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Art By Sorr1284

☆。*☽Just Beyond The Veil Of Your Existence☾*。☆

Plakat A1 auf 170 Gramm Karton. Entstanden unter den Eindrücken der vergangenen Wochen.

Die Ursachen für Flucht sind vielfältig und komplex. Viele Gründe die Menschen dazu zwingen ihre Heimat zu verlassen liegen hier in Deutschland, liegen mitten in Europa wo z.B. Rüstungskonzerne davon profitieren, wenn an einem anderen Ort auf der Welt Bomben fallen und Raketen, Panzer und Gewehre Menschen töten und ganze Städte zerstören. Waffen, Krisen und Klimakiller sind nach wie vor Exportschlager Nummer Eins der Industrienationen.

Weltweit sind mehr als 59,5 Millionen Menschen auf der Flucht, so viele wie seit dem Zweiten Weltkrieg nicht mehr. Sie fliehen vor gewaltsamen Konflikten, Menschenrechtsverletzungen oder politischer, ethnischer und religiöser Verfolgung. Hinzu kommen Naturkatastrophen, die ganze Regionen unbewohnbar machen oder Krisen. 38,2 Millionen Menschen sind innerhalb ihrer Landesgrenzen auf der Flucht, sie gelten laut der Genfer Flüchtlingskonvention nicht als Flüchtlinge und haben somit kein Anrecht auf völkerrechtlichen Schutz. Als Binnenvertriebene  sind sie dennoch genauso gefährdet und nicht selten Gewalt und Ausbeutung ausgesetzt.

Ein Ende dieser dramatischen Lage ist zurzeit kaum absehbar, insbesondere im Nahen Osten findet eine humanitäre Katastrophe statt. Der Bürgerkrieg in Syrien dauert an. Dort, im Irak sowie in der gesamten Region fliehen Hunderttausende vor der Terrororganisation “Islamischer Staat”.

Und hier? Bereits 340 Angriffe auf Flüchtlingsunterkünfte im Jahr 2015 . Eine Woche nachdem die Bundesregierung Schutzsuchenden aus Ungarn und Österreich die Einreise nach Deutschland gestattet hatte, beschloss sie am Sonntag, weitere Flüchtlinge durch Kontrollen an den deutschen Grenzen zu stoppen – vor allem, um auf EU-Ebene Druck auf andere europäische Staaten auszuüben. Leidtragende davon sind die Flüchtlinge.

Mit diesem Plakat wollen wir ganz deutlich sagen:

* Wir fordern die Einrichtung sicherer Fährverbindungen über das Mittelmeer.
* Wir fordern ein bedingungsloses Bleiberecht für alle Menschen die hier Zuflucht vor Armut, Krieg, Gewalt und Elend suchen!
* Die europäische Abschottungspolitik muss endlich aufhören.
* Öffnet die Grenzen!
* Flucht ist kein Verbrechen!
* Rassismus entgegentreten!
* und - auch wenn ihr uns jetzt für völlig naiv haltet: Stoppt die Rüstungsindustrie. Stoppt die Klimakiller. Verschrottet alle Waffen!
* Abolish Capitalism!

Disorder Rebel Store,
September 2015

M99 Räumung Verhindern! Das ist Kein Plakat, sondern ein Aufruf zur Solidarität mit dem räumungsbedrohten „Laden für Revolutionsbedarf“ M99, direkt in unserer Nachbarschaft.

Achtung! Runder Tisch mit Eigentümer gescheitert. #HG_M99 kann kurzfristig geräumt werden. Bleibt aufmerksam! #tagX

Kleine Geschichtsstunde, Teil Fünf:

Das Foto zeigt HG vom heutigen Laden für Revolutionsbedarf M99 bei der Räumung des besetzten Kubatdreiecks 1988 und der notgedrungen Rübermachen in die DDR.

Am 26. Mai 1988 wurde das Lenné-Dreieck von linksalternativen Aktivist:innen besetzt und ein Zeltdorf errichtet. Dies sollte vermeintlich dem Schutz der dort weitgehend unberührten Natur dienen. Die Besetzung wurde durch die komplizierte politische Lage begünstigt: Die West-Berliner Polizei durfte das Ost-Berliner Territorium nicht betreten, sperrte es allerdings mit Metallgitterzäunen ab und versuchte die verbliebenen schmalen Zugänge am Mauerstreifen schleusenartig zu überwachen, während die Behörden der DDR an dem Konflikt nicht interessiert waren. Im Zuge der Besetzung wurde der Platz von den Besetzern in „Kubat-Dreieck“ umbenannt. Norbert Kubat war am Morgen des 2. Mai 1987 festgenommen worden. Ihm wurde Landfriedensbruch im Rahmen der Unruhen am Ersten Mai 1987 vorgeworfen. Am 26. Mai nahm sich Norbert Kubat in der Untersuchungshaft das Leben. Eine Haftverschonung war abgelehnt worden.

