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Tumblr-User im Blickpunkt: Mieke & Lena Far Away

Heute möchten wir euch Mieke (20, rechts im Bild) und Lena (20, logischerweise links im Bild) vorstellen, die ein Jahr lang das ferne Neuseeland bereisen. Mieke kommt aus Højer in Dänemark. Sie hat das Abitur mit ihrer besten Freundin Lena ebenfalls in Dänemark gemacht, da beide zweisprachig aufgewachsen sind. Lena stammt aus Nordfriesland und wohnt in Aventoft, direkt an der Grenze zu Dänemark. Mieke will nach der Reise Umwelt- und Ressourcen-Management studieren, und Lena will Rettungssanitäterin werden.

Ihr habt euch für ein Jahr Work&Travel in Neuseeland entschieden.Habt ihr noch über andere Länder nachgedacht, und was gab den Ausschlag für Neuseeland? Wie habt ihr euch auf das Abenteuer vorbereitet? Habt ihr schon im Vorfeld einiges organisiert, oder seid ihr einfach in den Flieger gestiegen und dann “Mal schauen”?

Wir beide haben vor unserer Reise über verschiedene Länder nachgedacht; unter anderem Kanada und Australien. Letztendlich haben wir so viel Gutes über Work & Travel in Neuseeland gehört und eine Menge schöner Fotos und Videos von Neuseeland gesehen, dass die Entscheidung recht leicht auf Neuseeland fiel. Unsere Vorbereitung lag darin, uns in Facebook-Gruppen sowie „Work & Travel New Zealand“ anzumelden, Einreisebestimmungen zu lesen, verschiedene Reiseführer zu durchblättern und uns (durch Zufall und heimischen Kontakte) die erste Unterkunft zu sichern.

Ihr seid jetzt schon eine ganze Weile da. Wie läuft das eigentlich ab, also wie lange bleibt ihr in etwa an einem Ort, bevor es weitergeht? Wo wohnt ihr? Was für Jobs habt ihr schon gehabt und wie kommt ihr an die Jobs?

Die ersten zwei Monate haben wir uns durch Canterbury gewooft – für Essen und Unterkunft im Garten und Haushalt einer Familie helfen. Meistens blieben wir für zwei Wochen bei einer Familie. Dann sind wir täglich von einem Ort zum nächsten gereist – meistens nur eine Nacht im selben Ort – und haben nach einem Job Ausschau gehalten. In Cromwell haben wir Glück gehabt und sind dort für zwei Monate geblieben. Wir haben auf einem Campingplatz in einem kleinen Wohnwagen gewohnt und haben auf einem Weingut für zwei Monate gearbeitet. Danach waren wir ca. drei Monate reisen und haben im Auto gewohnt.

Bei dem Supermarkt New World, hier in Whangamata, arbeiten wir an der Kasse für die nächsten Wochen, weil gerade das „Beach Hop“ (Rock´n´Roll Festival) war und Ostern vor der Tür steht.

Unsere Jobsuche sah meistens so aus: Im Internet auf Seiten wie Backpackerboard.co.nz schauen und in jedes Restaurant, jeden Laden gehen und CV´s abliefern.   

Wie sind eure bisherigen Eindrücke von den Menschen und der neuseeländischen Kultur?

Neuseeländer sind die herzlichsten, hilfreichsten und offensten Menschen überhaupt! Jeder grüßt jeden und interessiert sich auch für jeden. Es wird alles untereinander geteilt und Fremde werden von den Familien mehr als nur willkommen geheißen – wir wurden schon öfters zum Abendessen oder einer heißen Schokolade eingeladen, und das obwohl wir nur ein wenig mit ihnen geplaudert haben.

Viele Einheimische stammen von der Maori-Kultur. Sie sind kleine und füllige Menschen, braun gebrannt,  haben dunkle Haare und schmale Augen und sprechen oft mit stärkerem Akzent.

An den neuseeländischen Akzent haben wir uns schon lange gewöhnt und wahrscheinlich auch schon angeeignet. Es klingt nicht viel anders als das australische Englisch.          

Allerdings werden die alten Traditionen oft nur noch für den Tourismus fortgeführt. Es sprechen auch nicht mehr sonderlich viele Einheimische Maori, auch wenn die Sprache inzwischen wieder als Schulfach angesetzt ist. Die Schulen versuchen sogar wieder die Kultur in den Alltag der Schüler zu bringen, z. B. waren wir bei einem Willkommens-Ritual für die Schulanfänger. Dieses wurde auf Maori gehalten und auch nach Regeln der Maori-Kultur.

Habt ihr irgendwelche besonders leckeren Sachen entdeckt, die ihr in Deutschland vermissen werdet? Und was vermisst ihr dort aus der Heimat?

Das Essen ist meistens ziemlich deftig und nicht allzu gesund: Kartoffeln (gerne Süßkartoffeln), Bohnen und Fleisch. Oder oft gibt es Takeaways vom Chinesen, Pizza-Laden oder dem nächsten Burger King. Schwarzbrot oder knusprige Brötchen sind hier leider nicht beliebt. Es gibt zwar eine große Auswahl an Toast, aber als Deutscher vermisst man schon ein ordentliches Brot…

Die Feijoa – eine Frucht – gibt es nur in Neuseeland! Sie schmeckt ganz gut, etwas gewöhnungsbedürftig, wir können leider nicht genau sagen nach was. Deshalb sollte jeder, der nach Neuseeland kommt, eine Feijoa probieren! Wir haben auch eine Lieblingsschokoladensorte: Whittakers Hokey Pokey, und einen Lieblingsburgerladen: Ferg Burger in Queenstown. Muss man beides probiert haben.

Natürlich vermissen wir so einiges von Zuhause. Zum einen wären es die deutschen Preise – Neuseeland ist teuer –, aber viel mehr vermissen wir unsere Freunde und Familie. Wir beide sind etwas hin und her gerissen, denn wir freuen uns auf Zuhause aber wollen auch noch nicht, dass sich unsere Zeit in Neuseeland dem Ende neigt. Neuseeland ist nämlich wunderbar!    

Fotos: Mieke und Lena