kaffeepflanze

4

Die Kaffeepflanze

Sie kann – sofern sie nicht durch Stutzen der Äste in Strauchhöhe gehalten wird – bis zu 10 Meter hoch werden. Je nach Anbaugebiet wird die Kaffepflanze ein- oder mehrstämmig kultiviert und trägt nach drei bis vier Jahren das erste Mal Früchte. Wenn nach 20 Jahren der Ertrag zurück geht wird sie durch einen neuen Setzling ersetzt oder der Hauptstamm zur Bildung von ertragreichen Nebenstämmen gebracht. Vermehrt wird die Pflanze durch Aussaat oder Vorzucht von Stecklingen. In den tropischen Breiten ist die Kaffeepflanze keinen Jahreszeitenwechseln ausgesetzt, die Entwicklung und Anzahl ihrer Blüten hängt hier vielmehr von der Häufigkeit der Regenfälle ab.  In einigen Anbaugebieten bedeutet dies, dass es eine Haupt- und eine Nebenernte gibt.

Darstellung - Coffea Arabica

Nach der Befruchtung  – abhängig von der Art durch Selbst- oder Fremdbestäubung – wächst aus den Fruchtknoten der weißen Blüten eine an einem kurzen Stiel hängende grüne Steinfrucht. Dies ist die Kaffeekirsche, in deren Inneren sich zwei, mit ihren flachen Seiten aneinander liegende Kaffeebohnen entwickeln. Bildet sich in der Kirsche nur eine Bohne, besitzt sie eine rundlichere Form und wird als Perlbohne bezeichnet. Die Kirsche erreicht nach sechs bis zwölf Wochen eine Größe von ca. 15 mm, je nach Region braucht sie dann weitere sechs bis elf Monate um zu Reifen. Sie ändert dabei ihre Färbung von Grün über Gelb bis je nach Art zu einem tiefen Rot oder satten Gelb. In einem Zeitfenster von ein bis zwei Wochen kann man sie nun ernten, sonst fängt sie an zu gären und wird zu „Stinkerbohne“ die schwarzbraun zu Boden fällt.

Wie der Kaffee nach Mittel- und Südamerika kam

Aus dem Buch Kaffee (Dr. Eugen C. Bürgin), das ich vor einiger Zeit geschenkt bekommen habe, stammt diese bekannte und – wie ich finde – sehr nette Geschichte über die Reise eines Kaffepflänzchens. 

Zunächst muss ich noch einwerfen, dass der Kaffee in seiner heute üblichen Verwendung erst ziemlich spät bekannt geworden ist, wenn man bedenkt, dass die Nutzung des Tees schon etwa 1000 Jahre früher begonnen hat. 

Wie allgemein angenommen wird, stammt die Kaffeepflanze aus Äthiopien (Kaffa) und wurde von dort aus nach Arabien geholt, wo der Kaffee seit seiner Nutzung als strenges Geheimnis gehütet und seine Ausfuhr verboten wurde. Erst zu Beginn des 17. Jahrhunderts fand seine Verbreitung nach Indien und von da aus auch nach Paris statt. Dort wurde auf Geheiß Ludwigs XIV. eigens ein Gewächshaus errichtet, dessen Züchtlinge sich in der ganzen Welt verbreiten sollten.


Der französische Kapitän Gabriel Mathieu de Clieu kam unter »schwierigen Umständen und auf heiklen Umwegen in Besitz einer der französischen Zuchtpflanzen, welche er 1723 nach der Insel Martinique ausführte. 

Zu diesem Zwecke baute er für das junge Pflänzchen ein kleines Glashaus, um dieses auf der strapaziösen und langen Schiffsüberfahrt vor Wind, Regen und allzu starker Sonneneinwirkung zu schützen. Neben diesen wetterbedingten Gefahren musste er sein Bäumlein auf der Fahrt Tag und Nacht vor Neidern behüten. Die stürmische und allzu lange schwere Seereise führte zu einer großen Wasserknappheit, so dass er, wie er selber ausführt, gezwungen war, die kleine ihm zugeteilte Wasserration mit seinem Pflegekind mehr als einen Monat lang zu teilen. 

Endlich in seinem Heim auf Martinique angekommen, pflanzte er das Bäumchen in seinen Garten, wohlbeschützt von stacheligen Büschchen und einer ständigen Wache, bis die Pflanze Früchte zu tragen begann und Clieu mit seinen Kulturen beginnen konnte. 

Diese Anlagen bildeten den Ursprung des Kaffeeanbaus in den französischen Kolonien und dann überhaupt in Süd- und Zentralamerika.« Aus diesen Pflanzen gingen Plantagen auf Jamaika, Mexiko, Venezuela, wie auch Haiti und Santo Domingo hervor, welche als Stammespflanzen für ganz Mittelamerika gesehen werden können.