Junge, warum hast du nichts gelernt? - Blockupy, ohne Hirn zum Misserfolg

„Nein - geh mal wieder auf die Straße, geh mal wieder demonstrieren.
Denn wer nicht mehr versucht zu kämpfen, kann nur verlieren!
Die Dich verarschen, die hast Du selbst gewählt.
Darum lass sie Deine Stimme hören, weil jede Stimme zählt, ohoho.“
Farin Urlaub

Als Farin Urlaub in seinem Song „Deine Schuld“ diese Zeilen dichtete, dachte er bestimmt nicht an solch hirnlose Taten, die heute in Frankfurt fabriziert wurden.
Blockupy nennt sich diese großartige Vereinigung, die gegen den Kapitalismus in der EU ankämpft. Ihre genauen Ziele sind nur leider nicht wirklich bekannt. Auf den ersten Blick könnte man schnell vermuten, dass es sich um eine Ansammlung unzufriedener Versager hält, die anderen die Schuld an deren Misserfolgen in unserer modernen Welt gibt.
Auf den zweiten Blick auch.
Was könnte zum Beispiel das Ziel sein, sich wie in Batman als Horde Clowns zu verkleiden um damit die Staatgewalt zu bekämpfen und ganz Frankfurt lahmzulegen?
Oder unter dem Vorwand für mehr Gleichberechtigung und der Förderung der Mittelschicht, Altkleidercontainer anzuzünden und mittelständische Geschäfte in der Frankfurter Innenstadt zu verwüsten?
Oder den Wunsch zu hegen in einer kommunistischen EU zu leben, in der grundsätzlich Allen alles gehört und keinem Nichts, aber im gleichen Moment mit gröbster Gewalt gegen Mitmenschen vorgeht und gleichzeitig gegen die Entscheidungen des Staates protestiert, der in einer kommunistischen Welt noch weitaus mehr zu sagen hätte, als jetzt schon.
Die Sprecherin des Blockupy Bündnisses, Hannah Eberle kritisiert die fehlende Solidarisierung in der Gesellschaft. Natürlich lässt sich diese Solidarisierung durch Aktionen wie heute in Frankfurt verwirklichen.
Alles in allem werde ich aus diesem ganzen Wirrwarr aus vorgenommenen Zielen und deren Umsetzung nicht schlau. Das Einzige was Blockupy heute bewirkt hat, ist eine riesige negative Publicity, sowie Spott und Hohn von sämtlichen öffentlichen Institutionen und Personen.
Natürlich läuft in der EU und auch in Deutschland nicht alles perfekt. Vielleicht vergisst man aber auch ab und zu, zu bedenken wie schwer es sein muss, so viele Interessenkonflikte zu lösen und mit dieser großen Macht umzugehen.
Ich persönlich kann es mir nicht vorstellen. Seitdem ich im Stufenteam im Abi die Abschlusspartys mitgeplant habe und versucht habe 200 Interessen unter einen Hut zu bekommen, möchte ich es mir vielleicht auch gar nicht vorstellen, wie es ist, mehrere Länder zu führen, sodass jeder einigermaßen zufrieden ist. Das hört sich wahrscheinlich etwas naiv an, aber an sich können wir froh sein, wie gut es uns geht.
In der heutigen Gesellschaft ist es teilweise enorm schwer erfolgreich zu sein. Die Schere zwischen arm und reich klafft immer mehr auseinander. Dadurch ist die Unterschicht enttäuscht und aggressiv. Viele sehen keine Zukunft für sich und deren Familien. Wer kann’s ihnen verübeln?
Aber mal anders herum gefragt; Was hätte die Regierung für ein Interesse an einem Land, welches lediglich aus sozial Schwachen und Stinkreichen Bonzen besteht? Alleine durch das Wegfallen von  Steuereinnahmen in der Mittelschicht, gehen Milliarden verloren. Durch die Hartz Reformen und den demographischen Wandel braucht der Staat immer mehr Geld und außerdem Menschen, die einem sicheren, vernünftig bezahltem Job nachgehen.
Ja, wir brauchen die Mittelschicht
und
Ja, es sollte einfacher werden, aus sozial schwachen Bereichen wieder ins normale Leben zu finden
und
Ja, teilweise fehlt die Solidarisierung in der Gesellschaft.

