kommentatoren

Men hvad
Nej
Altså fint nok Portugal
Men vi slog ikke Sverige?????
Neeeeej

“Der er ikke så meget kærlighed i luften over Øresund”
Kommentatoren har sagt det sidste ord

Tak fordi i holdt mig ud, jeg lover ikke at spamme jeres dash så meget i fremtiden, men det var EUROVISION!

Sov godt~

~Ace

Welcome to Hell: Warum mich Deutschland gerade traurig macht

Heute einen guten Tag gehabt? Gut ausgeschlafen aufgestanden, leckeren Kaffee getrunken, vollwertiges Frühstück gegessen? Auf Arbeit war alles ruhig, Kollegen waren nett, Chef hat Lob ausgesprochen? Auf dem Heimweg nicht im Stau gestanden? So viel gute Laune an einem Tag…das lässt sich doch ändern.

Schnell ins Internet, ab in die sozialen Medien, Facebook, Twitter, Instagram schaffen schnelle Abhilfe für diesen Überschuss an Endorphinen. Nicht, dass das nicht immer so wäre. Kein Tag vergeht, an dem man nicht mit rassistischen, antisemitischen, sexistischen, homophoben, transphoben und eigentlich-alles-phoben Kommentaren zugeschissen wird. Das Internet hat sich in den letzten Jahren in vielen Bereichen zur Endlagerstätte des Gedankenmülls der Nation entwickelt. Dabei handelt es sich um eine bunte Mischung (bunt im Sinne von “Alle Farben vermischt, bis kackbraun rauskommt”) aus Teenagern, die ihre rebellische Energie in Beleidigungen und zur Schau gestellte Edgyness kanalisieren, alten Leuten, die ihre Blockwartmentalität im Netz ausleben, offensichtlichen Trollen mit Fake-Profilen und hin und wieder auch mal einem waschechten Nazi. All das ist man gewohnt, man ist regelrecht abgestumpft.

Doch was die gestrige Anti-G20-Demo “Welcome to Hell” für eine Lawine an ekelhaften Reaktionen losgetreten hat, hätte ich nicht für möglich gehalten. Da wird ganz unverblümt Polizeigewalt beklatscht und in vielen Fällen sogar gefordert. Das Terroristenpack solle man zusammenschlagen, mit Gummigeschossen beschießen oder auch mal mit echter Munition, den Wasserwerfer findet man richtig geil und in den Knast gehören diese verlausten Krawallmacher ja sowieso alle. Denn die sind ja mindestens genau so schlimm wie die Rechtsextremen. Eher schlimmer. So ein Nazi, der verkloppt halt mal ‘nen Kanacken, juckt mich ja nicht. Aber diese verdammten Zecken, die zünden MEINEN neuen Mercedes an. Und das geht ja wohl zu weit.

Natürlich wollen die Kommentatoren nicht als reaktionäre Arschlöcher rüberkommen, man ist ja nur ein gemäßigter Bürger. Deswegen findet man Protest ja auch ok. Solange er friedlich ist. Und leise. Und nicht zu groß. Und nichts bewirkt. Polizeigewalt findet man ja eigentlich auch eher nicht so gut. Außer sie ist gerechtfertigt. Und das ist sie eigentlich immer. Sowieso, die armen Polizisten, denkt denn niemand an deren Schicksal? Wie traumatisierend es sein muss, von einem vermummten Typen mit Sonnenbrille angegriffen zu werden, während man selbst nur einen Schlagstock, Pfefferspray und fünfzig Kollegen um sich herum hat? Grundrechte sind auch total wichtig. Es sei denn, Leute berufen sich darauf, die ich nicht mag. Dann sollte man die schon mal aushebeln dürfen. 

Es ist schon ironisch, wie Menschen, die von Demonstranten absolute und bedingungslose Gewaltlosigkeit einfordern, bei staatlicher Gewalt die Klatschpappen herausholen und auf ihre scheinbare moralische Überlegenheit masturbieren. Aber mehr noch als Ironie, erzeugt diese Beobachtung Angst. Und Wut. Und Trauer.