kongolese

Wiedersehen

Nach zehn Jahren kehren wir also in diese Stadt zurück. Viel hat sich verändert. Und wir haben auch Menschen wiedergetroffen, die wir vor Jahren kannten. 

Einer der ersten bekannten Gesichter war ein Kongolese, der am Nachbargrundstück zum Supermarkt Melissa seine Ware auf der Strasse aufbaut um Kunden auf dem Weg zum Einkaufen abzufangen. Nach der fröhlichen Begrüßung sagte er freiherzig, er hatte mich nicht gleich erkannt und hatte geplant mir “aufzulauern”, um mich auf der Höhe seines Verkaufsstandes anzusprechen. Er erkannte uns aber und begrüßte uns ganz freudig. 

Heute lief ich in der Sable Road; ich dachte nostalgisch an Raymond, der dort in einem kleinen Reihenhaus gewohnt hatte. Dort hatte ich unzählige Stunden beim Karateunterricht verbracht. Ich bog an der Ecke in die Bishops Road. Taxifahrer winkten von der anderen Strassenseite, um ihre Dienste anzubieten. Ich benutzte einen kleinen Trampelpfad neben der einspurigen Hauptstrasse. Beim Überqueren einer Toreinfahrt bog ein Kleinwagen schnittig hinter mir in die Einfahrt. Der Fahrer brachte den Wagen zum Stop und sprang heraus. Ich dachte, es sei ein besonders eifriger Taxifahrer. Aber dann rief eine Stimme: “Michael, was machst Du hier?” Es war Ray, der Karatelehrer. Es war ein sehr freudiges Wiedersehen. Ray nahm mich mit seinem kleinen Peugeot mit und wir hatten uns viel zu erzählen. Ich solle die nächsten drei Jahre nutzen, um viele neue Dinge zu lernen, verabschiedete er sich. Übrigens sei das Wiedersehen an genau der Stelle, an der ich an ihn gedacht habe “Karma oder so was ähnliches”, meinte Ray augenzwinkernd.