Jedoch sind diese Ziele nicht durch diese Vorgehensweise zu verwirklichen!
Sinnlose und dumme Gewalt hinter widersprüchlichen Zielen zu verstecken hat uns schon zur Nazizeit nicht weiter gebracht!

Quellen:
http://www.deutschlandfunk.de/blockupy-bewegung-ezb-spielt-mit-menschenleben.694.de.html?dram:article_id=314521

http://www.msn.com/de-de/nachrichten/politik/demo-in-frankfurt-%E2%80%9Eblockupy-ist-gro%C3%9Fer-schwachsinn%E2%80%9C/ar-BBilNyN?ocid=mailsignoutmd

http://www.aachener-zeitung.de/news/politik/massive-gewalt-und-ueber-220-verletzte-bei-ezb-eroeffnung-1.1050043

Nationalitäten

Ich halte nichts von Nationalitäten, Patriotismus oder Grenzen. Wir, die menschlichen Bewohner dieser Erde sind im Grunde nur eine einzige Rasse. Solange kein Mensch dieser Welt bei der Geburt seine Nation nach eigener Wahl bestimmt, ist kein Stolz auf imaginäre Grenzen gerechtfertigt. Die Geburt in einem bestimmten Land ist nicht unser Schicksal, die Menschen selbst definieren ihr Schicksal nach ihrem Land. Was sind schon Länder auf dieser weiten Erde, der Natur, unser aller Zuhause.

#Lesetipps 13/2015

Wir haben viel darüber diskutiert, ob und wem Yannis Varoufakis den Mittelfinger gezeigt hat. Luise Pusch schreibt über die, denen der Mittelfinger immer und in jedem Fall gezeigt wird.

Margarete Stokowski ist sowieso immer gut. Aber wie sie dem anonymen E-Mail-Schreiber Wichsfried die Welt erklärt, ist spektakulär.

Jürgen Geuter regt zum Nachdenken darüber an, wie die Ethik von Algorithmen aussehen müsste und wer darüber entscheiden wird.

Monica Lewinsky musste zwanzig Jahre lang völlig ungerechtfertigten Spott und Hass ertragen und hat das irgendwie durchgestanden. Ihr Vortrag über den „Preis der Schande“ ist beeindruckend.

Ursula von der Leyens Biografie musste allein deshalb geschrieben werden, damit Leo Fischer sie rezensieren konnte.

Philippe Wampfler würde gerne ein Buch mit dem Titel „Digitaler Nonsens“e schreiben, und erklärt schon mal, warum Analog nicht das neue Bio ist.

Mal ab vom Tippfehler (über den ich mich schon auf Twitter lustig gemacht habe) …

Schäuble sieht in der lockeren Geldpolitik die Ursache für die Krise? Wow. Der lebt wirklich komplett in einer Parallelwelt …

Draghi versucht gerade über die Geldpolitik Europa den Allerwertesten zu retten und Schäuble hält ihn für den Schuldigen? Und nicht sich selber, obwohl er es schon seit Jahren verpennt, die Konjunktur in Europa mit sinnvollen Investitionen in Schwung zu bringen? Obwohl Fiskalpolitik (also Geldausgeben) viel schneller und viel direkter wirkt als Geldpolitik? Obwohl man über Fiskalpolitik viel genauer steuern kann, wohin das Geld fließt, als man das über niedrige Zinsen in ganz Europa steuern könnte? Obwohl man über Fiskalpolitik viel genauer bestimmen könnte, wofür das Geld sinnvoll investiert wird und nicht nur auf den Finanzmärkten für Blasen sorgt?

Nee, lieber Wolfgang, du irrst. QE ist nicht schlecht. In einem hast du aber recht: QE ist ne Krücke. Die man aber nur verwenden muss, weil die normale Möglichkeit die Konjunktur in Schwung zu bringen (Geld ausgeben) von dir verweigert wird. Mr. Schwarze Null.

Über den zweiten Punkt mit dem Exportüberschuss rante ich jetzt nicht mehr. Nur ein Satz: Schäuble hat recht, wenn er sagt, dass die Euro-Zone ohne den deutschen Exportüberschuss insgesamt ein Exportdefizit hätte. Das ändert aber am Problem nichts: die restlichen Länder der Eurozone haben ein Exportdefizit gegenüber Deutschland. Wäre die Exportbilanz der Eurozone negativ, müsste das in der Theorie durch einen schwächeren Euro ausgeglichen werden. Für das “Problem” (das nur in Schäubles krudem Denken existiert) gibt es also eine Lösung, bzw. einen Ausgleichsmechanismus. Für das Problem innerhalb der Eurozone existiert dieser Ausgleichsmechanismus aber nicht. Die Währung ist fix. Daher ist das Problem, das Schäuble übersieht, das viel größere … (war nur ein Satz, oder?)