HG wohnt seit knapp 30 Jahren in der Manteuffelstr. 99 Ecke Waldemarstr. Dort betreibt er beinahe ebenso lange seinen kleinen Laden, den „M99 – Gemischtwarenladen mit Revolutionsbedarf“. Hier findet man eine einzigartige Zusammenstellung an Büchern, Kleidung, Kaffee, Aufklebern und weiteren Dingen, die ein mündige Bürger/innen nicht nur zu Demonstrationszwecken gebrauchen können. Alles Käufliche hat einen erschwinglichen Preis, denn HG ist kein profitorientierter Geschäftsmann, sondern sieht sich und seine Arbeit als einen Teil der „Kultur von unten“. Deshalb gibt es auch eine Freebox – hier kann jeder geben und nehmen was er kann und möchte.

Im M99 kann man aber nicht nur einkaufen, sondern findet in HG auch einen Gesprächspartner mit einer beachtlichen Lebensgeschichte. Menschen in schwierigen Situationen weist er nicht ab, sondern leistet gerne Hilfe. Der Laden ist Anlaufstelle für Nachbar:innen, Aktivist:innen, Punks, Traveller:innen - Hier ist einfach jede*r willkommen (außer menschenverachtendes Volk).

Der Laden ist einzigartig und muss unbedingt erhalten bleiben. #HG_M99

Die Revolution ist kein Festmahl, kein literarisches Schaffen, kein Malen oder keine Feinstickerei. Die Revolution - das ist ein Gewaltakt, das sind erbarmungslose Aktionen einer Klasse, die die Macht einer anderen Klasse stürzt.

Walter Benjamin über “den entscheidenden Unterschied […] zwischen der bloßen Belieferung eines Produktionsapparates und seiner Veränderung”:

“Ich möchte an den Anfang […] den Satz stellen, daß einen Produktionsapparat zu beliefern, ohne ihn - nach Maßgabe des Möglichen - zu verändern, selbst dann ein höchst anfechtbares Verfahren darstellt, wenn die Stoffe, mit denen dieser Apparat beliefert wird, revolutionärer Natur scheinen. Wir stehen nämlich der Tatsache gegenüber - für welche das vergangene Jahrzehnt in Deutschland Beweise in Fülle geliefert hat [Stand: 1934] -, daß der bürgerliche Produktions- und Publikationsapparat erstaunliche Mengen von revolutionären Themen assimilieren, ja propagieren kann, ohne damit seinen eigenen Bestand und den Bestand der ihn besitzenden Klasse ernstlich in Frage zu stellen. […] Und ich behaupte weiter, daß ein erheblicher Teil der sogenannten linken Literatur gar keine andere gesellschaftliche Funktion besaß, als der politischen Situation immer neue Effekte zur Unterhaltung des Publikums abzugewinnen.”

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Seit Beginn unserer Arbeit als linker Merchandise Laden haben wir in all den Jahren immer wieder Motive gemacht, dei auf die autonome, indigene Freiheitsbewegung in Mexico/Chiapas aufmerksam machen sollen. Seit dem letzten Motiv ist einige Zeit vergangen, und hier - kommt endlich das neue Motiv als Plakat und T-Shirt in den Laden!


www.disorder-berlin.de

Was die Palästinenser für die westdeutsche Linke so sympathisch macht, was ihr erlaubt, sich mit den Palästinensern zu identifizieren, ist die Annahme, die Palästinenser führten eigentlich einen Stellvertreterkrieg für genuin deutsche Wünsche, Vorstellungen und Ideale: für völkische Einheit und nationale Selbstbestimmung auf heimatlicher Scholle. Die Palästinenser firmieren gewissermaßen als der große militante Heimatvertriebenenverband, den die Westdeutschen gerade jetzt gerne hätten, den sie sich aber nicht leisten können.
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Die Bundeskanzlerin bewirbt sich um eine dritte Amtszeit, Frauen prägen in allen Parteien den Wahlkampf. Doch Raum für Weiblichkeit ist an der Spitze wenig. Stil und Schönheit gelten in Deutschland als verdächtig. Der Fotograf Joachim Baldauf hat für ZEIT ONLINE elf deutschen Spitzenpolitikerinnen für einen kurzen Moment ihre Funktion entzogen. Hier die ersten Bilder.

Idee und Text: Maria Exner