mittelmeer

Dinge, die tatsächlich so im AfD-Wahlprogramm stehen

Durch Masseneinwanderung wird die Instabilität Deutschlands und Europas verstärkt, ohne die Probleme in den Krisenregionen zu lösen.

Wegen der immer früher einsetzenden kriminellen Entwicklung muss das Strafmündigkeitsalter auf 12 Jahre abgesenkt und mit dem Erreichen der Volljährigkeit auch das Erwachsenenstrafrecht Anwendung finden. 

Vor diesem Problemhintergrund ist offensichtlich, dass Wanderungsbewegungen von Afrika nach Europa im zu erwartenden Umfang unseren Kontinent in wenigen Jahren destabilisieren können.

Die Grenzen müssen umgehend geschlossen werden, um die ungeregelte Massenimmigration in unser Land und seine Sozialsysteme durch überwiegend beruflich unqualifizierte Asylbewerber sofort zu beenden.

Wir fordern zudem eine jährliche Mindestabschiebequote.

Die europäische Grenzschutzagentur Frontex und die Bundeswehr müssen ihre Schlepper-Hilfsdienste auf dem Mittelmeer beenden und alle Flüchtlingsboote an ihre Ausgangsorte zurückbringen, anstatt die Passagiere nach Europa zu befördern. Wo das rechtlich oder tatsächlich nicht möglich ist, sind sie nach dem australischen Vorbild ausnahmslos in außereuropäische Aufnahmezentren zu überführen.

Wir fordern strenge Kontrollen an den deutschen Grenzübergängen wie auch die Bewachung der grünen Grenze durch integrierte Sicherungssysteme, zu denen auch Zäune gehören können.

Um die Verantwortlichen für die ab September 2015 geduldete Massenzuwanderung zur Rechenschaft zu ziehen, werden wir die Einsetzung eines Untersuchungsausschusses im Bundestag verlangen.

Führen diese Maßnahmen nicht mindestens zu einer Null-Zuwanderung, muss ein Gesetz eine absolute Belastungsgrenze definieren, ab deren Erreichen zum Schutz Deutschlands keinerlei Asylbewerber mehr aufgenommen werden.

Unbegleitete, angeblich minderjährige Ausländer (UMA) missbrauchen das Ausländer- und Asylrecht. Fast alle von ihnen sind männlich, und zwischen 50 % und 80 % derer, die sich als minderjährig ausgeben, sind volljährig. Ihre Kriminalitätsrate ist unverhältnismäßig hoch, der Staat ist wehrlos. Sie dienen als sogenannte Ankerkinder zum späteren Nachzug ihrer Familien.

Jeder Migrant oder Einwanderer hat eine Bringschuld, sich selbst zu integrieren. Er muss sich seiner neuen Heimat anpassen, nicht umgekehrt.

Der Islam gehört nicht zu Deutschland. In der Ausbreitung des Islam und der Präsenz von über 5 Millionen Muslimen, deren Zahl ständig wächst, sieht die AfD eine große Gefahr für unseren Staat, unsere Gesellschaft und unsere Werteordnung.

Einer Diffamierung rationaler Religionskritik als „Islamophobie“ oder „Rassismus“ tritt die AfD entgegen. Wir fordern jedermann dazu auf, solche Polemik durch intellektuellen Diskurs zu ersetzen.

Minarett und Muezzin-Ruf stehen im Widerspruch zu einem toleranten Nebeneinander der Religionen, das die christlichen Kirchen und jüdischen Gemeinden in der Moderne praktizieren. 

Die Anerkennung der Religionsfreiheit, der weltanschaulichen Neutralität des Staates und der Gleichwertigkeit der Religionen, welche das Staatskirchenrecht verlangt, sind dem Islam fremd. 

Der Integration und Gleichberechtigung von Frauen und Mädchen sowie der freien Entfaltung der Persönlichkeit widerspricht das Kopftuch als religiös-politisches Zeichen der Unterordnung von Muslimas unter den Mann.

Auch ungeborene Kinder haben ein Recht auf Leben. Viel zu oft wird dieses Recht der Selbstverwirklichung oder sozialen Zukunftsängsten untergeordnet. […]  Bereits vorher muss aber die Gesellschaft in Familien, Schule und Medien den Respekt vor dem Leben und ein positives Bild von Ehe und Elternschaft vermitteln. Die Schwangerschaftskonfliktberatung muss tatsächlich dem Schutz des Lebens dienen. Wie vom Bundesverfassungsgericht zur Bedingung gestellt, ist regelmäßig die Wirksamkeit der Beratungsscheinregelung zu überprüfen. Gegebenenfalls ist durch gesetzliche Korrekturen ein wirksamer Lebensschutz zu gewährleisten. Wir lehnen alle Bestrebungen ab, die Tötung Ungeborener zu einem Menschenrecht zu erklären. 

