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Helmut Qualtinger - Wenn der Wiener an Schas lost

Das Gesetz der wachsenden Glieder (und grammatisch Gewichtiges)

Ja, dieser Blog ist über Linguistik. Am 3. Mai hatte Otto Behaghel Geburtstag, stolze 162 Lenze würde er inzwischen zählen. Also kein runder Geburtstag, keine Primzahl oder sonstwas. Da der Konsonantenstadel nicht den Ereignissen hinterher hinkt, sondern über ihnen steht, folgt jetzt (erst) ein Artikel über ihn – mit leichten Gonzoelementen und einer Portion Linguistik.

Am vergangenen Wochenende machte ich mich mit meinem bezaubernden Kollegen (und baldigem Koautoren) Carsten Becker auf nach Gießen (by the way: „nach Gießen auf“ klingt in diesem Zusammenhang irgendwie markiert), um dem Altmeister zu huldigen. Bei dieser Pilgerfahrt ist die Idee geboren worden, Gräber von berühmten Linguisten zu besuchen und peu à peu ein einschlägiges Fotoarchiv anzulegen; quasi LingPhot für Verblichene – und mit Gräbern. Der Österreicher in mir ist morbid genug, dies erbaulich zu finden, der Deutsche in mir gründlich genug, die Aktion auch tatsächlich durchzuführen. Komische Assoziation, aber mir kommt dazu sofort ein Helmut Qualtinger zugeschriebenes Zitat in den Sinn, der über seine Heimatstadt Folgendes geäußert haben soll: „In Wien mußt’ erst sterben, damit sie dich hochleben lassen. Aber dann lebst’ lang.“ Hoffentlich gilt das nicht für Gießen (oder gleichgar die Linguistik).

Behaghel liegt am Neuen Friedhof jener Stadt begraben, in der er auch als Professor für Deutsche Philologie die größten Teile seiner akademischen Karriere verbracht hat und von wo aus er 1936 in die ewigen linguistischen Jagdgründe (aka die ewigen topologischen Felder) eingegangen ist. Ich möchte mich nicht weiter mit seiner Biographie aufhalten, dazu kann man an einschlägiger Stelle genug lesen – gelegentlich auch Widersprüchliches, denn so vermerkt etwas die Deutsche Biographie, er sei in München gestorben, während ihn (die Uni) Gießen vollständig für sich beansprucht (vgl. das Porträt auf dem dortigen Webangebot). Ich kann dazu nur mit einem bekannten Mem Stellung nehmen: „Gießen kills slowly.“


Der Autor dieses Blogs huldigt dem Altmeister


Man tritt dem Guten sicher nicht zu nahe, wenn man ihm attestiert, dass seine Hauptinteressen im Bereich der Syntax lagen. Dass Behaghel sich intensiv mit Sprachgeschichte beschäftigte, war kein Alleinstellungsmerkmal, sondern entsprach dem Geist der Zeit – nur wenige haben es aber so meisterhaft getan wie er. Früh erkannte er auch die Bedeutung der Gegenwartssprache und insbesondere der Dialekte für die Erhellung und Klärung diachroner Entwicklungen (so der ungefähre Wortlaut in der Deutschen Biographie). Vor diesem Hintergrund überrascht es auch nicht, dass sein Schüler Friedrich Maurer (von dem die oben zitierte Skizze stammt) in seinen Untersuchungen über die deutsche Verbstellung in ihrer geschichtlichen Entwicklung (1926) auch ausführlich auf die Verhältnisse in den damals rezenten Dialekten eingeht. Mehr zu Maurer – übrigens eine ideologisch höchst zweifelhafte Figur – an anderer Stelle.

Dass Behaghel im Dunstkreis der sogenannten Junggrammatiker steht (siehe dazu grundlegend Einhauser 2001: 1339), zeigt sich wohl nicht zuletzt an seinen „Gesetzen“, die vom Deutschen ausgehend sprachübergreifende Wortstellungsregeln erfassen sollten und denen wir (also pluralis majestatis) uns hier ausführlich widmen wollen. Behaghels „Hauptwerk“ ist seine vierbändige Deutsche Syntax – eine geschichtliche Darstellung, die zwischen 1923 und 1932 erschienen ist; dieses opus magnum ist von der UB Gießen digitalisiert worden und online verfügbar. Ich sage meinen Studis immer, dass es so viele tolle Dinge gibt, die man sich LEGAL runterladen kann:

Was die Anlage der Deutschen Syntax anlangt, ist man schnell wieder beim Hashtag „Jungrammatiker“ und ihrem grundsätzlich historischem Ansatz, der später auch durch eine deutliche Aufwertung der Gegenwartssprache gekennzeichnet sei (siehe u.a. Einhauser 2001: 1348). In diesem Sinn kann man auch das folgende Zitat aus dem Vorwort des letzten Bandes der Deutschen Syntax verstehen:

Mein Buch will eine deutsche Syntax im engeren Sinne des Wortes sein; seine Quellen sind also grundsätzlich alle Äußerungen in deutscher Sprache, vom 8. Jahrhundert herab bis auf die lebendige Rede der Gegenwart, wobei allerdings Erscheinungen der Mundarten nur gelegentlich berücksichtigt werden. Und ich suche in streng geschichtlichem Verfahren die Erscheinungen zu verfolgen von ihrem frühesten Zustand bis zur neuesten Zeit.
(Behaghel 1923: X)


Auch heute noch ist am Grabmal von Otto Behaghel mit Paparazzi-Attacken zu rechnen.


Auch in methodologischer Hinsicht gab Behaghel im Zusammenhang mit seinem sogenannten Stichprobenverfahren wichtige Impulse, wenngleich man sich aus heutiger Perspektive einig ist, dass man für ein linguistisch informiertes Bild gerade auch Daten zu den quantitativen Verhältnissen benötigt:

Bei diesen Untersuchungen habe ich das Verfahren beobachtet, das sich mir bei meiner Arbeit über die Zeitfolge bewährt hat, das Verfahren der Stichproben, das gewisse Stücke gewisser Denkmäler vollständig auszubeuten sucht. Wer danach andere Stücke und andere Quellen durchmustert, wird vielleicht wertvolle Ergänzungen bieten können, aber das von mir Gefundene kaum gänzlich umwerfen.
(Behaghel 1923: VIII)

Ein moderner Fortsetzer dieses Prinzips sind die „30 Normalseiten“, die für die Anlage des Bonner Frühneuhochdeutschkorpus und sein Schwesterprojekt, das Mittelhochdeutsche Referenzkorpus als Leitseil dienten (siehe z.B. Wegera 2000). Leider reicht diese Textmenge für bestimmte Belange nicht (wie man – ein Selbstzitat pro Blogeintrag sei mir erlaubt – auch in Fleischer & Schallert 2011: Kap. 5.2 nachlesen kann), so dass man sich nicht davor scheuen sollte, bestimmte Quellen einfach „vollständig ausbeuten“, sei es auf elektronischem Wege (wenn möglich) oder zur Not auch „zu Fuß“. In einem Schachtelsatz: Qualitative Evidenz ist ein wichtiges und unverzichtbares Mittel, um sich überhaupt in der Materialfülle orientieren zu können, welche die Sprachgeschichte bereithält, je weiter man in ihr Richtung Gegenwart hinaufsteigt. Aber wichtig sind halt auch quantitative Aspekte – ça veut dire: Was ist häufig? Was ist idiosynkratisch? Wie verschieben sich die Gewichte zwischen verschiedenen Konstruktionsmustern und wie interagieren sie miteinander?

Aber nun zum Kern der Sache: Wofür Behaghel heute auch außerhalb der Germanistik bekannt ist, sind die nach ihm benannten „Gesetze“. Anhand des Deutschen formulierte er die folgenden fünf Wortstellungsregeln, die sprachübergreifende Gültigkeit für sich beanspruchen (vgl. dazu Behaghel 1909, 1930a, b und vor allem Behaghel 1932, § 1426):

  1. [GEZ]: „Das oberste Gesetz ist dieses, daß das geistig eng Zusammengehörige auch eng zusammengestellt wird.“ (S. 4)
  2. [WSU]: „Ein zweites machtvolles Gesetz verlangt, daß das Wichtigere später steht als das Unwichtige, dasjenige, was zuletzt noch im Ohr klingen soll.“ (S. 4)
  3. [UG]: „Ein drittes Gesetz fordert, daß das unterscheidende Glied dem unterschiedenen vorausgeht:“ (S. 5)
  4. [WG]: „Gesetz der wachsenden Glieder […]; es besagt, daß von zwei Gliedern, soweit möglich, das kürzere vorausgeht, das längere nachsteht.“ (S. 6)
  5. [TG]: „Das Tongewicht kann die Wortstellung in verschiedener Weise beeinflussen. Das Deutsche hat das Streben, stärker und schwächer betonte Glieder abwechseln zu lassen:“ (S. 6)

