licht am ende des Tunnels

Manifestation und Verrat

Heute Abend, kurz vor dem Morgen, ging es mir sehr schlecht. Diese beklemmenden Gefühle der Schmerzen über das was war und nicht ist. Ich dachte an das Jahr 2013, als du mich mit diesem Mädchen betrogen hast. Und zwar auch emotional, und dies schon viel eher. Warum schriebest du mir in dem einen Brief, das du nur wegen mir zurück nach Berlin gekehrt bist? Emotional, indem du dich ihr zuwandest und mir ab. Wieso wundertest du dich, dass es mit uns nicht aufwärts ging, obwohl wir es beide doch angeblich so wollten. Ich wusste von all dem geistigen und dann auch emotionalen Austausch nichts. Doch wenn ich es mir recht überlege, hätte ich doch auf mein Gefühl hören müssen, welches mir sagte, dass du nicht bei mir warst. Warum blieb ich solange tatenlos gefangen in deinem Umkreis? Warum wollte ich das einfach nicht sehen???

Wir besuchten im Sommer eine wunderschöne Insel, auf der wir uns nicht mal liebten. War deine Liebe für mich da schon verbrannt? Es ist beinahe 2 Jahre her, doch erst jetzt komme ich auf den Gedanken. Die Klarheit fehlte mir, wie dir. Vielleicht sind wir uns doch ähnlicher, als ich dachte… Ich möchte am liebsten gar nichts mehr denken, denn ich weiß nicht mehr, was ich überhaupt glauben kann. Die Standpunkte verschwimmen im Nichts. Jedoch wenn es Standpunkte gäbe, würden diese nichts nützen. Egal ob du mich nun noch liebtest oder nicht, es war und ist einfach ein scheiß Gefühl!

Es tut mir so leid, dass ich das alles nicht gesehen habe, bzw. nicht wollte oder konnte oder wie auch immer. Wie mies du dich wohl auch gefühlt haben magst, wie verzweifelt, dass du dich ihr zuwandest, damit du dich mit deinen Sorgen um unsere Beziehung erleichtern konntest. Ich wünschte mir so sehr, du hättest mit mir gesprochen, dich mir geöffnet was denn bloß in deinem wunden Herzen vor sich ging. Dabei schwant es mir, dass ich dir wohl in jeder Hinsicht unzugänglich erschien, so wie du mir. Bei uns prallten einfach immer die egoistischen Verletzungen zusammen. Bis heute…

Ich frage mich, wie ich die Zeit mit dir verarbeiten kann, bist du doch ein drittel meines Lebens mein Zuhause gewesen. Haben wir überhaupt irgendetwas verarbeitet, dass wir so fleissig angehäuft haben? Ein riesiger Berg, doch ist alles so einfach. Es ist einfach ein ja oder ein nein zu den Dingen.

Ein riesiger Berg ist entstanden aus meinen Gefühlen von Angst, die ich nicht zu durchschauen vermochte, weil ich nicht in der Liebe zu mir war. Unfähig mein eigenes Leben auf die Reihe zu bekommen, da ich die meiste Zeit in deinem war. Eine explosive Mischung aus Verlustangst, Aufmerksamkeitsdefizit, Unachtsamkeit und hormoneller Unlust. Nun, etliche Jahre später suche ich nach dem Ausgang aus dieser Szenerie, suche nach Leben, suche nach dem Licht am Ende des Tunnels. Ich will aus meiner Haut und kann nicht, will fliehen, ersticke und versacke.

Die Liebe ist so utopisch, wie vom andern Stern. Ich will lieben aus vollstem Herzen, und so, das es weh tut, aber auf eine schöne Art und Weise. Ich will lieben, so wie in unserer kleinen Wohnung, aber ohne Beschränkungen. Frei, luftig, zart, romantisch, leidenschaftlich und naiv.