Aber ich habe dies in der Hoffnung betrieben, in dem kleinen Universum meines Schädels könne sich wie in einem Tautropfen die ganze Menschheit spiegeln mit all ihren Tragödien und ihrem Leid, ihren Triumphen und Katastrophen, mit ihrem Irrwitz und ihrer Weisheit, ihren Helden und ihrem Elend. Diese innere Welt, über die ich seit beinahe vierzig Jahren schreibe, ist der Treuhänder unseres Gedächtnisses und der Motor all dessen, was sich in Gesellschaft und Geschichte abspielt.

(…)

Ich möchte auch nicht der «Rumäne vom Dienst» werden, den man mit schöner Regelmässigkeit als Vertreter seines Landes bei Tagungen aufzutreten bittet. Ich habe ausser mir selbst, ausser dem Vaterland meiner Texte nichts zu vertreten. Ich könnte Portugiese, Este oder Schweizer sein. Ich könnte Frau sein, Hellene oder Barbar: Die Textur meiner Texte wäre natürlich jedes Mal eine andere, ihr Geist aber wäre unwandelbar der gleiche. Denn Valéry lag nicht ganz falsch mit der Behauptung, dass man alle Gedichte, die je geschrieben wurden, einem einzigen, zeitlosen Dichter zusprechen könnte, dem schöpferischen Geist eben.

youtube

Oktoberklub - Unter einen Hut

Hinreißende deutsche Fassung eines Liedes von Steeleye Span…

Mit Fragen geht es weiter,
Wer macht den große Kies?
Wer hat die Stadt zertrümmert,
Die Hiroshima hieß?

[…]

Noch haben sie nicht gewonnen,
Die Herrn aus Übersee.
Der Kampf hat neu begonnen,
Steh auf, sei stark und steh!