Ehe, Familie, Haushaltsführung und Kindererziehung sollen in den Lehrplänen und Schulbüchern aller allgemeinbildenden Schulen (wieder) eine positive Berücksichtigung finden

Gender-Ideologie marginalisiert naturgegebene Unterschiede zwischen den Geschlechtern und stellt geschlechtliche Identität in Frage. Sie will die klassische Familie als Lebensmodell und Rollenbild abschaffen. Damit steht sie in klarem Widerspruch zum Grundgesetz, das die (klassisch verstandene) Ehe und Familie als staatstragendes Institut schützt, weil nur dieses das Staatsvolk als Träger der Souveränität hervorbringen kann. Die Gender-Ideologie widerspricht sowohl den wissenschaftlichen Erkenntnissen der Biologie und der Entwicklungspsychologie als auch der lebenspraktischen Alltagserfahrung vieler Generationen. Wir lehnen daher Bestrebungen auf nationaler wie internationaler Ebene ab, diese Ideologie durch Instrumente wie Gender-Studies, Quotenregelungen z.B. für Frauen, Propagandaaktionen wie den „Equal Pay Day“ oder die „geschlechterneutrale Sprache“ umzusetzen. 

Die AfD will, dass sich die Familienpolitik des Bundes und der Länder am Bild der Familie aus Vater, Mutter und Kindern orientiert. Wir lehnen alle Versuche ab, den Sinn des Wortes „Familie“ in Art. 6, Abs. 1 Grundgesetz auf andere Gemeinschaften auszudehnen und der Familie auf diesem Wege den besonderen staatlichen Schutz zu entziehen.

Eine einseitige Hervorhebung der Homo- und Transsexualität im Unterricht, wie sie die sogenannte „Sexualpädagogik der Vielfalt“ praktiziert, stellt einen unzulässigen Eingriff in die natürliche Entwicklung unserer Kinder und in das vom Grundgesetz garantierte Elternrecht auf Erziehung dar. Dadurch werden Kinder und Jugendliche – oft von schulfremden Personen und meist gegen den Willen ihrer Eltern – in ihrer sexuellen Identität verunsichert, überfordert und in ihren Schamgefühlen verletzt. Die AfD stellt sich daher allen Versuchen entgegen, durch staatlich geförderte Umerziehungsprogramme in Kindergärten und Schulen das bewährte, traditionelle Familienbild zu beseitigen.

Die „Gender-Forschung“ ist keine seriöse Wissenschaft, sondern folgt der ideologischen Vorgabe, dass das natürliche Geschlecht (Sex) und das soziale Geschlecht (Gender) voneinander völlig unabhängig seien. Ziel ist letztlich die Abschaffung der natürlichen Geschlechterpolarität. Bund und Länder dürfen keine Mittel für die „Gender-Forschung“ mehr bereitstellen und keine „Gender-Professuren“ mehr besetzen. Bestehende Förderlinien sollen beendet werden, die der „Gender-Ideologie“ verpflichteten „Gleichstellungsbeauftragten“ an den Universitäten sind abzuschaffen.

Die sogenannte „neue Lernkultur“, die den klassengeführten Unterricht durch selbstgesteuertes, kompetenzorientiertes Lernen ersetzt, hat zu massivem Leistungsabbau bei den Schülern geführt.

Ziel der Beschulung schulpflichtiger Asylbewerber muss es sein, diese auf das Leben nach der Rückkehr in ihr Herkunftsland vorzubereiten und die Zeit bis zur Rückkehr sinnvoll zu überbrücken. Einheimische Schüler dürfen nicht in ihrem Lernfortschritt behindert werden.

Da die islamischen Gemeinschaften in Deutschland keine kirchenähnliche Struktur aufweisen, kann ihnen das Privileg eines „bekenntnisgebundenen“ Religionsunterrichts an staatlichen Schulen nicht zugestanden werden.

„Multi-Kultur“ ist Nicht-Kultur oder Parallelität von Kulturen und damit Ausdruck von Parallelgesellschaften, die stets zu innenpolitischen Konflikten und zur Funktionsunfähigkeit von Staaten führen.

