nie wieder deutschland!

Nie wieder Deutschland ist nicht irgendeine Phrase
Nie wieder Deutschland, ich mein’ es wie ich’s sage
Deutschland kaputt
Wir boxen Deutschland zu Schutt

Deutschland ist, wenn Faschocops gefeiert werden
Deutschland ist, wenn wieder Flüchtlinge sterben
Deutschland ist, wenn man all das nicht erkennt
Und wenn man den Rassismus nicht als solchen benennt

—  egotronic :)
Die Bilanz eines zweiwöchigen Zeltlagers

(Die Dunkelziffer wird weitaus größer noch sein, vor allem die der Diebstähle und sexuellen Übergriffen)

2017 Polizei Einsätze
1191 Straftaten
486 Festnahmen
372 Körperverletzungen
339 Taschendiebstähle
47 Schlägereien
20 Sexualdelikte
7 Raubüberfälle
2467 Verkehrsunfälle
369 verletzte dadurch
2 Tote
3 versuchte Vergewaltigungen
1 Einbruch
3 Hitlergrüsse und “sieg he*l” Rufe

Das ist “unsere” Kultur die viele Menschen versuchen zu schützen und zu verteidigen. Die Zahlen kommen vom Oktoberfest, ein Fest was als Nationalfest gilt. DAS ist Deutschland. Wir haben keine Kultur die man uns wegnehmen könnte… Vor allem weil niemand sowas haben will.
Wer also der Meinung ist das Refugees die hier her kommen, sich unserer Kultur anpassen sollen, dass es “Schmarotzer, Diebe und Vergewaltiger” wären…. Der darf gerne mal 2 Wochen beim Oktoberfest verbringen.
Eigentlich reicht schon ein Tag um festzustellen was Deutschland für ein trauriges Land ist.

Was ich zum Nahost Konflikt sagen möchte ...

Ich möchte die israelische Regierung für das Bombardement des Gazastreifen kritisieren, ohne dass ich mich sofort in Gesellschaft von fanatischen Judenhassern und professionellen Antisemiten befinden muss.

Ich möchte die deutschen Waffenexporte an Israel verhindern, wie ich alle Waffenexporte der BRD verhindern möchte, ohne mit Nazis, Verschwörungstheoretikern und radikalen Islamisten koalieren zu müssen.

Ich möchte Benjamin Netanjahu scheiße finden, ohne einen autoritären Sultan wie Recep Tayyip Erdoğan an meiner Seite zu wissen.

Ich möchte aufrichtig um die Kinder trauern, die bei den militärischen Operationen der Israelischen Armee ums Leben gekommen sind, ohne befürchten zu müssen, dass diese Trauer zur Kriegspropaganda verkommt.    

Ich möchte aufrichtig um die drei toten jüdischen Jugendlichen trauern, ohne mir gleich anhören zu müssen, dass da bestimmt der Mossad dahinter steckt.

Ich möchte aufrichtig um jeden einzelnen Menschen trauern, der in dieser unsinnigen Auseinandersetzung sein Leben verloren hat.

Ich möchte, dass jeder Mensch in dieser Region seine Nächte im Bett verbringen kann, anstatt im Bunker um sein Leben fürchten muss.

Ich möchte die Irren von der Hamas für ihre Raketen verurteilen, ohne dass mir unterstellt wird, ich hätte kein Herz für die Unterdrückten.

Ich möchte, dass ihr aufhört zu behaupten, dass keiner was zur Unrechtspolitik von Israel sagen darf, weil die Juden ja ohnehin alles machen dürften – das stimmt nicht. Alle reden darüber und meine Timeline ist voll mit Kommentaren zum Gazastreifen.

Ich möchte, dass ihr aufhört, Euren beschissenen Antisemitismus hinter eurem schlecht getarnten Antizionismus zu verstecken. (… und kommt mir jetzt nicht mit dieser Spitzfindigkeit, dass auch Araber Semiten sind blablabla. Ihr wisst genau, was ich meine.)

Ich möchte, dass Ihr ein für allemal aufhört, die beschissene Politik einer einzelnen Regierung immer im Zusammenhang mit irgendwelchen angeblichen Welteroberungsplänen einer Religionsgemeinschaft zu vermengen.

Ich möchte nicht, dass die Anhänger einer bestimmten Religionsgemeinschaft weltweit um ihr Leben fürchten müssen, weil irgendeine nationale Regierung eine beschissene Politik macht.

Ich möchte, dass die beschissene Politik einer einzelnen Regierung als das gesehen wird, was sie ist: Als Brückenkopf einer imperialistischen und kolonialistischen Politik des Westens.  

Ich möchte, dass wir, wenn wir von Palästina und Israel sprechen, auch immer von der ungleichen Verteilung von Reichtum sprechen. Das alles hat viel mehr damit zu tun, dass die einen nur einen Liter Wasser am Tag zur Verfügung haben und die anderen acht, die einen bitterarm sind und die anderen im Durschnitt 30.000 Dollar pro Jahr verdienen, die einen in der Dritten Welt leben und die anderen, 15 Kilometer weiter, in der ersten.