Das bekannteste der fünf Gesetze ist sicherlich die Nummer vier, also die titelgebenden wachsenden Glieder [WG]. Wären wir mit dem Zug nach Gießen gefahren, hätten wir uns an Sätzen wie dem Folgenden ergötzen können:

Auf Gleis 3 fährt ein [NP der IC 2270 Schwarzwald von Konstanz nach Stralsund].

Ich hatte mir kurz überlegt, einfach aus didaktischen Gründen zu schreiben, wir seien mit dem Zug gefahren (CO2-Bilanz und all das), aber beim Thema Eisenbahn sind schon ganz andere Schreiberlinge ins Schleudern gekommen. Aber nun ein Kommentar zum Bahnsatz: Wie der Kontrast zwischen diesem Beispiel und den beiden hier angeführten Wortspenden zeigt, können im heutigen Deutschen Präpositionalphrasen im Gegensatz zu Nominalphrasen im Nachfeld auftreten. Letztere können nur dann im Nachfeld stehen, wenn sie besonders umfangreich („schwer“) sind.

Ich hab geträumt [PP von dir]. (Matthias Reim)
*Niemand wird bezweifeln [NP sein Alibi].

Schwere-Effekte sind in zahlreichen Sprachen zu finden, u.a. auch im Englischen:

The prosecution showed [pictures of gruesome details of the victim’s wounds] [to the jury].
The prosecution showed [to the jury] [pictures of gruesome details of the victim’s wounds].
(Wasow 1997: 83)

Wodurch solche Effekte genau bedingt sind (Konstituenten-Länge, syntaktische Komplexität im Sinne der Zahl der Verzweigungen usw.), ist nicht einfach zu beantworten und Gegenstand psycholinguistischer Forschung (siehe dazu grundlegend Wasow 1997: 84–87). Man kann, glaube ich, mit einigem Recht sagen, dass Behaghel einer der Pioniere im Bereich parsingbasierter Erklärungen für Wortstellungsvariation war. So sieht John Hawkins (1994: 119) das von ihm formulierte Verarbeitungsprinzip Early Immediate Constituents (EIC) als Synthese bzw. Verallgemeinerung der ersten beiden Behaghelschen Gesetze. Vereinfacht besagt dieses Prinzip, dass der menschliche Parser Strukturen bevorzugt, die eine möglichst schnelle Identifikation der unmittelbaren Konstituenten eines gegebenen Mutterknotens ermöglichen (siehe dazu Hawkins 1994: 69–83). Zur Illustration ein Beispielpaar aus Hawkins’ aktueller Monographie:

[A] The man [VP looked_1 [PP1 for_2 his_3 son_4] [PP2 in_5 the dark and quite derelict building]].
[B] The man [VP looked_1 [PP2 in_2 the_3 dark_4 and_5 quite_6 derelict_7 building_8] [PP1 for his son_9]].
(Hawkins 2014: 12)

Während in [A] lediglich fünf Wörter abgefrühstückt werden müssen, um die drei unmittelbaren Konstituenten V, PP1 und PP2 zu postulieren, sind es in [B] ihrer 9 (!). Man sieht also – Behaghel ist aktueller denn je.

Besonders in den ersten beiden Gesetzen wird man umschwer Bezüge zu dem erkennen, was heute im Zusammenhang mit informationsstrukturellen Kategorien wie Thema/Rhema (heute oft nur noch „givenness“) oder Topik/Kommentar quasi zum grammatiktheoretischen Einmaleins gehört. Selbstverständlich möchte ich hier nicht die Verdienste der Prager Funktionalisten (Daneš, Firbas, Beneš usw.) kleinreden, denen wir letztlich auch die ganze Terminologie verdanken, aber Behaghel kann man als Indiz nehmen, dass einiges davon sozusagen schon in der Luft lag. Aber auch Gesetz Nummero fünf [TG] hat sowohl Tradition als auch Nachwirkung: Schon vor Behaghel formulierte Ries (1907) ein vergleichbares euphonisches Prinzip, das folgendermaßen lautet (siehe dazu Speyer 2010: 55):

[…] rhythmischer Wohllaut eines Satzes kann weder durch unvermittelte Nebeneinanderstellung mehrerer starkbetonter Worte erzeugt werden, noch verträgt er sich mit der Zusammenhäufung vieler unbetonter, er beruht vielmehr in erster Linie auf der Abwechslung (Ries 1907: 91–92).