Der in Europa bereits stattfindende Kulturkampf zwischen Abendland und dem Islam als Heilslehre und Träger von nicht integrierbaren kulturellen Traditionen und Rechtsgeboten kann nur abgewendet werden durch ein Bündel von defensiven und restriktiven Maßnahmen, die eine weitere Zerstörung der europäischen Werte des Zusammenlebens aufgeklärter Bürger verhindern. Die AfD wird nicht zulassen, dass Deutschland aus falsch verstandener Toleranz sein kulturelles Gesicht verliert.

Auch „politisch korrekte“ Sprachvorgaben lehnen wir entschieden ab, weil sie einer natürlichen Sprachentwicklung entgegenstehen und die Meinungsfreiheit einengen.

Die aktuelle Verengung der deutschen Erinnerungskultur auf die Zeit des Nationalsozialismus ist zugunsten einer erweiterten Geschichtsbetrachtung aufzubrechen, die auch die positiv identitätsstiftenden Aspekte deutscher Geschichte mit umfasst.

Für „politisch korrekte“ Kunst und Kultur darf es keine staatlichen Anreize geben.

Das Spurengas Kohlenstoffdioxid (CO2) ist kein Schadstoff, sondern eine unverzichtbare Voraussetzung für alles Leben.  […]  Schon vor der Industrialisierung gab es Warm- und Kaltperioden, die sich nicht durch die zugehörige CO2-Konzentration der Luft erklären lassen.

Eine ideologisch geleitete Verkehrspolitik, die bestimmte Verkehrsmittel bevorzugt oder diskriminiert, lehnt die AfD ab.

Die Windenergie ist ein energiepolitischer Irrweg, ökonomisch absurd und ökologisch kontraproduktiv.

Message an die Menschheit 👽

Wir sitzen vor unserem 4k Fernsehr mit der BBQ-Chipstüte und der Cola light in unserer Hand, während die Werbung der Umweltaktivisten läuft, welche uns belehren wollen, dass wir zu viel Müll produzieren und verschwenden.

Wir sitzen im Bus auf dem Weg zu unseren Freunden, in den Ohren die Kopfhörer stecken und Kid Ink auf laut, während die alte Dame, 89 Jahre, kaputten Rücken, schmerzende Knie, sich wacklig an den Stangen fest hält, an ihren Mann denkt der sie gerade von oben beobachtet, und sie fällt, und sie fällt fast auf den Boden, doch der Beat ist lauter als unsere Aufmerksamkeit.

Wir sind mit unseren Freunden im Kaufhaus, wir müssen auf die Toilette, doch diese ist wieder gesperrt, weil die Putze so lange braucht. Also pöbeln wir sie an, schön Abi machen um nicht so zu enden wie sie. 24 Jahre jung; auch sie wollte Abi machen, dann aber kamen zwei kleine Kinder Simon und Laura, ein Erzeuger der über alle Berge ist, Eltern die sie verstießen, zu stolz für Hartz 4 also geht Mama Toiletten putzen während Simon seine weinende Schwester tröstet weil Mama wieder und wieder nicht zuhause ist, und Überstunden schiebt, damit wenigstens die Kinder satt werden.

Nach einem langen Tag steigen wir wieder in den Bus, ein Südländer schaut uns an, wahrscheinlich so ein Asylbewerber, die unser ganzes Geld wollen oder sich eh in die Luft sprengen. Das ist Tarek, gerade mal 19 Jahre jung, sah seinen Vater sterben, seine Mutter ertrank im Mittelmeer, seine erste große Liebe musste er im Irak zurück lassen genau so wie Cihan seinen kleinen Bruder. Er wohnt mit zwei anderen Männern in einem Zimmer, bekommt wenig Geld aber es ist sowieso nicht für ihn sondern für seine Liebsten, flüchtete vor den Terroristen doch wird jetzt selbst angeschaut als sei er einer. Dabei wollte er doch Polizist werden. Polizist, um andere zu beschützen, damit niemand seinen Vater sterben sehen muss.