Stinkefinger-Gate statt Griechenland-Diskussion. Plonk.

Tatsächlich wirkte es so, als habe die Vorbereitung des Moderators und einiger Gäste (namentlich Ernst Elitz und Markus Söder) darin bestanden, die Schlagzeilen von ein paar älteren Bild-Ausgaben zu memorieren. Söder verbreitete ungerührt populistische Unwahrheiten, wie dass Varoufakis Wolfgang Schäuble beleidigt habe oder er drosch Phrasen wie: “Die Griechen müssen jetzt ihre Hausaufgaben machen!” Das wäre selbst für ein Bierzelt in Bayern ein eher bescheidenes Repertoire. Für eine Jauch-Sendung reicht es offenbar.

Yanis Varoufakis, Günther Jauch und die Stinkefinger-TV-Tragödie › Meedia

Schön in den Kontext setzt den Mittelfinger ein Kommentar bei Carta:

Wenn Yanis Varoufakis mit seiner Geste 2013 ausdrücken wollte, dass Griechenland Jahre zuvor hätte können, aber jetzt eben NICHT mehr, wie seinerzeit Argentinien, seinen Gläubigern den Fuckfinger zeigt, indem man die Finger zum Offenbarungseid hebt, dann ist das uneigentliches Sprechen im Konjunktiv. Insofern hat Varoufakis Recht, wenn er von „Fälschung“ spricht, auch wenn es nur um Schnitte geht, nicht um Photoshop-Manipulation. Wer uneigentliches Sprechen im Konjunktiv in Beleidigungen barer Münze verwandelt, handelt zumindest maliziös manipulativ. Und auch wenn sich das klarstellen lässt, bleibt doch immer etwas vom Fallout des Grobian-Gestus am Sprecher hängen.

Carta — „Fingergate“ – Die schmutzige Bombe der politischen Rhetorik

Am besten schaut man sich das Video einfach mal im Original an. Was Varoufakis sagt ist folgendes:

My proposal was that Greece should simply announce that it is defaulting — just like Argentina did — , within the Euro, in January 2010, and stick the finger to Germany and say: „Well, you can now solve this problem by yourself.“

Er spricht eindeutig im Konjunktiv, er spricht eindeutig über das was er *2010* gemacht hätte, er spricht außerdem eindeutig als Nicht-Finanzminister, der er vor fast zwei Jahren auch noch nicht war.

Niggemeier: Wie „Günther Jauch“ die Stinkefinger-Aussage von Varoufakis verfälschte

Am besten - wie nahezu immer, wenn es um Griechenland geht - nimmt man sich die Originalquelle und schaut sich die an. Die deutschen Qualitätsmedien scheinen es nicht mehr hinzubekommen, Information im Kontext vernünftig zu erklären. Stattdessen bemühen sie sich, Zusammenhänge so lange auseinanderzupflücken, bis ein Detail übrig bleibt, das man aus dem Kontext reißen kann und daraus dann einen Skandal zu basteln :(

Das Video:

(Achtung, absurde Kameraschwenks inside ;) Beginnt mit der Frage nach gut 37 Minuten. Antwort dauert etwa 5 Minuten. )

Traurig, dass Varoufakis mit seinem komischen “Video ist manipuliert”-Dementi dieser ganzen Nummer die Steilvorlage geliefert hat. Jetzt diskutieren wir wieder darüber, ob “der Griechen lügt” und nicht darüber, ob die deutschen Medien komisch drauf sein könnten.

