kopflos

Kopflos

Mein Kopf stolpert an mir vorbei.
Ehe ich mich versehe, ist er bereits
die Treppenstufen hinunter gefallen,
Ich höre etwas hart aufgeschlagen.
Dann ein Fluchen.

Hat sich wohl das Nasenbein gebrochen,
das stolpernde Köpfchen.
Wär es mal auf meinem Rumpf geblieben,
denk ich. Obwohl,
dann wärs ja jetzt
mein Nasenbein gewesen,
das blutet und blutet
und die Steinstufen volltropft.
Vielleicht ist kopflos
gar nicht so schlecht, denk ich.

Aber ich bin ja kein Unmensch.
Mit meinem Kopf unterm Arm,
lauf ich zur Apotheke.

Die haben bestimmt was für
Nasenbeinbrüche von Kopflosen
Kopfträgern
oder heißt es
trägerlosen Kopfbrüchen?

 .

© Federwind, 2014

Weg ist sie.

Ich wachte gestern Morgen auf und konnte mich auf nichts freuen, auf rein gar nichts, wäre am liebsten im Bett geblieben und hätt den ganzen tag verschlafen. In meinem Kopf sind so viele Gedanken, aber doch kann ich nicht sagen, welche Gedanken mir gerade einen Streich spielen und mich leiden lässt, mein Kopf ist so voll, ich kann mich nicht konzentrieren, die Worte in den scheiß Büchern kommen nicht an in meinem Kopf, werden abgewehrt, mein Kopf sinkt nach unten, immer mehr nach unten und ich will ihn oben halten, kann ihn nicht oben halten. Den ganzen Tag flossen mir Tränen über das Gesicht, ich hatte keine Vorfreude, keine Freude in mir, gar nichts, nur Leere und Schmerz, ich fühlte mich vollkommen am falschen Ort, vollkommen falsch, hatte keine Lust mehr, keine Lust auf mich selbst, keine Lust irgendetwas zu tun, ich wollte nur Freude spüren, irgendetwas positives, ihn im Arm halten, einfach mich irgendetwas hingeben, doch es gab nichts zum hingeben. Ich schwebte in einem zeitlosen Raum, am Ende des Tages war ich nur noch glücklich, dass er vorbei war und deprimiert, weil ich nur geweint habe. Mein Kopf ist so voll, meine Seele so kaputt, mein Herz blutet ohne Grund und ich steh machtlos und schwach daneben und kann nichts mehr mit mir anfangen. Und genau so wie gestern bin ich heute aufgestanden, herzlichen Glückwunsch, die ersten Tränen kamen schon, ich will jetzt schon wieder ins Bett, dabei ist es nicht mal zweie Mittags. Auf was soll ich mich heute freuen? Es gibt wieder nichts zum Freuen, absolut gar nichts heute, dankeschön für das bescheuerste Wochenende aller Zeiten. Ich will nicht mehr, ich kann nichts mehr mit mir anfangen und ich weiß nur, dass die Überraschungen im Leben fehlen, einfach mal so eine kleine Überraschung die mich mal aus dem scheiß Alltag weckt. Etwas Unerwartetes. Aber es wird nie etwas passieren, nie, heute werde ich auch nur weinen, nur weinen, versuchen zu lernen, Saxophon spielen, duschen. Wo ist die Freude in meinem Leben plötzlich hin? Wer hat sie mir verdammt nochmal weggenommen, ich will sie zurück. Ich will weit weg sein.