justcaan

Ich muss einfach mal was los werden..

Ich habe eben ein Video von JustCaan gesehen, in dem er über Dinge gesprochen hat, die er gerne in seinem Leben rückgängig gemacht hätte.

Er erzählte davon, wie er gemobbt wurde und das er sich irgendwann einfach an die anderen angepasst hat, um ein paar Freunde zu haben (Link findet ihr am Ende des Textes). Und genau das hat mich an mich selbst erinnert.

Als ich 13 Jahre alt war bin ich mit meiner Mama und meiner Schwester zu ihrem neuen Freund gezogen, 70 Kilometer von dem Ort entfernt an dem ich all meine Freunde und meine Familie hatte. Ich habe mich anfangs geweigert mich in meine neue Klasse einzugliedern und habe mich schnell so zum Außenseiter gemacht (was mir natürlich nicht bewusst war). Nachdem ich einige Monate später feststellen musste, dass es Realität ist und ich keine Chance habe wieder in mein altes Leben zurück zu kehren habe ich gemerkt, was es eigentlich bedeutet wenn man sein ganzes Leben ändert. Ich war mit 13 noch recht kindlich, hatte kurze Haare wie eigentlich mein ganzes Leben schon und hatte kaum Interessen wie andere Mädchen in meinem Alter. Jungs haben mich gar nicht interessiert, Sims fand ich echt langweilig und Nägel machen lassen einfach nur unnötig. Die Mädchen in meiner Klasse haben mich nun also für eine Lesbe gehalten. Ich empfand das nicht so, dennoch wurde ich deswegen immer fertig gemacht. Letztendlich wurde ich ständig beleidigt, angeblich würde ich allen Mädchen in meiner Klasse an die Wäsche wollen und irgendwann haben sie sich geweigert sich mit mir in der selben Sportumkleide umzuziehen. Für mich völlig unverständlich, denn meiner Ansicht nach war ich nicht lesbisch und konnte auch nicht nachvollziehen was daran denn so schlimm wäre.

Also beschloss ich mir die Haare lang wachsen zu lassen, die Wand in meinem Zimmer pink zu streichen, viele Kleidungsstücke in Pink zu tragen und sogar einen Eastpak Rucksack in Pink zu kaufen. Meine Nägel waren ebenfalls immer mehr schlecht als recht lackiert und geschminkt habe ich mich auch. Wohl gefühlt habe ich mich allerdings nicht, ABER: es gab keine Sprüche mehr. Niemand nahm mehr an dass ich lesbisch bin.

Irgendwann war mir das ganze zu albern, ich hab also wieder nur Dinge getragen die ich mag, ab und an mal Nagellack und Schminke getragen und mir sogar wieder die Haare kurz geschnitten. Dann kamen keine Sprüche mehr aber es haben wahrscheinlich dennoch alle gedacht dass ich lesbisch bin.

Fazit: Als ich 17 war hab ich gemerkt, dass ich wirklich lesbisch bin, mit 18 hab ich mich geoutet und mit 19 denk ich mir nur so: short hair don‘t care 💁

Man sollte sich immer so verhalten, wie man ist und sich nicht für andere verstellen. Ich dachte mit 13 es wäre besser wenige schlechte Freunde zu haben als gar keine aber ob das nun wirklich besser ist - ich weiß es nicht.

Aber ich werde niemals mehr etwas an mir verändern oder mich anders verhalten nur damit ich an die anderen angepasst bin. Weil wenn ich an die anderen angepasst wäre dann wäre ich genauso homophob und intolerant und sowas muss nun wirklich nicht sein. Ist doch egal wie jemand aussieht, welche Nationalität, Religion, Sexualität, Hautfarbe oder Muttermale jemand hat. Seid lieb zueinander und verteilt ein paar Regenbögen. Die sind bunt und machen ein wenig von dem grau weg und wenn ihr Lust habt, dann streut noch etwas Glitzer drüber 🌈✨


JustCaans Video: https://youtu.be/QQruqyR0UdU