Wir sitzen in der Schule, unser Lehrer ist schon wieder so schlecht drauf. Erst knallt er die Tür, dann lässt er uns einen Test schreiben, dann muss der schlechteste Schüler an die Tafel und wird blamiert, was für ein Arschloch. Dabei wollte Herr Möller immer Lehrer werden, seit er selber ein Schüler war. Doch er ist kein Lehrer mehr, Schüler haben kein Interesse an den ganzen Formeln und den Rechengesetzen, sie bewerfen ihn teilweise mit Papierkugeln, dabei wollte Herr Möller alles anders machen als die langweiligen Mathelehrer. Aber aus Schülern wurden Monster, unberechenbare kleine Monster, Herr Möller schützt sich nur vor uns Monstern, das sind wir geworden.

Wir sitzen bei burger king, am anderen Tisch so ‘ne fette Frau. Kein Wunder dass die so fett ist, soll mal Sport machen. Das ist Anne, 37 Jahre alt, Diabetes Typ 1, hat schon 30 Kilo verloren, ihre Schilddrüsenunterfunktion macht es jedoch schwierig Gewicht zu verlieren. 10 Jahre Mobbing hat sie überlebt, weil sie immer die dünnste war, mit 14 Jahren dann an Magersucht erkrankte, danach ging es in die andere Richtung. Anne macht Therapie, sie lernt, sich neu zu lieben, wären da nicht die ganzen Blicke und das Getuschel. Sie wartet doch nur auf Sebastian, der erste Mann der sie liebt mit allem drum und dran. Sie will doch gar nicht essen, sie will Sebastian eine Freude machen mit diesem Date. Aber die Jungs da lachen wieder, fotografieren sie heimlich, lachen sich tot, dabei ist Anne stolz auf ihre Kurven, versucht uns zu ignorieren, weil sie weiß dass wir keine Ahnung haben.

Wir können nie wissen, was hinter einem Menschen steckt, oder wann jemand genau unsere Hilfe benötigt.
Aber wir können genauer hinsehen.

Wir können nicht die Erde retten, aber wir können einen Teil dazu beitragen.

Wir mögen es nicht wenn wir mal länger warten müssen oder jemand doof zu uns ist, aber es hat einen tiefen Grund, den unser Schubladendenken nicht erkennt.

Wir sind alle Menschen.
Jeder von uns hat seine Geschichte.
Wir sind die Welt, es gibt nicht nur mich und dich, es ist ein riesen uns.

Deswegen ist Respekt und Vorurteile ablegen so wichtig.

Niemand kann alles perfekt machen.

Aber hinsehen, zuhören und aktiv werden ist verdammt nah dran.

Wer weiß, was die Menschen von dir so fehlerhaftes denken.

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Vom Mittelmeer an die Elbe: Unser Debüt in der Elbphilharmonie fand passenderweise gleichzeitig mit dem Hamburger Hafengeburtstag statt.

From the Mediterrean sea to the Elbe: Our debut at the Elbphilharmonie in Hamburg took place during the famous harbour’s birthday.

Photos: Monika Rittershaus

Was Ihr nicht seht

Liebe Flüchtlingskritiker, Fremdenfeinde und Rassisten. Heute möchte ich das Wort direkt an Euch richten und drei Eurer Sorgen, Ängste und Befürchtungen ansprechen.


Was ihr seht 

Ihr seht Menschen in Gruppen durch „eure“ Dörfer oder Städte laufen. Manche davon erkennt Ihr nur durch ihre Hautfarbe, die (nicht immer) dunkler ist, als die Eure. Es verunsichert Euch, dass diese Menschen einfach da sind, obwohl sie gar nicht aussehen, wie Ihr. Es provoziert Euch, dass diese Menschen einfach da sind, obwohl dieses Land doch Deutschland heißt und gar nicht Uganda, Albanien oder Irak.

Was Ihr nicht seht 

Geflüchtete nennt man nicht umsonst Geflüchtete, denn sie fliehen vor etwas. Vor was, das könnt Ihr im ersten Augenblick nicht wissen, weil das unsichtbar ist. Eines ist aber sicher: Niemand geht das Risiko ein, mitsamt Familie auf einem Schlauchboot im Mittelmeer zu ersaufen, wenn es nicht unbedingt notwendig ist. Niemand verlässt seine oder ihre Heimat, wenn es anders geht. Es gibt triftige Gründe für eine Flucht, die häufig blutiger, krasser und erniedrigender sind, als wir es uns vorstellen können. 

Und die Flucht selbst ist in den meisten Fällen zusätzlich so krass, gefährlich und einschüchternd, dass die meisten von uns ein Jahr in der Psychiatrie und unter Dauermedikation wären, weil wir nämlich durchdrehen würden. Flucht ist keine Freizeitunternehmung, sondern das, was Menschen bis zur letzten Minute vor sich herschieben, weil es verdammt unangenehm und stressig ist.


