mitspieler

Kurz mal Beileid bekunden. Filter auf Facebook, ein Tweet und so. Ein paar Tage Betroffenheit zeigen. Angriff auf die Freiheit, böser Islamist, bestimmt auch geisteskrank. Ich bete für die Angehörigen. 

Und danach wieder: Den verhassten Mitspieler als Schwuchtel bezeichnen. Der lässt bestimmt auch absichtlich die Seife fallen. 

Die trans Frau im Fernsehen auslachen. Stimme zu tief, Schultern zu breit, haarig, unfickbar. 

Halbwissen und Pseudowissenschaft anpreisen. Geschlecht ist immer noch, was ich dir aufdrücke. Die Natur hat nur zwei vorgesehen. Und überhaupt, die Natur verbietet das alles. Außer Lesben auf Pornhub, die schau ich mir gerne an. Aber diese hässlichen Kampflesben haben ja alle nur nen Vaterkomplex, müssen nur mal ordentlich durchgenommen werden. 

Menschenrechte anfechten. Nein, ich hab ja nichts gegen Homos, aber… Keine Heirat, keine Adoption. Die haben doch schon alles, sollen froh sein dass sie nicht mehr aufgehängt werden. Wusstest du dass das heilbar ist? Ich bete für die Sünder. 

Kinder misshandeln. Der Junge ist doch nur verwirrt, der braucht strenge Maßnahmen. Kinder so lassen, wie sie sind? Die sind doch viel zu jung um Entscheidungen zu fällen, das muss ich übernehmen. Natürlich haben wir sie operieren lassen, wir wollen doch nicht dass unser Kind ein Freak ist.


Auf diese Art von Anteilnahme kann ich verzichten.

Der Transfer von Julian Weigl war ein Projekt, das natürlich eher perspektivisch angelegt war. Julian hat vom ersten Tag an dieses höhere Niveau angenommen. Er hat den Rahmen genutzt, den ihm das Trainerteam und seine Mitspieler hier in Dortmund vorgeben. Hier nutzt er die Rahmenbedingungen  mit seinem unglaublichen Talent, das er ohne jeden Zweifel mitbringt. Das sieht man dann auch auf dem Platz. Er spielt wie ein alter Hase, als wenn er schon länger hier ist. Er hat eine gewisse Selbstverständlichkeit in seinem Spiel und das finde ich richtig klasse. Und es ist sicher für alle überraschend, dass es so schnell ging.
—  Michael Zorc