mitchel & ness

Hey Leute,

heute vor einem Jahr bin ich aus dem Krankenhaus entlassen worden. Lag nach Weihnachten über Silvester in der MHH Hannover. Hatte so eine Autoimmunerkrankung. Das bedeutet praktisch, dass der Körper sich selbst angreift.
Bin dort hingekommen weil ich innere Blutungen und Blutflecke unter der Haut hatte. Hört sich glaube ich heftiger an als es ist, nur wollten alle auf Nummer sicher gehen.

Das Bild ist übrigens mein Zimmer gewesen, wo ich lag (Mitchell&Ness Cap immer dabei). Lag auf der Onkologie und mein gleichaltriger Zimmernachbar, der zu dem Zeitpunkt schon nicht mehr da war, hatte Krebs. Er bekam eine Chemotherapie und schlief die ganze Zeit durch und wurde ab und zu nur einmal wach. Hoffentlich geht es ihm heute besser.
Wusste zu dem Zeitpunkt selber nicht wodurch meine Erkrankung ausgelöst wurde (idiopathische Thrombozytopenie purpura). “Idiopathisch” heißt übrigens, dass man nicht weiß woher es kommt. Das beruhigt einen natürlich sehr. 

War, wie gesagt, auf der Onkologie in dem Krankenhaus, und daher hatten alle Anderen um mich herum Krebs. Teilweise kleine Kinder die gerade mal selber laufen konnten hatten schon Krebs und mussten ihr Leben da verbringen und die Eltern auch. Nichtmal eine Chance darauf normal aufzuwachsen.
Kann ich gar nicht richtig in Worte fassen, was ich die Tage da erlebt habe.

Heute gelte ich als gesund. War bis März wöchentlich zur Blutkontrolle und die Werte wurden immer stabiler bis sie schließlich Ende Februar den Normalbereich erreichten. Das Schlimmste an der ganzen Sache war, dass ich während der ganzen Zeit kein Sport machen konnte . Ich lebe für Sport, war schon immer so. Allerdings ging es mir nicht ansatzweise so schlecht wie allen anderen dort. Ich weiß nicht ob diese Menschen je wieder tun können, was sie lieben bzw. ob sie überhaupt noch leben.

Soo…
Warum schreibe ich das hier auf ?
Erst einmal, weil heute der erste Jahrestag davon ist.
Zweitens weil mich dieses Erlebnis echt geprägt hat. Niemand kann behaupten dass er als gleicher Mensch wieder aus dem Krankenhaus heraus kommt.
Und drittens , will ich klar machen, dass die Gesundheit das Wichtigste ist was man hat. Da geht nicht´s drüber. Das wird einem erst einmal klar ,wenn einem die Gesundheit verloren gegangen ist bzw. man Menschen sieht, die sie vielleicht nie zurückerlangen können oder sie noch nie hatten
Seitdem achte ich zum Beispiel sehr auf meine Ernährung. Sehr untypisch für einen fast 18-jährigen Jungen, aber ich kann nicht mehr anders. Alkohol trinke ich seitdem auch nicht mehr. 

Ist vielleicht etwas spät, für eine Neujahrsansprache aber trotzdem:

Schätzt das, was ihr habt!
Schlechte Noten in der Schule , zum Beispiel, sind lächerlich, wenn man sieht, dass Andere um ihr Leben kämpfen. Alle solche kleinen Probleme sollten nicht vernachlässigt werden, aber auch nicht zu ernst genommen. 

Freut mich, wer bis hierhin gelesen hat. Ein schönes Jahr von mir. Ob die Krankheit noch einmal wiederkommt, weiß ich nicht

Liebe Grüße und viel Gesundheit     Jannes        02.01.15