Was Ihr seht 

Flüchtlinge mit Smartphones. Ich habe schon zigfach von Euch gelesen, dass Ihr eifersüchtig auf die iPhones (meist sind es keine neuen, sondern kaputte, alte iPhones, aber egal) oder andere Handies seid und es Euch ein Rätsel ist, wie das zu einer Flucht zusammenpasst. Arme Menschen haben doch kein Smartphone??!

Was Ihr nicht seht

Menschen kommen nicht einfach so von Togo nach Deutschland. Eine Reise über mehrere tausend Kilometer (und auch übers Meer) ist ohne Smartphones, die bei der Navigation enorm wichtig sind, gar nicht möglich. Des weiteren halten Geflüchtete über Smartphones den Kontakt in die Heimat. Viele Flüchtlinge nutzen dafür Facebook so selbstverständlich wie ihr atmet. Niemand flieht mit einem Laptop, aber ein mit einem leichten Handy schon. 

Und: Geflüchtete können Geldtransfers über Smartphones annehmen oder weiterleiten, wie ein sehr guter Artikel auf der Süddeutschen neulich deutlich machte. Eine fliehende Person kann auf der Flucht nicht weiterfliehen, weil ihre gesamte Identität auf diesem Smartphone ist.


Was Ihr seht 

Wirtschaftsflüchtlinge. Dieses Wort wird besonders gerne von den lieben Parteien mit dem C vorne dran benutzt, da muss man nichtmal Nazi sein, um die Philosophie dahinter zu bejahen. Alleine das Wort verrät scheinbar schon, warum diese Menschen nach Deutschland kommen. Natürlich! Aus W.I.R.T.S.C.H.A.F.T.L.I.C.H.E.N Gründen! Ihr seht Menschen, die sich an unserem Staat bereichern wollen und ihm schön gemütlich auf der Tasche zu liegen – schließlich wollen sie nur nicht arbeiten. Klar! Sind ja Wirtschaftsflüchtlinge, also keine „richtigen“ Flüchtlinge.

Was Ihr nicht seht

Da ich erst vor kurzem in Kosovo (dort sind bis heute deutsche Soldaten, warum wohl?) war und mit meinen eigenen Augen gesehen habe, wie die Umstände des Landes sind, das eine Arbeitslosenquote von 50 % hat, kann ich sagen: Diese Menschen flüchten vor Armut und Korruption. Und das bedeutet manchmal Verdursten oder Verhungern. 

Einige Menschen verlassen ihr Land, weil sie ohne Arbeit einfach (als ganzer Mensch) keine Zukunft haben. Das bedeutet nicht, dass sie nicht arbeiten WOLLEN, sondern es einfach nicht KÖNNEN. Keine Arbeit, bedeutet kein Geld zu haben. Und kein Geld zu haben bedeutet, nichts zu essen kaufen zu können. Das wiederum bedeutet: Wenn niemand kommt, der Dir etwas zu essen bringt, hast Du nichts. 

Und manche fliehen, weil es einfach krass ist, zu sehen, dass Du, weil Du arm bist, Dir ein einfacher Besuch beim Arzt nicht gestattet ist und Dein gebrochenes Bein deshalb einfach nicht behandelt wird. 

Und was ihr auch nicht seht: Dass weniger als 1 % dieser Menschen in Deutschland bleiben, da 99 % gnadenlos abgeschoben werden. Was Ihr erst recht nicht seht: Dass es um diese 99 % in ihrer Heimat schlechter bestellt ist, als vorher, weil sie, um die Reise zu bezahlen, ihr Haus verkauft oder ihr gesamtes Erspartes an Fluchthelfer gegeben haben. Viele „Abgeschobene“ sind dann noch ärmer als zuvor.


Wenn Ihr das nächste Mal erneut mit dem Finger auf Leute (egal, welcher Herkunft) zeigt, dann überlegt vielleicht, ob es da vielleicht etwas gibt, was ihr im Augenblick nicht sehen könnt. Denn vom Äußeren auf das Innere eines Menschen zu schließen ist einer der größten Fehler, den wir begehen können.

P.S. Ich werde hier keine rechten Parolen dulden.

P.P.S. Refugees welcome. 

Gute Aussichten

I.