Und eigentlich sollten wir nicht einmal darüber diskutieren, sondern darüber, dass die “Rettungspolitik” Griechenland tiefer in die Krise gezogen hat als es notwendig gewesen wäre, und darüber, wie wir die Krise jetzt endlich beenden. Aber nun gut vielleicht erwarte ich auch zu viel. Medien leben von Skandalen, von Problemen und Krisen. Mit Problemlösungen hat noch keine Zeitung Geld verdient … Die Qualität der Rettungspolitik ist genau so schlecht wie die Kommunikationsstrategie der griechischen Regierung …

Update 1 (12:17):

Auch gut:

Die Sache mit dem Finger: Varoufakis bei Jauch « Michalis Pantelouris

Varoufakis hat gestern eine Menge wahrer Dinge gesagt, die ein Teil der Zuschauer so noch nicht gehört haben dürfte. Statt darüben zu reden, reden wir über einen Stinkefinger … Es ist so traurig …

Update 2 (17.03.2015):

Bin um eine kurze Zusammenfassung gebeten worden. Zum Stinkefinger. OK, mach ich, auch wenn mich das Thema nervt. Varoufakis hat dementiert und das Video „gefälscht“ genannt. Das Video der Aufzeichnung aus Zagreb an sich ist aber nicht gefälscht, er hat den Stinkefinger gezeigt (heisst: Unsere Schulden zahlen wir nicht) und damit auch Deutschland gemeint, das geht aus dem Sprachteil eindeutig hervor. Varoufakis bezieht sich dabei aber auf 2010, auf den Status VOR den Hilfsprogrammen. Mit “Deutschland” meint er also nicht den deutschen Steuerzahler, sondern die Gläubiger in In- und Ausland. Die deutschen Banken hätten bei einer Pleite Griechenlands mit deutscher Steuerknete gestützt werden müssen (allerdings hätten dafür weniger Milliarden gereicht als heute geflossen sind). Wichtiges Detail auch: Varoufakis war zum Zeitpunkt des Vortrags 2013 nicht Finanzminister und auch noch weit von diesem Amt entfernt.

Zurück zum Video: Der Einspieler besteht aus Bildern und Texten der Jauch-Redaktion und dem Ausschnitt aus dem Varoufakis-Vortrag in Zagreb. Wenn Varoufakis jetzt sagt, das Video ist gefälscht, kann er damit den Einspieler meinen, er kann aber auch die Aufzeichnung meinen. Die gängige Interpretation in Deutschland meint, Varoufakis habe die Aufzeichnung gemeint. Inzwischen zieht sich Varoufakis darauf zurück, dass er den Einspieler von Jauch meinte.

IMHO klassisches Kommunikationsproblem: Varoufakis meinte den Einspieler und was er eigentlich sagen wollte ist: Der Einspieler ist manipulativ, das Zitat ist aus dem Zusammenhang gerissen, ich habe schon damals im Konjunktiv über die Vergangenheit gesprochen, außerdem war ich damals auch nicht Finanzminister und konnte daher unverblümter reden. Jauch (und quasi alle deutschen Medien) hingegen beziehen sich ausschließlich auf den Stinkefinger und dass Varoufakis gesagt hätte, dieser sei manipuliert gewesen.

Kurz: Man redet aneinander vorbei. Woran Varoufakis mit seiner Wortwahl (die im Fernsehen aber nicht eindeutig nachzuvollziehen war; man kennt den ins Englische übersetzten Teil, den Varoufakis gehört hat, ja nicht) aber ne Menge Mitschuld trägt. Wenn er nicht von “gefälscht (doctored)” geredet hätte, sondern von “aus dem Zusammenhang gerissen”, wäre das nicht passiert.

Update 3 (18.03.2015):

Guter Faktencheck im Spiegel zum Abschluss dieses “Vorfalls”: Griechenland: Das sagte Varoufakis in der Stinkefinger-Rede - SPIEGEL ONLINE

Update 4 (22:36):

Genial!

Das heisst natürlich nicht unbedingt, dass uns Boehmermann mit dem Video bei Jauch verarscht hat … Es kann auch sein, dass er uns mit der Behauptung, er hätte manipuliert hat, verarscht. Denn die Manipulation in die andere Richtung (also die Version mit der Hand unten) ist nämlich viel leichter herzustellen, weil der Arm ja einfach unten bleibt.

Update 5 (23:38):

Dafür, dass Böhmermann das Video wirklich gefälscht hat, spricht vor allem ein Detail: Das Datum des Uploads. Alle Videos der Konferenz 2013 sind auch 2013 hochgeladen worden. Bis auf eines: Das über das wir hier sprechen. Das wurde im Februar 2015 hochgeladen. Es gibt auch keine älteren Versionen des Videos. Böhmermann muss das also in Absprache mit dem Subversive Festival gemacht haben, sprich auch dafür gesorgt haben, dass die alte Version des Videos wieder gelöscht wird.

