konvergenz

René Lamsfuss (VivaKi): "Die ag.ma wird sich neu erfinden müssen"

Wie es sich zu so einem runden Geburtstag gehört, Herzlichen Glückwunsch zu 60 Jahren ag.ma.

Die ag.ma hat in den letzten 60 Jahren die Medienlandschaft entscheidend mitgeprägt, denn sie hat es als Joint Industry Committee verstanden, die Medien, Agenturen und Werbetreibenden an einen Tisch zu bekommen und damit einen unverzichtbarem Beitrag für die Medienwirtschaft in der Vergangenheit geleistet. Die Medienanalysen der ag.ma haben in den vergangenen sechs Jahrzehnten die Grundlage für eine Vergleichbarkeit der intramedialen Angebote in den verschiedenen Medien geliefert.

René Lamsfuss, Chief Research Officer VivaKi

Auch den neuen Medienkanälen hat sich die ag.ma in den vergangenen 60 Jahren nicht verschlossen und diese unter ihrem Dach vereint, damit die hohen methodischen Ansprüche auch auf diese übertragen werden konnten und sich der Markt auf das intramediale Währungssystem weiter verlassen konnte.

Ein großer Meilenstein in den vergangenen zehn Jahre war sicherlich die Integration der Plakat- und Onlinevermarkter, da hier zwei neue Mediengattungen in das Studienportfolio der ag.ma aufgenommen worden sind.

In beiden Fällen ist die ag.ma neue methodische Wege gegangen, um ein valides, reliables und medienadäquates Währungssystem aufzubauen. Vor allen Dingen ist dies im Rahmen der MA Online hervorzugheben, da hier zum einen traditionelle Elemente der Marktforschung, die Befragung, mit den neuen Möglichkeiten der digitalen Welt, der Zensusmessung, verknüpft und verarbeitet worden sind.

Aber so schön es auch ist an so großen runden Geburtstagen in der Vergangenheit und dem Erreichten zu schwelgen, so absolut notwendig ist es in die Zukunft zu blicken, denn die Herausforderungen sind enorm. Die Herausforderungen lassen sich mit Cross-Media und neuen Technologien umschreiben.

Auch wenn der erste Schritt in Richtung cross-mediale Studie mit der MA Intermedia gemacht worden ist, so ist dieser Schritt für eine nutzerorientierte Planung in der heutigen Zeit bei weitem nicht ausreichend. Vor gut 10 Jahren ist im Rahmen der Digitalisierung unserer Gesellschaft das Thema der Konvergenz der Medien von den selbigen angepriesen und postuliert worden, dass der Konsument über kurz oder lang diese Medienkonvergenz auch verinnerlichen wird. Jetzt sind wir an dem Punkt angekommen, an dem der Medienkonsument (vor allen Dingen die jungen Generationen) die Konvergenz der Medien lebt. Das Problem ist nur, dass die Währungssysteme hier nicht Schritt gehalten haben, so dass wir jetzt feststellen müssen, dass eine vergleichbare Betrachtung der Medien mit den vorhandenen Daten aus der Mediaanalyse für die Planung nicht oder nur sehr schwer möglich ist. In einer Zeit in der wir über  Programmatic Buying, Real-Time Advertising, Performance Marketing usw. reden reicht es nicht aus, dass eine MA Intermedia jährlich Informationen über die intermediale Mediennutzung liefert. Gerade bei den digitalen Medien sind schnelle Informationen zur Mediaplanung unabdingbar, die eine medienadäquate Betrachtung der Werbeleistung erlauben.

Neben dieser cross-medialen Herausforderung ist es erforderlich, sich den neuen medialen Entwicklungen gemeinsam mit den am Markt vertretenden Verbänden wie der AGF und der AGOF anzunehmen. Die Entwicklungen im digitalen Bereich sind rasant und dies erfordert auch ein schnelles und vor allen Dingen innovatives Handeln aller Marktteilnehmer. Die ag.ma wird sich in Teilen neu erfinden müssen, denn die Innovationszyklen werden kürzer und bedeuten, dass Lösungen schnell entwickelt und vor dem cross-medialen Hintergrund der Planung zur Verfügung gestellt werden müssen.