Ich bin pluvophil. Das bedeutet ‚regenliebend‘. Ich bin sogar weit mehr als das, ich bin regensüchtig. Dafür gibt es noch kein eigenes Wort. Ich halte es zwar mehrere Tage oder gar Wochen ohne Regen aus, doch bin ich in dieser Zeit ohne jede Kraft und beinah ohne jeden Gedanken. Ich lebe dann wie eine Hülle, im fast leeren Inneren aber wissend, dass ich es nicht ändern kann, solange es nicht regnet. Und dass es irgendwann  sich irgendwann ändern wird, irgendwann wieder regnen wird.
Auf dem Weltradar, meiner Lieblingswebseite, verfolge ich fast unentwegt Bewölkung und Niederschlag. Die Echtzeitsimulation lässt mich in die Vergangenheit blicken, in Ursache und Herkunft der Wolken und des Regens. Und sie lässt mich die Zukunft vorhersagen. Indem ich einen kleinen Schiebregler eine Zeitleiste entlang bewege, lasse ich Regen, Wolken und ganze Strömungscluster von der Vergangenheit in die Zukunft gleiten. Ich sehe regentragende Wolken über Meeren entstehen, dem Atlantik oder der Nordsee oder dem Mittelmeer, sehe sie über Landmassen erscheinen, über den Kontinent ziehen, sehe sie plötzlich verschwinden.Ihr Verschwinden bedeutet, dass die Wolken sich abgeregnet haben, was mich immer wieder mit Traurigkeit erfüllt, obwohl es ein ganz natürlicher Vorgang ist.  

II.

Ich sitze vor meinem Weltradar. Der Schieberegler versetzt sich automatisch in Endlosschleife von der Vergangenheit in die Gegenwart und in die Zukunft. Und beginnt wieder in der Vergangenheit. Der Kartenausschnitt zentriert in diesem Moment Bremen und reicht im Norden weit über die ostfriesischen Inseln hinaus, im Süden bis zum Münsterland. Zum Glück wohne ich in einer Stadt, in der es sehr oft regnet, meist durch eine Nordwest-Strömung von der Nordsee und den Britischen Inseln her begünstigt, oder durch einen straffen Westwind vom Atlantik.  
Doch heute ist die Wetterlage anders. Der Weltradar zeigt es: An der Spitze eines Wolkenfeldes im Münsterland, das sich nach einigen Millisekunden nach oben schiebt, erkenne ich eine südliche Luftströmung, ein für diese Region und Jahreszeit eher ungewöhnliches Phänomen. Doch eben diese südliche Luftströmung und das regentragende Wolkenband, das langsam über das Münsterland zieht, machen mir Hoffnung auf den Regen, den ich so dringend brauche: hier, über meinem Kopf, auf das Mansardenfenster prasselnd, unter dem ich sitze und schreibe; ich brauche ihn, den Regen.
Ich schiebe den Zeitregler in die Zukunft und somit das Wolkenband immer weiter gen Nord. Es verbreitert sich, füllt bald sogar den gesamten unteren Kartenteil aus, bis seine Spitze kurz vor Mitternacht Bremen berühren wird. Immer wieder befallen mich leise Befürchtungen, dass das Wolkenband vorher zerfallen, der Regen sich abregnen wird.
Ich stelle mir den Weg der Wolken über das Münsterland vor, den Weg des Regens über friedliche, aber graue Städte wie Münster und Osnabrück, und die flachen, gleichgültigen Felder Niedersachsens.
Inmitten solch flacher, gleichgültiger Felder gerate ich in Regen, der sich angekündigt hat: aufquellende Wolken vor schwärzer werdendem Himmel sind ein untrügliches Zeichen gewesen. Nun hängt diese schwere Wolkenfront aufgeladen über dem flimmernden Horizont der Felder. Nach langer Wanderung in der Mittagssonne ersehne ich Regen, obschon sich absehen lässt, dass er mich völlig durchnässen wird. So flach und gleichgültig sind die Felder, dass keine Bauminsel Schutz bietet. Nur am Horizont, der den drohenden Wolken gegenüber liegt, läßt sich der dunkle Streifen eines Waldrands erahnen.
Die ersten Tropfen schlagen hart auf mein staubiges Haar, auf mein durchschwitztes Hemd. Ich spüre die Kühle des Regens sofort, rieche die Düfte, aus dem Himmel und von meiner Haut gewaschen, und den aufwirbelnden Sand.

III.

