kunstwissenschaft

Die Fotografie zeigt nur den grotesken und den komischen Augenblick, dachte ich, sie zeigt nicht den Menschen, wie er alles in allem zeitlebens gewesen ist, die Fotografie ist eine heimtückische perverse Fälschung, jede Fotografie, gleich von wem sie fotografiert ist, gleich, wen sie darstellt, sie ist eine absolute Verletzung der Menschenwürde, eine ungeheuerliche Naturverfälschung, eine gemeine Unmenschlichkeit.
—  Thomas Bernhard - Die Auslöschung, S. 26f
Was gibt es eigentlich in... Liechtenstein?

Das Fürstentum Liechtenstein ist zwar flächenmässig ein kleines Land, hat jedoch im Bereich der Bildhauerei Berichtenswertes aufzuweisen.
Die Künstlerin Doris Bühler (*1970 Liechtenstein) beschäftigt sich mit der Wirkung, Bewegung und Wahrnehmung des menschlichen Körpers. Die Körperästhetik steht zwar deutlich im Vordergrund ihrer Arbeiten, jedoch gibt es auch Tendenzen der Trennung von Körper und Ästhetik, wo der menschliche Körper als Medium an sich eingesetzt wird, um beispielsweise Abstrakta darzustellen.

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Phoenix - Doris Bühler, 2003

Selbst die moderne Physik mutet wie ein reizendes Märchen an. Das Wirkliche zerstob in der Kombination der Zeichen. Die exakten Wissenschaften bieten nun einen ähnlichen Aspekt wie die Künste. Man ist in die Manie der Symbolik - Verkleidungen verstrickt und turnt in Theoremen, die kaum noch ein Objekt enthalten.
—  Carl Einstein: Die Fabrikation der Fiktionen, Ges. Werke in Einzelausgaben, 1973, S. 47
Oh writer, [he wrote triumphantly to an imaginary literary rival beside a drawing of a heart] what words can you find to describe the whole arrangement as perfectly as is done by this drawing? For lack of true knowledge you describe it confusedly and convey little true knowledge of the shapes of things… My advice is not to trouble yourself with words unless you are speaking to the blind.
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Leonardo da Vinci (via How luck ran out on Leonardo da Vinci’s science studies. By Martin Gayford, 30 Apr 2012, The Telegraph)

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on art history / zur kunstwissenschaft, nr. 379

The invention of a wheel to take the place of feet was surrealist art.
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Guillaume Apollinaire

quoted in Jacques Allamand and Julia Bowe: The Genealogy of Lettrism. in Poetry Vol. 71, No. 3 (Dec., 1947), pp. 141-14. p. 142

on art history / zur kunstwissenschaft, nr. 249

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Annie Hall Marshall McLuhan Scene (short edit) Woody Allen 

kunstwissenschaft XXXI

Kunst war ja bekanntlich eine Idee aus dem Zeitalter der Aufklärung, die ihr, jenseits aller Unterschiede zwischen den einzelnen Kunstprodukten, eine zeitlose und universale Geltung zuerkannte: zeitlos und universal wie die Menschenrechte selber, die schließlich für alle im einzelnen so verschiedenen Menschen gelten sollten. Aber diese Idee von Kunst ließ sich nur aufrechterhalten, wenn man sie mit einer Idee von Kunstgeschichte verband. Nur die Zeit der Kunstgeschichte war über die einzelne Zeit der Kunstwerke erhaben, und nur die Kunstgeschichte war so universal gültig, wie es die einzelnen Werke nicht waren. Deshalb erfand man für sie einen Ort, an dem alle einzelne Kunst an dem allgemeinen Prinzip von Kunst teilhatte: das Kunstmuseum.
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Hans Belting - Ende der Kunstgeschichte (1995), S. 112


on art history / zur kunstwissenschaft, nr. 309