In der neueren Forschung wird dieses Prinzip wieder aufgenommen und präziser formuliert, z.B. im Zusammenhang mit dem Clash Avoidance Requirement (Speyer 2010).

Wieviel haben wir von was?
[A] /ÄPfel haben wir \drEI. Und /ORANgen \FÜNF.
[B] # Wir haben /DREI \ÄPfel und /FÜNF \ORANgen
(nach Speyer 2010: 126, Bsp. 40)  

Kommentar dazu: Unter Fokussierung versteht man die intonatorische Hervorhebung von Phrasen- bzw. Phrasenteilen gegenüber kontextuell verfügbaren Alternativen (oben markiert mit Großbuchstaben). Interessanterweise gibt es bei Sätzen mit zwei Foki die deutliche Tendenz, die jeweiligen Fokusexponenten nicht unmittelbar nebeneinander stehen zu lassen, d.h. [B] klingt gegenüber [A] markiert.

Behaghel hat an verschiedener Stelle darauf hingewiesen, dass diese einzelnen Gesetze miteinander wechselwirken (z.B. 1930b: 32). Einerseits können sie jeweils „zusammenwirken in derselben Richtung“, mitunter „aber auch sich entgegenarbeiten“ (Behaghel 1932: 5). Wer in diesen Äußerungen optimalitätstheoretisches Gedankengut avant la lettre zu erkennen glaubt, liegt sicher nicht ganz daneben und hat sich einen „pointing finger“ (☞) verdient. Als Beispiel für einen Konflikt zwischen [GEZ] und [WSU] nennt der Grammatiker neben der bekannten Spaltung von Pronominaladverbien (da kann ich nichts mit anfangen) insbesondere Pronomina in der sogenannten Wackernagelposition. Einerseits repräsentieren sie alte Information, haben also eine „enge geistige Beziehung zum Vorhergehenden“, andererseits sind sie, wie im Falle von (inhärenten) Reflexiva auch eng mit dem Verb verbunden:

[A] Er hatte sich jetzt mit dem größten Heerführer seiner Zeit gemessen (Schiller)
[B] Er kann durch die Kraft seines Willens aus dem Zustande der Bedrückung sich reißen (Schiller)

Kommentar dazu: In [A] ist [GEZ] verletzt (sich gehört zum Verb), aber [WSU] erfüllt; in [B] sind die Verhältnisse genau umgekehrt. In diesem Zusammenhang ein kleiner Ausflug in die Stilistik: Der bekannte Philosoph Theodor W. Adorno (1903–1969) hatte die Eigenart, Reflexivpronomen tief im Mittelfeld zu platzieren, d.h. er fühlte sich wohl stärker dem [GEZ] verpflichtet. Hier ein einschlägiges Beispiel: „Die fast unlösbare Aufgabe besteht darin, weder von der Macht der anderen, noch von der eigenen Ohnmacht sich dumm machen zu lassen.“ (Adorno 1994: 67)

Ein Konflikt zwischen [WG] und [GEZ] kann man im folgenden Beispiel erkennen (S. 6), bei dem sich das leichte Kopulaverb „ist“ zwischen Kopfnomen und Genitivattribut schleicht:

weil sie schöpferische Kraft ist eines primitiven Menschentums

Das sind sie, die Behaghelschen Gesetze, und aus ihnen speist sich sozusagen der normale (deutsche) Satzbau:

In diesen mehr oder weniger fest überlieferten Regeln hat eine ganz ruhig, gleichmäßig dahinfließende Rede ihre stets wiederkehrende Gestalt gefunden.
(Behaghel 1932: 8)

Sozusagen orthogonal zu den obigen Regeln unterscheidet Behaghel (1932: 3, 8)  zwischen der gebundenen (auch: habituellen, usuellen) Wortstellung mit unterschiedlichem Geltungsbereich (z.B. nur auf Nebensätze bezogen) und Bedarfsstellungen (z.B. „durch das Bedürfnis des Gegensatzes“); letztere würde man heute als „markierte Abfolgen“ ansprechen. Dazu ein einschlägiges Beispiel (ähnliche Beispiele finden sich z.B. bei Behaghel 1930a: 88):

[A] Gestern habe ich ein Gedicht der/dem xy gewidmet.
[B] M Gewidmet habe ich gestern ein Gedicht der/dem xy.
[C] M Ein Gedicht habe ich der/dem xy gestern gewidmet.