Ich zoome aus der Karte heraus. Der Kartenausschnitt zeigt jetzt ganz Deutschland und seine Nachbarn. Für mich sind Staaten jedoch nur Orientierungspunkte. Was ich sehe, sind Landschaften.
Ich identifiziere das Wolkenband. Wie ich nun sehe, gehört es zu einem größeren Wolkencluster, das sich unaufhörlich aus dem Schwarzwald, dem Elsaß und über die Ardennen zu bewegen scheint. Ein immer breiter und dunkler werdendes Regenband, in seinen Zentren dunkelblau und lila dargestellt, was extremen Starkregen symbolisiert. Der Gedanke verursacht mir eine leichte Gänsehaut.
Wald- und Berglandschaften, Schwarzwald, Elsass und Ardennen, sind wie für Regen gemacht, sie sind seine schönste, gefühlvollste Kulisse. Bergspitzen und Hügelketten nehmen schwere, dunkle Regenwolken in Empfang, deren feuchter Dunst sich in Nadeln, Geäst und Blattwerk hoher Bäume verfängt. Dunst, Nebel und Regen gehen in höheren Lagen ineinander über: der Geburtsort jeden Regens. Oder sein Sterbeort.
Als aus dunklen Wolken die ersten Tropfen schwer zu Boden fallen, erreiche ich den Waldrand. Der Regen kam auf, plötzlich, entstand, reifte in der Luft, stieg auf und fiel kurz danach schwer, rasend, undurchdringlich. In Sekunden überfallt er die eben noch trockenen, weiten Felder. Ein Blick zurück in durch den silbernen Vorhang des Starkregens läßt mich ein Gewitter befürchten. Doch der Wald würde selbst noch sicherer sein als das weite Feld.
Bäume bedachen mich nun auf einem Waldweg. Am Knistern und Rauschen unterscheide ich, ob es Nadel- oder Laubbäume sind, die mich begleiten auf dem Weg durch den Bergwald. Nur selten erreicht ein Regentropfen meinen alten Pfadfinderhut und noch seltener kann ich sehen, wie dieser Tropfen von der Krempe meines Hutes und auf den trockenen Waldboden fällt. In Lichtungen droht der schwarze Himmel und übergießt die Erde.
Ich halte Ausschau nach einem Zeltplatz zwischen den rauschenden, knisternden Bäumen.
Irgendwo am Rande des Bergwalds im Regen werde ich mein Zelt aufschlagen und dabei dreifach bedacht sein: vom Zelt, vom Wald und vom Schlaf.

IV.

Meine Augenlider öffnen, weiten sich, als ich eine weitere Stufe aus der Karte heraus zoome.
Der Kartenausschnitt zeigt jetzt - deutschlandzentriert - Europa mit Island und den Küsten der nordafrikanischen Länder. Das Strömungscluster, auf dessen Ausläufer ich warte, ist Teil eines Wolkenwirbels, der von einem Tiefdruckgebiet angetrieben wird. Es treibt - gegen den Uhrzeigersinn - immer weitere regenbringende Wolkenbänder vom Mittelmeer über Südfrankreich und Nizza nach Mitteleuropa. Das Mittelmeer ist der Geburtsort des Regens, meines Regens, der endlich fallen wird.
Es ist dort, auf dem Meer, ein allumfassendes Wasser, ein Aufsteigen und Niedergehen in sich selbst.
In solch einem allumfassenden Wasser liege ich auf einem kroatischen Kreuzfahrtschiff seekrank und unter Decken auf dem Seitendeck. Kaum geschützt durch das darüber liegende Deck, regnet es leicht aber unablässig in mein Gesicht, während gleichzeitig Gischt aus dem Meer mit jedem Rollen des Schiffsrumpfs über die Reling zu brechen droht. Und es ist nicht nur Angst, die mich lähmt und hindert, diesen Ort des allumfassenden Wassers zu verlassen, sondern mein Elend, meine Sterbenssehnsucht mit Blick auf den nicht auszumachenden Horizont.
Doch plötzlich fühle ich mich wie eingebettet, zu Hause, in einer Unendlichkeit, und die Sehnsucht nach einem Horizont wird zu einer Selbstverständlichkeit, die ich mit Freuden ertrage.
Ich stehe auf, trete an die Reling, schließe die Augen und spüre: ob Gischt, ob Regen, ob Leben, kann ich sagen.

V.