In Auszügen erschienen im w&v Sonderheft “60 Jahre agma” vom 1. Dezember 2014, Seite 9 und in “New Business” vom 1. Dezember 2014, Seite 38-40.

Watch on www.griffecke.de

Medienkonvergenz der besonderen Art bei der BBC. Statt iPad nahm der Nachrichtensprecher Simon McCoy einen Stapel Druckerpapier mit vor die Kamera. Ob er den Unterschied bemerkt hat?

Klimamodelle und Klimasimulationen

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Klimamodelle und Klimasimulationen

Thomas Slawig, “Klimamodelle und Klimasimulationen”
2015 | German | ISBN-10: 3662470632 | 250 pages | PDF | 3 MB

Diese mathematisch orientierte Einführung in typische Klimamodelle stellt anhand konkreter Modelle den Prozess von der Modellbildung über die mathematische Analyse bis zur konkreten Umsetzung (Simulation) am Rechner in den Mittelpunkt. Dabei werden auch die zur Simulation wichtigen Bereiche der Mathematik und der Informatik wie Entwicklung und Konvergenz von Algorithmen und Umgang mit hochdimensionalen Problemen behandelt.

Viel Wert wird auf eine verständliche Erklärung der Grundprinzipien der mathematischen Modellbildung gelegt, sowie im Weiteren auf Diskretisierung und Algorithmenentwicklung und deren Umsetzung auf dem Computer.

Der verständliche Zugang zur mathematischen Klimamodellierung ermöglicht es Anwendern aus den Geowissenschaften wie auch Mathematikern, eigene Software zu entwickeln bzw. vorhandene Software gezielter zu verwenden und gegebenenfalls anzupassen.

nitroflare

Drei Antworten für eine Bachelor-Arbeit
  • 1. Inwiefern stellt das Internet eine Bedrohung für gedruckte Zeitungen dar?
  • Das Zeitbudget ist auf 24 Stunden begrenzt. Je mehr sich die Menschen mit anderen Medien beschäftigen, desto weniger Zeit bleibt ihnen für die Zeitung. Inhaltlich ist das Internet keine echte Bedrohung, weil es kein Ersatz der Zeitung ist. Man kann zwar auch etwas lesen, aber genau so hören und sehen. Multimedia eben. Radio und TV sind also auch betroffen, aber ebenso vor allem wegen des zeitlichen Budgets.
  • 2. Was unternimmt die Zeitung, um gegen das große Aufgebot der Konkurrenten TV und Online zu bestehen?
  • Wir konzentrieren uns auf das, was wir schon jetzt besonders gut können, die regionale Berichterstattung. Wir haben eine enge Bindung mit vielen Menschen in Brandenburg. So informieren wir und vernetzen, diskutieren und liefern sogar Post. Besonders wertvoll ist der direkte Kontakt (bis zum häuslichen Briefkasten), nicht die traditionelle Kommunikation top-down, sondern auf Augenhöhe mit den Menschen.
  • 3. Wie muss die Tageszeitung von morgen aussehen, um weiterhin Bestand zu haben?
  • Ich persönlich kann mir kaum vorstellen, dass es in Zukunft unverändert viele regionale Tageszeitungen geben wird. Viele werden nach meiner Einschätzung irgendwann nur noch ein oder zwei Mal in der Woche erscheinen. Die Nachfrage geht weiter zurück, was die Vertriebskosten steigen lässt. Und weniger Leser locken auch weniger Anzeigenkunden. Das Ergebnis ist nach meiner Einschätzung ein Wochenblatt, dass zeitlose Themen ausführlich bearbeitet und den Platz auf dem Papier für gute Grafik und Fotos nutzt. Die echte Zeitung wird damit zu einer Art Luxusgut, neben dem Anzeigenblatt, das schon jetzt wöchentlich erscheint, von den Anzeigen finanziert wird und deshalb gar nichts kostet. Dort bekommt der Anzeigenkunde die gewünschte Reichweite, die ihm bei der Zeitung fehlt. Dort allerdings bekommt der Leser (für Geld) die gewünschte Qualität, die er oder sie beim Wochenblatt vermisst.
qz.com
Skype turns 10 today. Here’s a look at the past decade of using the internet to make phone calls

Today is the 10-year anniversary of the launch of Skype, the voice and video calling service that is now owned by Microsoft and used for about a third of all international calls. For much of that decade, Skype has been synonymous with making calls over the internet: The verb “to skype” even has a spot in the Oxford Dictionaries Online.