Kommentar: [B] und [C] sind markierte Abfolgen, d.h. sie können nur in spezifischeren Gesprächskontexten auftreten, während [A] die Normalwortstellung darstellt. Als einfachen Test kann man sich fragen, welchen der obigen Sätze man sozusagen „out of the blue“, also quasi beim Hereinspazieren durch die Türe äußern könnte. 

Auch an diesen Überlegungen zeigt sich, dass Behaghel einer der Pioniere auf dem Forschungsfeld der Informationsstruktur war, verstanden im allgemeinsten Sinne als Verpackung von Information, die den unmittelbaren kommunikativen Bedürfnissen der Gesprächspartner folgt (siehe dazu grundlegend Krifka 2007).


Leicht vor schwer, alt vor neu, das war sein Motto. So kennen und schätzen wir ihn – Behaghels Otto.


Literatur

Adorno, Theodor W. (1994): Minima Moralia. Frankfurt am Main: Suhrkamp. 22. Aufl.

Behaghel, Otto (1909): Beziehungen zwischen Umfang und Reihenfolge von Satzgliedern. Indogermanische Forschungen 25: 110–142.

—(1923–1932): Deutsche Syntax. Eine geschichtliche Darstellung. Bd. 1 (1923), Bd. 2 (1924), Bd. 3 (1928), Bd. 4 (1932). Heidelberg: Carl Winter Universitätsverlag.

—(1930a): Von deutscher Wortstellung. Zeitschrift für den deutschen Unterricht 44(2): 81–89. 

—(1930b): Zur Wortstellung des Deutschen. Language 6(4): 29–33 (Language Monograph No. 7: Curme Volume of Linguistic Studies).

Einhauser, Eveline (2001): Die Entstehung und frühe Entwicklung des junggrammatischen Forschungsprogramms. In: Sylvain Auroux [u.a.] (Hgg.): Geschichte der Sprachwissen-schaften. Ein internationales Handbuch zur Entwicklung der Sprachforschung von den An-fängen bis zur Gegenwart. (Handbücher zur Sprach- und Kommunikationswissenschaft; 18.2.) Berlin, New York: De Gruyter, 1338–1350.

Fleischer, Jürg und Oliver Schallert (2011): Historische Syntax des Deutschen – eine Einfüh-rung. (Narr Studienbücher.) Tübingen: Narr.

Hawkins, John A. (1994): A performance theory of order and constituency. (Cambridge studies in linguistics; 73). Cambridge [u.a.]: Cambridge University Press.

—(2014): Cross-linguistic variation and efficiency. New York: Oxford University Press.

Krifka, Manfred (2007): Basic notions of information structure. In: Caroline Féry, Gisbert Fanselow und Manfred Krifka (Hgg.): The notions of information structure. (Working Pa-pers of the SFB 632; 6). Potsdam: Universitätsverlag Potsdam, 13–55.

Ries, John (1907): Die Wortstellung im Beowulf. Halle a. d. Saale: Niemeyer.

Speyer, Augustin (2010): Topicalization and stress clash avoidance in the history of English. (Topics in English linguistics; 69.) Berlin, New York: De Gruyter.

Wasow, Thomas (1997): Remarks on grammatical weight. Language Variation and Change 9: 81–105.

Wegera, Klaus-Peter (2000): Grundlagenprobleme einer mittelhochdeutschen Grammatik. In: Besch, Werner, Anne Betten, Oskar Reichmann und Stefan Sonderegger (Hgg.) (2000): Sprachgeschichte. Ein Handbuch zur Geschichte der deutschen Sprache und ihrer Erforschung. (Handbücher zur Sprach- und Kommunikationswissenschaft 2.1–2.4.). Berlin, New York: Mouton de Gruyter, 1304–1320. 2., vollständig neu bearbeitete Auflage.