kleines monster

Message an die Menschheit 👽

Wir sitzen vor unserem 4k Fernsehr mit der BBQ-Chipstüte und der Cola light in unserer Hand, während die Werbung der Umweltaktivisten läuft, welche uns belehren wollen, dass wir zu viel Müll produzieren und verschwenden.

Wir sitzen im Bus auf dem Weg zu unseren Freunden, in den Ohren die Kopfhörer stecken und Kid Ink auf laut, während die alte Dame, 89 Jahre, kaputten Rücken, schmerzende Knie, sich wacklig an den Stangen fest hält, an ihren Mann denkt der sie gerade von oben beobachtet, und sie fällt, und sie fällt fast auf den Boden, doch der Beat ist lauter als unsere Aufmerksamkeit.

Wir sind mit unseren Freunden im Kaufhaus, wir müssen auf die Toilette, doch diese ist wieder gesperrt, weil die Putze so lange braucht. Also pöbeln wir sie an, schön Abi machen um nicht so zu enden wie sie. 24 Jahre jung; auch sie wollte Abi machen, dann aber kamen zwei kleine Kinder Simon und Laura, ein Erzeuger der über alle Berge ist, Eltern die sie verstießen, zu stolz für Hartz 4 also geht Mama Toiletten putzen während Simon seine weinende Schwester tröstet weil Mama wieder und wieder nicht zuhause ist, und Überstunden schiebt, damit wenigstens die Kinder satt werden.

Nach einem langen Tag steigen wir wieder in den Bus, ein Südländer schaut uns an, wahrscheinlich so ein Asylbewerber, die unser ganzes Geld wollen oder sich eh in die Luft sprengen. Das ist Tarek, gerade mal 19 Jahre jung, sah seinen Vater sterben, seine Mutter ertrank im Mittelmeer, seine erste große Liebe musste er im Irak zurück lassen genau so wie Cihan seinen kleinen Bruder. Er wohnt mit zwei anderen Männern in einem Zimmer, bekommt wenig Geld aber es ist sowieso nicht für ihn sondern für seine Liebsten, flüchtete vor den Terroristen doch wird jetzt selbst angeschaut als sei er einer. Dabei wollte er doch Polizist werden. Polizist, um andere zu beschützen, damit niemand seinen Vater sterben sehen muss.

Wir sitzen in der Schule, unser Lehrer ist schon wieder so schlecht drauf. Erst knallt er die Tür, dann lässt er uns einen Test schreiben, dann muss der schlechteste Schüler an die Tafel und wird blamiert, was für ein Arschloch. Dabei wollte Herr Möller immer Lehrer werden, seit er selber ein Schüler war. Doch er ist kein Lehrer mehr, Schüler haben kein Interesse an den ganzen Formeln und den Rechengesetzen, sie bewerfen ihn teilweise mit Papierkugeln, dabei wollte Herr Möller alles anders machen als die langweiligen Mathelehrer. Aber aus Schülern wurden Monster, unberechenbare kleine Monster, Herr Möller schützt sich nur vor uns Monstern, das sind wir geworden.

Wir sitzen bei burger king, am anderen Tisch so ‘ne fette Frau. Kein Wunder dass die so fett ist, soll mal Sport machen. Das ist Anne, 37 Jahre alt, Diabetes Typ 1, hat schon 30 Kilo verloren, ihre Schilddrüsenunterfunktion macht es jedoch schwierig Gewicht zu verlieren. 10 Jahre Mobbing hat sie überlebt, weil sie immer die dünnste war, mit 14 Jahren dann an Magersucht erkrankte, danach ging es in die andere Richtung. Anne macht Therapie, sie lernt, sich neu zu lieben, wären da nicht die ganzen Blicke und das Getuschel. Sie wartet doch nur auf Sebastian, der erste Mann der sie liebt mit allem drum und dran. Sie will doch gar nicht essen, sie will Sebastian eine Freude machen mit diesem Date. Aber die Jungs da lachen wieder, fotografieren sie heimlich, lachen sich tot, dabei ist Anne stolz auf ihre Kurven, versucht uns zu ignorieren, weil sie weiß dass wir keine Ahnung haben.

Wir können nie wissen, was hinter einem Menschen steckt, oder wann jemand genau unsere Hilfe benötigt.
Aber wir können genauer hinsehen.

Wir können nicht die Erde retten, aber wir können einen Teil dazu beitragen.

Wir mögen es nicht wenn wir mal länger warten müssen oder jemand doof zu uns ist, aber es hat einen tiefen Grund, den unser Schubladendenken nicht erkennt.

Wir sind alle Menschen.
Jeder von uns hat seine Geschichte.
Wir sind die Welt, es gibt nicht nur mich und dich, es ist ein riesen uns.

Deswegen ist Respekt und Vorurteile ablegen so wichtig.

Niemand kann alles perfekt machen.

Aber hinsehen, zuhören und aktiv werden ist verdammt nah dran.

Wer weiß, was die Menschen von dir so fehlerhaftes denken.