jugendzentrum

Casper im Interview bei der Juice (2011)
  • Interviewer: Du sagst: »Wir holen zurück, was uns gehört.« Wer ist dieses »Wir«?
  • Casper: Ich habe das auf einer anderen Ebene geschrieben und später erst gemerkt, dass es heute auch auf Rap passt. Für mich war Rebellion das Spannendste an meiner Dorfjugend. Wir waren so eine Skater-Gang und haben Hardcore und HipHop gehört. Eines Tages war das Jugendzentrum mal wieder zu, also haben wir eine Telefonzelle kaputtgetreten. Keine Ahnung, warum. Ich hatte gute Schulnoten, ein gutes Zuhause und wohnte nicht im Ghetto. Ich kann es dir nicht sagen. Das hat Friedrich mit seinem Albumtitel »Rebell ohne Grund« schon auf den Punkt gebracht. Es geht um eine Form von jugendlicher Wut. Wir wollten austesten, wie weit wir gehen konnten. Da gab es noch diesen gesunden Punk-Gedanken im HipHop. Wir sind mit riesigen Hosen rumgelaufen, haben Wu-Tang Clan und Westberlin Maskulin gehört oder das erste Frauenarzt-Tape. Das war sinnlose Rebellion, die keinem ernsthaft weh getan, dafür aber Standpunkte klargemacht hat. Es ging um nichts, aber eigentlich um alles.