Telefonie mit Bild ist aber schon viel älter als Skype. Eine schöne Übersicht der ersten Gehversuche in Deutschland hat  turi2 zusammengetragen.

youpickit.de
Der Kunde wird König

Mit Apps wie meinProspekt.de oder kaufDA.de können Kunden vor Ort nach Schnäppchen suchen, die in Prospekten beworben worden sind. Doch nicht alle Produkte eines Einzelhändlers erscheinen in einer Beilage, sie sie digital oder gedruckt. Auch Google Shopping kann bei FMCG nicht wirklich weiterhelfen.

Für die vollkommene Transparenz bei Produkten des täglichen Bedarfs müsste man auch mehrmals täglich die Preise erfassen. Oder man nutzt YouPickIt. Hinter dem Dienst stecken die Daten des Marktforschungsunternehmens Drotax, das nichts anderes macht als… Preise vergleichen.

Der Albtraum der Einzelhändler: Die Verbraucher können Einkaufslisten erstellen, indem sie den Barcode der Produkte zu Hause einscannen. Dann kann man zwischen mehreren Lieblingssupermärkten wählen, oder die günstigsten Preise in der Umgebung suchen oder den Supermarkt, der die Produkte insgesamt zum günstigsten Preis anbietet.

berlinergazette.de
Wozu recherchieren? Thesen zum Lokaljournalismus

Lokaljournalismus gilt im Zeitalter des Internet als Goldgrube: Weil das Produkt maßgeschneidert werden kann – von lokalen Gemeinschaften für lokale Gemeinschaften. Aber das Problem besteht darin, dass der Aufwand meistens viel zu groß ist: die Recherche ist langwierig und anstrengend. Katrin Krauß, Diplom-Journalistin und Dozentin an der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt, zeigt Auswege aus diesem Dilemma.

guardian.co.uk
Macht aus dem Kreuzfahrtschiff viele Schnellboote

Viele Zeitungsverlage erscheinen mir immer noch als große Tanker, deren Onlineabteilung als Schnellboot zwar schnell agieren kann, aber immer noch auf die Versorgung durch den Tanker angewiesen ist. Dieses Bild habe ich in den vergangenen Jahren oft bemüht, um bei Zeitungsverlagen den Kraftakt der Konvergenz darzustellen, selbst wenn der Eisberg bereits in Sicht ist.

Es muss was dran sein… Denn genau dieses Bild hat jetzt Steve Auckland, Geschäftsführer der Local World in Großbritannien, verwendet für die Konvergenz seines Titels:

“[The newspaper portfolio] may have been a cruise liner five or 10 years ago but it is now a set of speed boats in every single one of our towns”

OK, es ist ein Kreuzfahrtschiff, das zu vielen Schnellbooten werden soll. Aber im Großen und Ganzen stimmt’s. Das Ziel, dass Auckland dieser Armada von Schnellbooten gesteckt hat, ist durchaus ambitioniert:

The goal is that by some point in 2015 declining print revenues, currently dropping by 6% year-on-year, will be compensated for by growing digital income.

perlentaucher.de
Der Medienwandel als interne Revolution

Das Problem des Spiegels mit seiner Chefredaktion hat Thierry Chervel auf eine interessante Meta-Ebene gehoben: Wie soll man Journalismus unter digitalen Bedingungen refinanzieren? Ist die Rettung vielleicht doch eine Paywall, gegen die sich Mathias Müller von Blumencron beim Spiegel gewehrt hat?

Zumindest eine Mauer macht gar keinen Sinn mehr: Die Trennung zwischen Print und Online. Sie verhindert den notwendigen Austausch von Wissen, um wenigstens mit grenzüberschreitender Kompetenz punkten zu können.

Ein tragfähiges Geschäftsmodell für Journalismus im digitalen Wettbewerb ist das noch nicht. Und es ist durchaus fraglich, ob es angesichts der Atomisierung von Inhalten überhaupt ein Geschäftsmodell gibt. Traditionelles Denken zumindest hilft den Medien im digitalen Wandel nicht weiter. Es schadet nur.