laternen

Der Druck der Gedanken

Es ist halb elf am Abend. Ich gehe eine nicht gerade gut beleuchtete Straße der Innenstadt entlang. Es ist still; weit und breit kein Mensch zu sehen. Die Rollladen der meisten Fenster sind runtergefahren. Nur in einem einzigen Fenster brennt noch Licht. “Ist aber auch besser so, kann mich wenigstens keiner beobachten”, denke ich mir. Ich gehe die Straße weiter entlang, obwohl sie mir mit jedem Schritt mehr und mehr unheimlicher wird. Einige der Straßenlaternen flackern. Zum glück habe ich schon den Abschnitt passiert, bei dem 5 Laternen ausfielen. Aber der Wind der mir um die Ohren pfeift und die schwarze Katze die eben an mir vorbei lief, machen es nicht unbedingt erträglicher. Egal, ich gehe weiter und je weiter ich komme, desto mehr merke ich wie mich etwas ablenkt. “Ja in der Ferne, dort ist etwas. Bunte Lichter; und Musik; viele Menschen die tanzen und Spaß haben. Ja eindeutig, das muss ein Fest sein. Das sieht gut aus, das könnte mir gefallen”, denke ich. Ohne es bemerkt zu haben, mussten sich wohl meine Mundwinkel hochgeschoben haben. Ich muss wohl gerade wie die Grinsekatze aus Alice im Wunderland aussehen. Ich gehe also schnur­stracks auf das Fest zu. Meine Schritte werden immer schneller, als ob ich es nicht mehr abwarten kann endlich dort anzukommen. Aber neben den Gedanken in denen ich gerade vertieft war, habe ich die Straße und ihre schaurige Atmosphäre völlig verdrängt. Und umso näher ich dem Fest komme, desto langsamer werde ich. Ich fühle mich plötzlich so unwohl. Meine Gedanken fo­kus­sie­ren sich wieder auf die Gegend in der ich mich gerade befinde. Ich habe das Gefühl, dass mich etwas verfolgt. Irgendjemand; nein irgendwas. Irgendwas ist dort. Ich drehe mich langsam um, aber kann nichts erkennen. Da ist nichts. Da ist niemand. Ich frage mich ob ich langsam paranoid werde? Ich habe mir das wohl alles bloß eingebildet. In meinen Gedanken sage ich: “Ja so wird es sein. Ich meine; diese dunkle Straße, es ist Nacht und es ist eine sehr unheimliche Gegend. Das war wohl bloß meine lebhafte Fantasie.” Meine Augen wandern immer wieder von links nach rechts. Ich suche immer noch die Gegend ab. Aber da ist wirklich nichts. Ich zögere kurz, drehe mich dann aber langsam wieder um und gehe weiter. Ich lasse 3 Hauseingänge hinter mir. Plötzlich bleibe ich ab­rupt stehen. Ich kann es fühlen, es ist direkt bei mir. Ich spüre einen eiskalten Atem in meinem Nacken, der zu einem kalten Schauer auf meinem Rücken wird. Ich bin starr vor Angst, kann mich keinen Millimeter bewegen. Ich merke wie es mich umringt; mich umschlingt; mich befällt. “Nein, geh dort nicht hin. Es ist dort gefährlich”, sagt eine Stimme zu mir. Ich schaue mich wild um. “Wer hat da gesprochen?”, frage ich mich. Aber da ist immer noch weit und breit niemand zu sehen. Ich bin ganz allein auf dieser Straße. “Du darfst dort nicht hingehen. Höre auf mich”, sagt mir die Stimme wieder. Werde ich langsam verrückt? Ich versuche mich zusammenzureißen und gehe weiter. “Sie werden dich auslachen mein Freund. Glaube mir, sie werden dich die ganze Zeit anstarren, dich zu jeder Sekunde beobachten. Sie werden über dich herziehen und dich mit ihren abwertenden Blicken zerfleischen. Du wirst dich sowas von blamieren. Weil seien wir doch mal ehrlich, du wirst ihnen allen Grund dazu geben. Guck dich an, du bist ein nichts. Wie du aussiehst. Deine Haare. Dein Gesicht. Wie du sprichst. Von deiner In­tel­li­genz will ich erst gar nicht anfangen. Und du brauchst gar nicht versuchen es zu überspielen, sie werden es eh merken. Außerdem ziehst du sie eh nur mit deiner Anwesenheit runter. Also tu dir und ihnen einen Gefallen und halte dich bloß fern von dort”, sagt die Stimme zu mir. Mittlerweile bin ich angekommen. Stehe vielleicht 60 Meter vom Fest entfernt. Aber die ganze Freude ist vergangen. Statt­des­sen fühle ich nur noch Angst und Unsicherheit. “Tja leider kein Fest heute für dich mein Freund. Lass uns lieber diesen dunklen Weg dort links weitergehen. Ohne Menschen. Nur du alleine”. Und ja, die Stimme in meinem Kopf hat recht. “Ich würde ihnen nicht standhalten, den bewertenden Blicken der Anderen. Oder ihr Gelächter. Wie sie über mich lästern und herziehen. Es ist wahr, ich bin ein niemand. Ich habe dort überhaupt nichts zu suchen. Wie konnte ich nur so dumm sein und denken dass ich zu ihnen gehören oder ihnen genügen würde?”, denke ich. Meine Hände sind voller Angstschweiß. Und mein Bauchraum füllt sich mit dem Gefühl von Übelkeit. Die Gedanken zu dem Fest zu gehen und unter den Menschen zu sein, löst in mir ein Chaos aus. Ich kann nicht mehr klar denken und will einfach nur noch weg von hier. Also gehe ich umgehend auf den Weg weiter links zu, auch wenn dieser noch weniger beleuchtet ist, als die Straße auf der ich her kam. Nahezu gar nicht. Aber immerhin noch besser als mich ihnen auszuliefern.