Ich möchte, dass diese Region, mit ihren kulturellen und zivilisatorischen Schätzen, endlich einmal ihr volles Potenzial ausschöpfen kann, ohne ständig in dieser permanenten Selbstzerfleischung zu erstarren.

Ich möchte nicht mit vorwurfsvollem Ton gefragt werden, warum ich mich nicht zum Nahost-Konflikt äußere, wo ich mich doch sonst zu allem und jedem äußere. Manchmal bin ich einfach zu traurig und frustriert, als dass ich mich angesichts des ganzen Irrsinns dazu äußern möchte.

Ich möchte nicht gefragt werden, ob ich mich nur für die Flüchtlinge hierzulande einsetzen würde und die Beschießung von palästinensischen Flüchtlingslagern gutheißen würde. Nein, auch ich finde die Beschießung von Flüchtlingslagern eine Katastrophe, doch am liebsten hätte ich es, wenn es gar keine Flüchtlinge und Flüchtlingslager geben müsste.

Ich möchte mich nicht immer positionieren müssen, nur um auf die Fresse zu bekommen, erstens weil ich sowieso nicht daran glaube, dass wir den Nahost-Konflikt in Berlin lösen können und zweitens weil man in dieser Sache ohnehin immer genau dann richtig steht, wenn man von allen Seiten auf die Fresse bekommt.   

Ich möchte die Unverhältnismäßigkeit der israelischen Militäroperation anprangern, ohne die ganze Zeit Statistiken vorgehalten bekommen, die mir zeigen, in welchem Verhältnis Israelis und Palästinenser getötet wurden. Ich halte nichts von dieser Art von Bodycount, wenn ich befürchten muss, dass die Statistik genau andersherum aussehen würde, wäre Israel nicht dieses zu allem bereite, aggressive, hochgerüstete Ungetüm.

Ich möchte, dass die arabische und muslimische Gemeinschaft uneingeschränkt für die Sicherheit der Israelis und Juden garantiert, so dass Israel nicht mehr dieses aggressive, hochgerüstete und waffenstarrende Ungetüm sein muss.

Ich möchte solidarisch sein mit der geschundenen palästinensischen Bevölkerung, ohne gleichzeitig an das reaktionäre Regime der Hamas denken zu müssen.

Ich möchte, dass die israelischen Soldaten aufhören Kinder und Jugendliche zu drangsalieren, weil mir schlecht davon wird, wenn ich sehe, wie viel Hass dabei entsteht. Hass, der zurück kommen wird.

Ich möchte mich nicht dazu äußern müssen, warum es den Staat Israel überhaupt gibt. Vielleicht war es gemäß des Völkerrechts Recht  ihn dort zu gründen, vielleicht war es Unrecht. Fakt ist, dass es diesen Staat gibt und jeder Mensch ein Existenzrecht hat, egal wo er sich aufhält, ohne Angst haben zu müssen, ins Meer geworfen zu werden.

Ich möchte, dass sich das aus der Not geborene völkische, israelische Apartheidsystem selbst auflöst, weil völkische Nationalstaaten überflüssig werden und eine echte Aussöhnung beginnen kann. 

Ich möchte in einer befreiten Gesellschaft aufwachen, in der die  Nationalstaaten ein für allemal der Vergangenheit angehören und auf dem Müllhaufen der Geschichte entsorgt werden. Nie wieder Deutschland, nie wieder Israel, nie wieder Palästina.

Ich möchte, dass irgendwelche Territorial-Flaggen irgendwann tatsächlich nur noch etwas mit Fußballweltmeisterschaften zu tun haben und ansonsten gar nichts bedeuten.

Ich möchte in naher Zukunft eine Mannschaft aus dem Vorderen Orient oder Mesopotamien sehen, in der Menschen mit kurdischer, arabischer, persischer oder sonstiger Herkunft sowie mit jüdischem und muslimischem oder ganz ohne Glauben spielen.

 Ich möchte, dass dieser Wahnsinn endlich aufhört.

Anmerkung: In diesem Text wurden mehrere Begriffe ausgetauscht, die zu Missverständnissen führen können oder stereotype Vorurteile bedienen. Ich habe mich bemüht, diese zu vermeiden, allerdings ist mir das in einem Text, in dem jedes Wort auf die Goldwaage gelegt wird, nicht immer gelungen. Aus diesem Grund bitte ich um Verständnis.

Die Aufgabe für eine radikale Linke besteht deshalb darin gegen das Gerede von der Alternativlosigkeit dieser Politik tatsächliche Alternativen aufzuzeigen und eine Entscheidung der Individuen zu verlangen«. 

Denn wenn sich Staatspersonal und die Zwangskollektivierten zuprosten und dem Standort nochmal die Treue schwören, können wir den Spiegel vorhalten und zeigen, was da gefeiert wird: Armut, Ausgrenzung und Leistungszwang. Die Alternative wäre ein Leben, in der es um die Befriedigung unserer Bedürfnisse geht.

Unsere Alternative heißt Kommunismus!