predigtstuhl

Eine ganz besondere Schneeschuhwanderung im Tiefschnee erwartet uns im Berchtesgadener Land am PREDAX – so wird der Predigtstuhl von den Einheimischen genannt. Im Tiefschnee, in unberührter Natur führt uns Daniel von Outdoor Center Baumgarten bergauf und bergab mit den Schneeschuhen.

Gestartet sind wir an diesem Sonntag in unserem Hotel, dem geschichtsträchtigen Haus Axelmannstein in Bad Reichenhall, mit einem schönen Winterspaziergang durch das hübsche Städtchen Bad Reichenhall. Die Architektur der Kurstadt erinnert mich eigentlich an die Orte an der Ostsee und nicht an Bayern.

Unser Ziel ist die traditionelle Predigtstuhlbahn, die trotz ihrem hohen Alters noch voll in Betrieb ist und als älteste zu den 10 spektakulärsten Seilbahnen der Welt zählt. Die Seilbahn startet in Bad Reichenhall und nach 2,4 Kilometern kommt man auf dem Predigtstuhl, der der Bahn auch ihren Namen gab, an. Sie ist mit über 80 Betriebsjahren die älteste im Original erhaltene Großkabinenbahn der Welt. Am 01. Juli 1928 wurde sie eingeweiht und nahm ihren Betrieb auf.

Die historische Gondel bringt uns 10-minütiger Bergfahrt zur Bergstation Predigtstuhl (Bemperer) auf 1600 m und hier im Berghotel Predigtstuhl nimmt uns Gaby, die Tochter der Familie Posch im Empfang und gibt uns einen kurzen Überblick über die Geschichte des Hotels. Im Moment wird das Hotel renoviert und umgebaut.

Aber schon seit März 2014 ist das einzigartige Bergrestaurant mit Kaffeeterrasse für die Gäste im Charme der vergangenen Epoche wieder geöffnet und verwöhnt mit kulinarischen Gaumenfreuden. An mehreren Sonntagen im Jahr erfährt der Predigtstuhl-Brunch, für bis zu 70 Gäste, immer größere Beliebtheit.

Hier erwartet uns Daniel Hackenberg von der Bergschule Predigtstuhl und rüstet uns mit Schneeschuhen, Stöcken und Lawinenpiepser aus, denn wir werden im Berggelände unterwegs sein und da wird Sicherheit großgeschrieben. Und dann starten wir leider bei null Sicht, dichtem Schneetreiben und -11 Grad zu unserer besonderen Form des Winterwanderns.

Fernab von Skipisten geht auf den Schneeschuhen durch die unberührte Schneelandschaften und schneebedeckte Almwiesen, zum Teil bergauf und wieder bergab führt uns Daniel, der ausgebildete Tourenführer und Bergretter, ca. vier Stunden durchs Lattengebirge.

Nach leichtem Anstieg erreichen wir den 1. Gipfel, dem Predigtstuhl. Tafeln erklären die umliegende Bergwelt. Leider bleibt uns er Panoramablick auf die umliegenden Alpenlandschaft, Bad Reichenhall und Salzburg versagt, denn wir sehen vielleicht 50 Meter weit. Aber dafür beeindruckt mich die tiefverschneiten und zum Teil vereisten Bäume und Sträucher, was mich immer wieder zu Stopps zum fotografieren aufhält.

Hinunter zur Schlegelmulde, von wo es in Serpentinen mäßig steil zum 2. Gipfel dem Hochschlegel gehen sollte. Dort wo normalerweise die Sesselbahn nach oben fährt stapfen wir mit unseren Schneeschuhen bergauf, dabei ist es wichtig die Steighilfe unter den Hacken hoch zu klappen, damit es etwas einfacher wird. Ich muss aber zugegen es ist echt anstrengend. Daniel erzählt, dass es die vergangene Woche sogar zwei Gäste über 70 Jahre alt geschafft haben.

Wegen der schlechten Sicht wandern wir nicht ganz auf den Hochschlegel und ehrlich gesagt, war ich froh darüber, ich hätte es sicher geschafft, aber mich auch ganz schön gequält. Bergab setzt ich mich kurzer Hand hin und rutschen den etwas steilen Berg auf dem Hosenboden runter, ein Grund, warum man auch zum Schneeschuhwandern Skikleidung tragen sollte, es kann immer mal passieren, dass man sich hinsetzt und dann würde man sehr schnell auskühlen.

In der Schlegelmulde ist die Ortovox-LVS-Trainingsanlage für die Bergrettung mit LVS-Geräten. Daniel gibt uns Basisinformationen der Lawinenkunde und üben sich an LVS-Gerät, Schaufel und Sonde. Wir testen auch diese Ortovox-LVS-Trainingsanlage und versuchen einen angeblich verschütteten zu finden. Die Bergrettung macht regelmäßig Trainings mit Gästen, wie man sich bei Lawinen verhält, was man tut um sich und andere zu retten. Eine echt nützliche Einrichtung.

Zum Aufwärmen und um etwas zu trinken geht es gemeinsam in die urige, bayerisch bewirtschaftete Almhütte Schlegelmulde. Die Hütte wurde 2014 renoviert und gehört zur Bergschule Predigtstuhl. Bis zu 12 Personen finden hier Platz im Aufenthaltsraum mit großer Eckbank, altem Bauernofen, Schwedenofen, auf dem man die nassen Sachen toll trocknen kann, eine tolle Erfindung sind die runden Löcher in der Kuppel des Ofens, in den man die Handschuhe zum trocknen steckt.

Weiter gibt es eine kleine Küche mit Kochfeld und Herd, sowie ein Waschraum und Toilette. Die gemütliche Almhütte eignet sich ideal für Kleingruppen im Rahmen von Bergschulprogrammen wie z.B. einem mehrtägigen LVS-Kurs, denn im oberen Stockwerk finden in zwei Räumen 12 Personen nächtlichen Unterschlupf. Bei einem warmen Tee, Hefeweizen und Spezi lauschen wir den Geschichten von Daniel.

Der Rückweg zum Hotel und Bergstation Predigtstuhl führt über den breiten Wanderweg durch die herrliche Winterlandschaft, es ist im wahrsten Sinne des Wrtes ein Winterwunderland PREDAX.

Diese geführten Schneeschuhwanderungen finden jeden Sonntag von Dezember bis April statt. Treffpunkt ist 09:00 Uhr an der Talstation Predigtstuhlbahn Bad Reichenhall und sie dauert ca. 4 Stunden, wobei immer auf die Kondition der Gäste eingegangen wird. Der Preis liegt bei 49,00 € pro Person und ein unvergessenes Erlebnis ist garantiert. Für Gruppen ab 5 Personen bietet die Bergschule Predigtstuhl Termine jederzeit nach Anmeldung an. Anmeldung einfach per e-mail an info@echt-posch.de, oder unter Tel.: + 49 8651 22 33.

Fotos Gabriele Wilms, Michael Cremer und Daniel Hackenberg

Verschneites Schneeschuherlebnis am PREDAX Eine ganz besondere Schneeschuhwanderung im Tiefschnee erwartet uns im Berchtesgadener Land am PREDAX – so wird der Predigtstuhl von den Einheimischen genannt.