Eine Kurzgeschichte von mir.
Falls du die Geschichte bis zum Ende gelesen hast, möchte ich mich bei dir bedanken. :)

  • Weißt du noch letztes Jahr zu Silvester? Ich stand mit dir auf den Bahnschienen und wir haben die Laternen angeguckt, die die leeren Straßen angeleuchtet haben. Du hast gelächelt. Für dich war alles gut. Irgendwann haben wir auf die Uhr gesehen und bemerkt, dass schon seit ein paar Minuten ein neues Jahr begonnen hatte. Du hast mich umarmt und ich hab mein Bier runtergekippt, bevor ich in Tränen ausbrechen konnte. Ob ich mir was vorgenommen hätte, hast du gefragt. Ich weiß ganz genau, wie ich mit den Schultern gezuckt habe. Ich hab gesagt, dass ich gerne alles besser machen würde. Das das letzte nicht mein Jahr gewesen sei. Du hast mich nicht verstanden. Du wusstest nicht wovon ich rede. Zu dem Zeitpunkt sind die Tränen schon meine Wangen runter geflossen. Ich hab den Kopf gesenkt, damit du es nicht sehen konntest, aber du hattest es längst bemerkt. Du hast mich nicht in den Arm genommen. Du hast nichts gefragt. Du standest einfach nur neben mir. Auf den Bahnschienen. Während die Raketen um uns herum den Himmel erleuchteten. Du standest da mit mir und das einzige was du gesagt hast, war "Dieses Jahr wird es besser. Dieses Jahr machst du es besser." Aber ich hab es nicht besser gemacht. Ich stehe jetzt hier allein. Fast ein Jahr ist vergangen und ich hab es versaut. Du bist weg. Gegangen mit den anderen. Ich stehe allein auf den Bahnschienen und schaue in den leeren Himmel. Ich hab nichts besser gemacht. Und das tut mir Leid.
IN 2 WOCHEN SIND IN BAYERN FERIEN UND DANN HAB ICH MEEEEGA VIEL ZEIT! MEIN DEAL: JEDER DER DAS HIER REBLOGGT KOMMT ALS URL AUF EINEN SCHNIPSEL UND WIRD IN GANZ MÜNCHEN AN LATERNEN GEKLEBT, ES WIRD 'NE DOKUMENTATION & BEWEISFOTOS GEBEN! ALSO LOS GEHT'S, IHR MÜSST NUR REBLOGGEN, KEINE FOLLOW FALLE ODER SONST WAS :)

DEADLINE: 13.04.14

Hallo liebe Tumblr-Menschen ❤️

Ich habe schon etwas länger nach etwas gesucht, das ich euch allen zum neuen Jahr schenken kann (ich weiß es ist noch ein bisschen hin) und habe mir überlegt, dass ich den Tumblr-Namen von allen, die diesen Post bis zum 31.12.2014 rebloggen, auf einen Zettel schreiben werde und sie dann am 1.1.2015 in Frankfurt verteile, an Laternen klebe, in bus und bahn liegen lasse usw :)!

Hey Leute, meine Freundin kotztmichmegaan & ich starten heute (24.4.14) eine Aktion bei der wir die URL's der Teilnehmenden auf einen Zettel schreiben und irgendwo in der Stadt verteilen. Wir werden diese Zettel an Laternen Kleben, an Spiegel in Umkleiden stecken u.ä. Um teilzunehmen müsst ihr diesen Eintrag bis zum 17.5.14 rebloggen. Falls ihr dem Zettel eine persönliche Nachricht beilegen möchtet könnt ihr uns schreiben. Auf Wunsch gibts auch Beweisfotos.