Allerdings könnte es natürlich trotzdem noch sein, dass er das Upload-Datum als weiteren Verwirrpunkt in die Aktion geworfen hat. Man könnte das Video ja einfach löschen und unverändert wieder hochladen. Dann wäre das Upload-Datum ja auch neu.

Oder ganz komisch könnte es auch sein, dass das Video-mit-Mittelfinger-ist-echt-Video erst hochgeladen wurde, als Varoufakis Minister wurde und sich das Subversive Festival gedacht hat, lass uns von dem Promi noch mal das andere Video hochladen. Ziemlich unwahrscheinlich allerdings, denn es gibt jede Menge Videos von fast jeder Session. Es wäre also komisch, wenn genau die eine fehlen würde.

Ergo würde ich im Moment davon ausgehen, dass die Geschichte von heute stimmt.

Davon ab: Entweder hat Boehmermann uns (und alle Medien inklusive Yours Truly) am Sonntag total verarscht. Oder eben heute. Ich bleib dabei: Grandios! Auch wenn Boehmermann damit einen riesigen Beitrag dazu geliefert hat, dass wir über “Stinkefinger-Gate” und nicht über Griechenland sprechen. Genau wie wir heute über Krawallmacher geredet haben und nicht über Blockupy. Das hilft irgendwie nicht weiter.

Update 6 (00:18):

Es gibt im Video einen “Hidden frame” … Rotes Flackern mit Neomagazin-Hinweis.

Flacker

via scytto. Heißt natürlich auch nichts definitiv, außer dass Neomagazin am Video dran war. Der Finger könnte ja immer noch echt sein … (nicht dass ich davon ausgehe)

Update 7 (08:18):

Bild für Bild Vergleich der beiden Videos. Massengeschmack.tv meint: Varoufakefake. Er belegt dabei die These von oben: Die Version mit dem Arm unten ist viel einfacher herzustellen. Und tatsächlich gibt es da eine komische Mehrfachbewegung.

Okay, das Pendel schlägt zurück zu Varoufakefake …

Update 8 (09:01):

Faszinierend übrigens, wie wichtig alle (inklusive mir) die Geste nehmen. Es ist doch eigentlich ziemlich Wurscht, ob Varoufakis den Mittelfinger *zeigt* oder ob er “nur” davon redet. Vor allem weil das eh alles lange zurück liegt und er im Konjunktiv von einer Situation redet, die noch länger zurück liegt …

Update 9 (09:24):

Noch was zum Rumspekulieren … Bedeutet das “stick your finger to” von Varoufakis überhaupt “Den Stinkefinger zeigen”? Und wenn man mal Linguee fragt, stimmt die Überlegung von @SirTomate: Dort wird gängig mit “Finger in die Wunde legen”. Auch der Gegencheck ergibt, dass “jemanden den Mittelfinger zeigen” auf Englisch mit “Show somebody the finger” (und nicht “stick”) übersetzt wird Dict.cc.

Gute Anmerkung von Jens Klün: Jens Klün: @egghat Kann “stick the finger to” nicht auch “… on App.net

Macht daraus was ich passt. Oder seid einfach nur verwirrt wie ich …

Update 10 (09:40):

Von außen herauszufinden, ob es sich um Fake oder Fake-Fake handelt, ist aktuell ziemlich unmöglich. Das Hauptargument für “Fake” ist IMHO die Reaktion von Varoufakis. Er war bei Jauch geradezu geschockt und hat sofort ein Dementi abgegeben, das angesichts der Faktenlage viel zu eindeutig war. Und er legt heute noch via Twitter nach:

https://twitter.com/yanisvaroufakis/status/578366914671603713

Entweder Varoufakis lügt schnell und (in CSU-Manier) frech oder er reagiert einfach so, wie jeder auf eine Fälschung reagieren würde …

Update 11 (13:24):

ZDF: Es ist ein Varoufake-Fake. Sprich: Das Video bei Jauch war echt, der Beitrag im Neomagazin Satire. Damit könnt ihr alles ab Update 4 wieder vergessen ;)

Stinkefinger-Video: Böhmermann-Beitrag zu Varoufakis war Satire | ZEIT ONLINE