Die Strömung, die Wolkenbänder, der Regen, sie nehmen ihren Weg vom Mittelmeer quer über Europa, quer über Deutschland und Bremen bis nach Skandinavien. Schweden und Norwegen liegen in der Zukunft des Regens oder die Zukunft des Regens liegt in diesen Ländern.
Ich denke seit langem darüber nach, auszuwandern. An einen Ort zu ziehen, an dem es noch häufiger regnet. Bergen in Norwegen steht in der Liste der regenreichsten Orte Europas ganz weit oben. Auch Tampere in Finnland.
Ich weiß nicht, ob ich diese Orte jemals erreichen, sehen, in ihnen Leben werde. Aber nun, da Punkt Mitternacht die ersten Regentropfen auf mein Mansardenfenster trommeln, kann ich sie mir ausdenken und endlich schreiben.

Sehr geehrte “Ich bin zwar kein Nazi - ABER” Idioten, diplomierte Wahrheitskenner, Hobbyprovokateure und Intelligenzflüchtlinge:
Ihr scheut euch nicht, wie all die anderen Waschlappen, die Wahrheit auszusprechen. Ihr denkt, ihr gehört tatsächlich zu den wenigen, die sich trauen den Mund aufzumachen. Ihr faselt von Wirtschaftsflüchtlingen, Sozialschmarotzern, Überfremdung und habt ein paar Daten und Spiegel-Artikel auswendig gelernt, die eure Dummheit, mit sogenannten Fakten, untermauern soll. Ihr fühlt euch als Patrioten, als die Stimme des Volkes, die das Kind beim Namen nennt und den Finger in die Wunde legt, “political correctness” ist euer Feindbild, denn Ihr schwimmt gegen den Strom. Ihr lasst euch nichts diktieren - schon gar nicht von der Lügenpresse, selbsternannten Gutmenschen, Till Schweiger oder noch viel schlimmer: von uns. Früher war man Punk, wenn man provozieren wollte - heute ist man Patriot. Aber nennt euch, wie ihr wollt und fühlt euch ruhig wie William Wallace persönlich. Ihr bleibt erbärmliche Trottel, die sich auf Kosten der ärmsten der Armen profilieren wollen. Kann sein, dass wir einfach akzeptieren müssen, dass es euch Idioten gibt. Facebook verwechselt - ganz ähnlich wie Ihr - Rassismus mit Meinungsfreiheit und sperrt nachwievor lieber ein paar Titten als euren geistigen Dünnpfiff. Auch, dass Ihr euch weder von Argumenten, Anstand oder Menschlichkeit davon abhalten, lasst Sachen, wie diese hier, zu posten. Aber denkt nicht, dass ihr die Mehrheit seid, uns eure “Fakten” interessieren oder wir eure plumpen Provokationen nicht durchschauen. Ihr seid die Dummheit. Das schwächste Glied in der Kette. Die Peinlichkeit, die eine Demokratie, eine Fernsehshow oder eine Facebookseite wohl leider ertragen muss. Keine Sorge - wir machen uns auch keine Illusion, dass wir euch mit unserem Gutmenschentun überzeugen können oder wir euer Testosterongefasel jetzt nicht mehr in unseren Kommentarspalten finden werden. Ihr werdet auch weiterhin Dummheit mit Meinungsfreiheit verwechseln. All jene verspotten, die sich über euch aufregen, euch als die Sperrspitze einer Revolution fühlen und unser Land am Ende hässlicher machen als es ist. Früher oder später wird euer Zwergenaufstand abgeblasen. Ihr packt eure Fackeln ein und lungert nachts nicht mehr vor Flüchtlingsheimen rum. Vielleicht werdet ihr erwachsen, kommt zur Besinnung und schämt euch ein Leben lang für diesen Sommer - oder ihr landet im Nachmittagsprogramm von RTL . So ist das Leben - das können und wollen wir gar nicht beinflussen, wir wollen nur eins - weder euch noch irgendjemanden unserer Zuschauer im Unklaren lassen, wie wir über euch denken. Entfolgt uns bei Twitter, entfreundet uns bei Facebook, überzieht uns mit einem Shitstorm, boykottiert unsere Shows, und schreibt wie unlustig wir sind oder schon immer waren, denn keine Fernsehquote, kein Shitstorm kann jemals so schlimm sein, wie der Applaus von Leuten, die auch dann laut klatschen wenn ein Flüchtlingsboot mit 800 Menschenim Mittelmeer versinkt. Refugees Welcome.
—  #mundaufmachen